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Schnelles Internet

7 Hilfsmittel, mit denen Sie ihr WLAN selbst ausbauen

Klaus Strotmann/dlz agrarmagazin/ez
am
22.02.2017

CoaxLan, Richtfunk, Telefon-Bridge & Co.: So können Sie mit wenig Geld und etwas handwerklichem Geschick Ihr WLAN-Netz selbst ausbauen.

1: DSL-Router

Der DSL-Router ist üblicherweise Herzstück und Schaltzentrale des Internet-Hausanschlusses. Hier kommt die Telefonleitung der Telekom oder anderer Anbieter an und wird in ein Telefon- und ein Internetsignal getrennt. Je nach Vertrag liegt ein ADSL-Anschluss vor, der bis zu 16 MBit/s bringt, oder ein VDSL-Tarif mit bis zu 50, teilweise 100 MBit/s. Auf den Anschlusstyp ist schon beim Kauf zu achten, denn noch nicht alle Router können auch mit VDSL umgehen.
Bis 2018 will die Telekom alle Telefonanschlüsse auf Voice-over-IP, kurz VoIP umstellen. Dann hat der Kunde nur noch einen Internet- und keinen direkten Telefonanschluss mehr; die Telefonie wird über das Internet abgewickelt. Das bedeutet, dass der Router IP-fähig sein muss. Es lohnt sich, darauf beim Router-Neukauf zu achten.
Schon jetzt verkauft der ehemalige Monopolist für Neuanschlüsse nur noch IP-basierte Telefonie.

Vorteil: Es kann auf mehreren „Leitungen“ gleichzeitig telefoniert werden. Dazu stehen mehrere Nummern zur Verfügung. Außerdem lässt sich dann in jedem Raum, der mit Internet versorgt ist (egal ob per Netzwerkkabel, WLAN, PowerLAN oder CoaxLAN), ein Telefon installieren.
Nachteil: Die Sprachqualität steht und fällt mit der Leitungskapazität. Gerade auf dem Land gibt es da bekanntlich Defizite. Außerdem funktioniert das Telefon bei VoIP nur bei bestehender Internetverbindung.

Das Gerät in der Regel eine Wohnung und je ein Geschoss darüber und darunter versorgen.

Die Router unterscheiden sich oft in der Übertragungsgeschwindigkeit, die sie bieten: Alter Standard sind 300 MBit/s; neuere Geräte können 450, teils 1.300 MBit/s. Letzteres lohnt sich nur, wenn man große Mengen per Funk hin- und herschaufeln will. Nach außen hin ist immer die Geschwindigkeit des DSL-Anschlusses limitierend.
Neuere Router funken nicht nur auf dem 2,4-GHz-Band, sondern auch auf 5 GHz. Das ist vergleichbar mit Radiofrequenzen. Im 5-GHz-Band ist längst noch nicht so viel Datenverkehr und die Störungen durch etwaige Nachbarnetze sind geringer. Teilweise verfügen die Geräte auch über eine eingebaute DECT-Station, die ein Signal für Schnurlostelefone bereitstellt.


Marktführer bei den DSL-Routern ist der Berliner Hersteller AVM mit seinen Fritzboxen. Die Geräte sind einfach zu installieren und zu bedienen. Die Telekom hat mit den Speedports eigene Router im Angebot, auch zur monatlichen Miete. Im Kauf liegt ein DSL-Router zwischen 120 und 250 Euro, je nach genannter Ausstattung. Weitere Hersteller sind etwa TP-Link, Netgear oder D-Link.
Achten Sie beim Kauf auch darauf, wie viele Netzwerkanschlüsse per Kabel zur Verfügung stehen.

2.: Repeater

Die günstigste und einfachste Art, sein Heimnetz zu vergrößern, sind Repeater. Die sind so groß wie eine Zeitschaltuhr und lassen sich in jede beliebige Steckdose stecken. Die Geräte fangen das WLAN-Signal auf und senden es in einer neuen Wolke weiter. Damit ist klar: Der Repeater selbst muss noch im Funkbereich der Basisstation stehen. Im ­Repeaterbetrieb halbiert sich die Übertragungsleistung aus technischen Gründen. Im Alltag wird sich das aber kaum bemerkbar machen.

So geht's: DSL-Router und Repeater sollten vom selben Hersteller kommen. Dann sind sie optimal aufeinander abgestimmt. Die meisten Geräte verfügen über eine so genannte WPS-Funktion. Per Knopfdruck lassen sich Basisstation und Repeater paaren. Das spart ein lästiges Programmieren des Geräts.
Wie die Router verfügen auch Repeater über unterschiedliche Ausstattungen bei der Übertragungsgeschwindigkeit (300, 400 oder 1.300 MBit/s) und den Funkkanälen. Die Geräte sind teilweise mit Netzwerksteckdosen ausgestattet. Das ist wichtig, wenn man kabelgebunden etwa einen PC, einen Fernseher oder einen Festplattenserver anschließen will.
Es lassen sich übrigens nicht mehrere Repeater hintereinanderschalten.

