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Verkehrsrecht

Achtung: Hier reicht der Führerschein der Klasse T nicht

Immo Cornelius/agrarheute
am
26.02.2016

Bereits mit Klasse T lassen sich Traktoren bis 60 km/h bbH fahren. Dies gilt jedoch nicht für den gewerblichen Einsatz, zum Beispiel auf Baustellen. Wer trotzdem fährt, riskiert hohe Strafen.

Für Personen in der Land- und Forstwirtschaft ist man mit dem T-Führerschein gut beraten und in den meisten Fällen auf der sicheren Seite, weiß Martin Vaupel von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Fährt man daneben noch für ein Lohnunternehmen, so empfiehlt der Berater für Landtechnik, Straßenverkehrsrecht sowie Schlepper- und Transporttechnik, einen genauen Blick auf das Einsatzspektrum des Lohnunternehmers zu werfen. Viele setzen mittlerweile LKWs ein oder arbeiten auf Baustellen, Klasse CE wird in diesem Bereich deswegen zunehmend wichtiger.

Fahren ohne Fahrerlaubnis: Fahrer und Halter sind betroffen

Wer dennoch ohne Klasse CE Bauschutt transportiert, fährt, trotz des Besitzes eines Führerscheins der Klasse T, ohne Fahrerlaubnis. Gleiches gilt für den 16-Jährigen, der einen 50er Traktor führt oder den Inhaber von Klasse B/L, der mit seinem Anhänger schneller als 25 km/h fährt.

In allen Fällen entspricht dies dem Fahren ohne Fahrerlaubnis, das laut §21 des Straßenverkehrsgesetzes (StVG) mit einer Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder einer Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen bestraft werden kann. Sowohl Fahrer als auch der Halter der Maschine wären betroffen.

Traktoren und Anhänger: Klasse L reicht oft nicht mehr

Auf vielen land- und forstwirtschaftlichen Betrieben werden mittlerweile Schlepper eingesetzt, die schneller als 40 km/h fahren. Auch hinsichtlich mitgeführter Anhänger reicht Klasse L oft nicht, weil damit eine Geschwindigkeit von maximal 25 km/h nicht überschritten werden darf - egal ob zulassungsfreier (bis 25 km/h) oder zugelassener Anhänger (z.B. bis 40 km/h).

Für viele empfiehlt Martin Vaupel daher den Besitz eines T-Führerscheins. Inhaber der Klasse T sind berechtigt, Schlepper bis 60 km/h und landwirtschaftliche Arbeitsmaschinen wie Häcksler oder Mähdrescher bis 40 km/h bbH zu fahren.

Führerschein Klasse L und T: Nur für landwirtschaftliche Zwecke

Sowohl Klasse L als auch Klasse T dürfen nur für land- und forstwirtschaftliche Zwecke nach § 6 der Fahrerlaubnisverordnung (FeV) eingesetzt werden. Diese umfassen neben dem eigentlichen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb beispielsweise auch den Winterdienst.

Für gewerbliche Fahrten wird meist der LKW-Führerschein Klasse CE nötig. Lediglich gewerblich eingestufte land- und forstwirtschaftliche Erzeugnisse (lof), wie zum Beispiel Mais oder GPS für eine BGA, dürfen seit dem 28.07.2009 auch mit Klasse L und T gefahren werden. Fährt ein Lohnunternehmen allerdings Bauschutt auf Baustellen, müssen die eingesetzten Fahrer die Klasse CE besitzen, da Bauschutt kein land- oder forstwirtschaftliches Erzeugnis ist.

Klasse T schon ab 16 Jahren

Den T-Führerschein darf man bereits mit 16 Jahren machen. Mit einer Ausnahme: Bis zum 18. Lebensjahr dürfen damit nur Schlepper bis 40 km/h bbH bewegt werden. Im Gegensatz zur Klasse B/L kann der Fahrer allerdings Anhänger bis 40 km/h mitführen. Ist das 18. Lebensjahr erreicht, dürfen Traktoren bis 60 km/h gefahren werden.

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