Schweinestau

Schweine in einem Schweinestall © stock.adobe.com/Gabriela Bertolini

Die Schweineproduktion in Deutschland ist eine gut geölte Maschine. Die Nachfrage nach Schweinefleisch ist groß, das Aufwachsen und Verarbeiten hochprofessionell. Im Jahr 2019 verarbeiteten deutsche Schlachthöfe 55 Millionen Schweine, die meisten aus dem Inland, circa 3,3 Millionen Tiere aus dem Ausland.

Das größte Rädchen in der Schweineproduktion ist das Unternehmen Tönnies mit fast einem Drittel Marktanteil im ISN-Schlachthofranking. Allein im Schlachthof Rheda-Wiedenbrück kommen pro Tag 20.000 Schweine unters Messer. Westfleisch hatte 2019 14 Prozent Marktanteile am Schweinemarkt, Vion 13,8 Prozent und Danish Crown 6 Prozent.

Wie kam es zu einem Schweinestau?
Die Erzeuger sind bei der Schweinehaltung auf eine stete Abnahme angewiesen, da die Produktion ihrer Tiere weitergeht. Eine Pause ist bei der Schweineproduktion nicht möglich. Probleme entstehen, wenn ein Rädchen in der Maschine hakt. Dieses Jahr passierte das immer dann, wenn wieder ein Schlachthof seinen Betrieb herunterfahren oder einstellen musste, weil es Mitarbeiter mit Corona gab. Das Ergebnis war der aktuelle Schweinestau. Anfang November 2020 warteten 570.000 Tiere auf ihre Schlachtung. Dieser Überhang wächst jede Woche um bis zu 60.000 Schweine. Beim Schweinestau einhergehende Bedenken sind hinsichtlich des Tierschutzes, denn die Schweine müssen irgendwie untergebracht werden.
Um das Problem zu lösen, arbeiten die Schlachthöfe zum einen an besseren Hygienemaßnahmen. Zum anderen ist im Gespräch, zusätzliche Schlachttage (Sonn- und Feiertagsarbeit) zu erlauben. Vielerorts fehlt aber dafür schlicht das Personal.