Preis: Je nach Ausstattung liegt der Preis für einen Repeater zwischen 35 und 90 Euro; auch Discounter führen die Geräte regelmäßig.

3.: PowerLAN, dLAN, PLC oder Powerline

PowerLAN nutzt die ­Fähigkeit eines Haus-Stromnetzes aus, Internetsignale übertragen zu können. Es wird auch Powerline, dLAN oder PLC genannt. Das spart lästiges Verlegen von Netzwerkkabeln.

So geht's: Man benötigt zwei Adapter: Der Erste ist per Netzwerkkabel mit dem DSL-Router verbunden und steckt in einer Steckdose. Das sollte idealerweise eine einzelne Steckdose sein. Hier wird das Signal in das Stromnetz eingespeist. Der zweite Adapter kann an beliebiger Stelle im Haus an einer weiteren Steckdose sitzen und ist wiederum so groß wie eine Zeitschaltuhr. Von hier aus lässt sich das Internetsignal per Netzwerkkabel (LAN) oder WLAN weiter nutzen.


Die meisten PowerLAN-Paare lassen sich erweitern, es können an mehreren Stellen im Haus Adapter eingesteckt sein. Wichtig: Das Netzwerk funktioniert nur innerhalb eines Stromkreises. Laufen zwei Wohnungen also über getrennte Stromzähler, lassen sie sich nicht ohne Weiteres verbinden. Hier kann nur der Elektriker mit dem Einbau eines Phasenkopplers weiterhelfen.


Die Übertragungsgeschwindigkeit hängt von mehreren Faktoren ab, etwa vom Gerätetyp. 500 MBit/s sind hier theoretischer Standard; ältere Geräte liegen bei 200, neuere bei bis zu 600 MBit/s. Vor allem aber spielt die Länge und die Qualität der Stromkabel eine wesentliche Rolle. Auch neuere Adapter bringen ihre maximale Übertragungsrate nur auf kurze Distanz. Über mehrere Stockwerke fällt die Leistung dann oft von 500 auf 50 MBit/s. Außerdem können Haushaltsgeräte die Funktion stören.


Preis: Die Adapter können unterschiedlichste Ausstattungen aufweisen: In der Übertragungsrate und in der Weitergabe der Daten (kabelgebunden per Netzwerksteckdose oder mit eingebautem Accesspoint auch WLAN). Teilweise verfügen sie über eine eingebaute Steckdose, um den Wandkontakt nicht zu blockieren. Je nach Funktion schwanken die PowerLAN-Sets zwischen 40 und 150 Euro. Weitere Adapter zum Erweitern des Netzes liegen bei 20 bis 80 Euro. Bekannte Anbieter sind Devolo, Netgear, AVM, TP-Link und D-Link.

4.: CoaxLAN

Nach ähnlichem Prinzip wie PowerLAN ­arbeitet CoaxLAN: Eine vorhandene Verkabelung wird genutzt, in dem Fall das Coax-Antennenkabel. TV-Signal und ­Internetdaten lassen sich so parallel senden. Gerade bei Ferienhäusern bietet sich das System an, wo jede Wohnung bereits verkabelt ist.

So geht's: Dazu benötigt man ein Einspeisemodem, das das Signal von Satellitenschüssel (TV) und DSL-Router vereinigt. Am anderen Ende wird wie beim PowerLAN ein weiterer Adapter angeschlossen, der die übertragenen Daten wieder umwandelt. Ein Antennenkabel verbindet die TV-Wanddose mit dem Adapter. Soll an der Dose auch weiterhin ein Fernseher angeschlossen sein, benötigt man eine Weiche. Über die Netzwerksteckdose am Adapter lässt sich das Internetsignal abgreifen.
Diese Gerätepaare aus Einspeisemodem und Adapter gibt es in einer einfach zu installierenden Version: entweder wie bei PowerLAN als Varianten für die Steckdose (ab 90 Euro pro Paar bei bis zu 200 MBit/s Übertragungsgeschwindigkeit) oder mit Netzteil für rund 180 Euro pro Paar bei besseren 600 MBit/s. Ein Funksignal wird hier noch nicht ausgestrahlt; es ist eine reine Kabelverbindung. Für ein WLAN-Netz ist am Endpunkt ein zusätzliches Gerät notwendig. Um diese so genannten Accesspoints geht es in der folgenden Nummer 5.


Preis: Die fest verbaute Version sitzt direkt in oder an der Antennensteckdose. Die Installation schlägt dann mit rund 150 Euro für das Einspeisegerät und 70 Euro pro Adapter zu Buche. Soll der auch gleich ein WLAN-Signal senden können, kostet er jeweils rund 100 Euro. Anbieter sind etwa Kathrein oder CoaxLAN

5: Accesspoint

Ein Accesspoint bekommt per Netzwerkkabel Daten und übersetzt sie in ein ­Funksignal. Letztlich steckt in jedem DSL-Router und in jedem Repeater oder WLAN-fähigen PowerLAN-Adapter ein Accesspoint.

