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Schweinepest

Schweinepest © Adobestock

Unter dem Begriff Schweinepest unterscheidet man gemeinhin zwischen den beiden Varianten Afrikanische Schweinepest (ASP) und Klassische Schweinepest (KSP).

Beides sind anzeigepflichtige Tierseuchen, von der Haus- und Wildschweine betroffen sein können. Die Bekämpfung nach Ausbruch erfolgt grundsätzlich nach der Schweinepestverordnung durch die Veterinärbehörden. Trotz ähnlicher Symptome beider Erkrankungen sind die Erreger der KSP und der ASP nicht näher verwandt. Die Viruserkrankungen betreffen ausschließlich Haus- und Wildschweine und enden für diese tödlich. Für Menschen stellt der Virus keine Gefahr dar. 

Die Klassische Schweinepest (KSP)

Die Klassische Schweinepest (auch Europäische Schweinepest – ESP) ist seit 1833 als Infektionskrankheit bekannt. Sie zählt zu den gefährlichsten Schweinekrankheiten und ist bis heute schwer kontrollierbar und nicht getilgt. Krankheitsursache ist das Pestvirus C und keine andere Tierart oder der Mensch ist empfänglich für die Erkrankung.   

Die Ansteckung des Tierbestands erfolgt durch entweder direkt von Tier zu Tier peroral oder über die Atemwege. Befindet sich der Erreger im Blutkreislauf, wird er über Harn, Speichel, Kot, Augen- und Nasensekret bis zum Tod des Tieres ausgeschieden. Daher können selbst große Tierbestände innerhalb einer Woche vollständig infiziert sein.   

Die Symptome, die erkrankte Tiere zeigen:

  • Hohes Fieber, das im Krankheitsverlauf steigen und sinken kann
  • Zentralnervöse Störungen (schwankender Gang, Parese Ataxie)  
  • Blutungsneigung (Hämorrhagien)  
  • Zyanotische (blaurote) Verfärbungen der Schnauze, Ohren und des Bauchs
  • Häufige Aborte und Umrauschen
  • Massive, punktförmige Blutungen
  • Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung  
  • Tod durch Kreislaufversagen oder Sekundärinfektion mit Bakterien

Lebensmittel und Kleidung als Infektionsquelle

Das Virus wird entweder direkt über Tierkontakte oder aber indirekt über Fleisch oder Wurst von infizierten Tieren übertragen. Achtlos entsorgte Essensreste von virushaltigem Reiseproviant können ausreichen, um die Krankheit einzuschleppen. Diese Essensreste sollten also nicht an die Hausschweine verfüttert werden und auch nicht für Wildschweine zugänglich sein. Da das Virus sehr lange ansteckungsfähig bleibt, kann es auch durch Werkzeug, Schuhe oder Kleidung übertragen werden. Daher sollten auch (Jagd-)Reisende Hygienemaßnahmen einhalten.

Quellen:
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft – Tierseuchen – Afrikanische Schweinepest
Friedrich-Löffler-Institut: Tierseuchengeschehen

Lesen Sie auch das große agrarheute-Spezial über die Afrikanische Schweinepest - Der Ernstfall.