So geht's: Die Geräte kann man per Netzwerkkabel direkt an seinen DSL-Router anschließen. Dieser soll die Hofstelle mit WLAN-Signal abdecken.
Mit Strom werden die ­Accesspoints per Netzteil versorgt. Ist keine Steckdose in Reichweite, bieten sich Accesspoints an, die ihre Energie über das Netzwerkkabel beziehen können. Dann ist allerdings am Anfang des Netzwerkkabels ein so genannter PoE-Adapter notwendig. Dieses kleine Gerät für 15 Euro speist den Strom ins Netzwerkkabel ein.
Bei einigen Typen lassen sich die externen Antennen abschrauben, um sie durch leistungsfähigere oder auch durch Richtfunkantennen zu ersetzen. Für den Außenbereich gibt es spezielle wettergeschützte Antennen.


Accesspoints variieren in ihren Eigenschaften in gleicher Weise wie der DSL-Router selbst. Auf den sollte der Accesspoint auch abgestimmt sein, etwa in Bezug auf die Bandbreite (2,4/5 GHz), die Übertragungsgeschwindigkeit und die Verschlüsselungstechnologie. Je nach Ausstattung verfügen Accesspoints über weitere Anschlüsse, um andere Netzwerkgeräte einstecken zu können (wie PC, TV oder Server).


Preis: Günstige Geräte gehen bei etwa 35 Euro los; die obere Grenze ist wie bei DSL-Routern bei 250 Euro noch nicht erreicht. Es gibt eine Vielzahl von Herstellern, die vernünftige Accesspoints anbieten. Spartipp: Auch ausrangierte DSL-Router lassen sich in der Regel noch als Accesspoint oder Repeater umfunktionieren.

6. Richtfunk

Ein Nebengebäude, zu dem freier Sichtkontakt besteht, soll mit Internet versorgt werden. Wo das Verlegen eines Kabels zu umständlich wäre, bietet sich eine Richtfunkstrecke an. Die kann problemlos mehrere Hundert Meter überbrücken, wenn keine Bäume oder Gebäude im Weg sind.

So geht's: Übliche Antennen strahlen omnidirektional aus, also im günstigsten Fall kugelförmig. Was für die Versorgung innerhalb eines Hauses gewünscht ist, beeinträchtigt bei Richtfunkstrecken die Leistung. Deshalb verwendet man hier spezielle Antennen, die nur in eine Richtung abstrahlen. Die Antennen werden mit einem kurzen Kabel an einen Accesspoint geschraubt.
Allgemeine Empfehlungen sind hier schwierig, denn es kommt stark auf die baulichen Gegebenheiten vor Ort an. Generell gilt: Je größer die Entfernung ist, desto hochwertiger muss die Richtfunkantenne sein. Hohe Übertragungsverluste entstehen im Anschlusskabel zwischen Accesspoint und Antenne. Dieses so genannte Pigtailkabel sollte daher möglichst kurz und von hoher Qualität sein. Außerdem ist auf hochwertige Stecker zu achten. Bevor die Kabel zwischen Accesspoint und Antenne zu lang werden, sollte der Einsatz eines Outdoor-Accesspoints in Erwägung gezogen werden.


Preis: Günstige Richtfunkantennen für den Outdoorbetrieb gehen bei etwa 40 Euro los. Topmodelle mit hoher Leistung kosten 150 Euro und mehr. Bekannte Anbieter sind TP-Link oder Ubiquiti.

7. Telefon-Bridge

Telefonleitungen lassen sich nicht einfach als Netzwerkkabel nutzen, selbst wenn acht freie Adern vorhanden sind. Mit einem Kniff lassen sich aber nahezu beliebige Leitungen für die Datenübertragung umrüsten. Neben Telefonkabeln bieten sich etwa freie Adern einer Melkstand- oder Heizungssteuerung an. Dazu sind lediglich zwei freie Litzen nötig. Eine so genannte „Bridge“ (Brücke) übersetzt die Signale.

So geht's: Die Installation der beiden kleinen Adapter ist denkbar einfach: Im Büro führt ein Netzwerkkabel vom DSL-Router zum ersten Adapter. Von dem abgehend läuft das Signal über die zwei Adern des Telefonkabels bis ins Nachbarhaus. Dort hängt ein zweites baugleiches Gerät, das die Signale wieder zurückübersetzt von Zweidraht- auf Netzwerkkabel. Dort lässt sich dann beispielsweise ein Accesspoint installieren, der das Nebenhaus mit WLAN versorgt.

Preis: Sets gibt es etwa von Allnet für rund 170 Euro oder von Devolo für knapp 400 Euro. Letzeres kann auch PowerLAN und CoaxLAN.

Erfolgreich mit Social Media: Tipps von Agrarblogger Thomas Fabry

Chat-Interview mit Thomas Fabry
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