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Einsatzvergleich

7-Schar-Anbau- und -Aufsattelpflug: Das sagen die Praktiker

am Mittwoch, 20.04.2016 - 06:30 (Jetzt kommentieren)

Die Redakteure des dlz agrarmagazin haben je einen 7-Schar-Anbaupflug und einen -Aufsattelpflug im Praxistest verglichen. Zu Wort kommen auch zwei Praktiker.

Sechsfurchige Anbaupflüge sind keine Seltenheit mehr; teilweise werden sie auch mit sieben Scharen angeboten. Die Redakteure des dlz agrarmagazin haben im Vergleich mit einem gleichgroßen Aufsattelpflug getestet, ob ein solches Geschütz als Anbaugerät sinnvoll ist. Im Praxistest waren

Die Unterschiede liegen hauptsächlich bei Gewicht, Achsbelastung, Handling und Komfort.

Im dlz agrarmagazin (Ausgabe 04/2016) finden Sie den gesamten Test. Hier gibt es das Testfazit und je eine Praktikermeinung zu den beiden Pflug-Typen.

Fazit der dlz-Tester

Der Aufsattelpflug kann beim Vergleich des dlz agrarmagazin durchaus punkten. Bei notwendiger Schleppergröße und bei der Fahrt auf der Straße hat er die Nase vorn. Ist das Vorgewende ausreichend groß und kann in einem Zug gewendet werden, sind auch die Wendezeiten besser als beim Anbaupflug. Auch die Einsetzstücke am Vorgewende sind beim Aufsattelpflug kleiner als beim Anbaupflug.

Dafür ist der Anbaupflug wendiger und kommt besser in die Ecken. Durch den Anbau in der Dreipunkt kann der Pflug mehr Gewicht auf den Schlepper übertragen. Allerdings bietet ein Traktionsverstärker in einem Aufsattelpflug heute die Möglichkeit, mit weniger Gewicht die Zugkraft zu optimieren. Dennoch haben beide Pflüge ihre Berechtigung, wie die Praktikerbeispiele zeigen.

VariOpal 8 mit Streifenkörpern: Anbaupflug mit Extras

Josef Kanefzky aus Zusamaltheim schwört auf seinen VariOpal 8 mit Streifenkörpern."Wir haben hier sehr hängiges Gelände. Da kommt ein Aufsattelpflug schnell ins Kippen", ist sich Kanefzky sicher. Außerdem lässt sich mit dem Anbaupflug besser rangieren. Vor dem Pflug hängt ein Fendt Vario 939, um die 340 ha pro Jahr zu pflügen. Insgesamt wird der VariOpal auf rund 170 Flurstücken von 0,7 bis 15 ha Größe eingesetzt. Deshalb wird auch ohne Packer rund 30 cm tief und 50 cm breit gepflügt.

Der Landwirt aus Zusamaltheim dreht in drei Zügen am Vorgewende und bekommt so ein etwas schmaleres Vorgewende als mit einem Aufsattelpflug, hat aber mit 6 m ein größeres Einsatzdreieck. Bei größeren Feld-Hof-Entfernungen wird der Pflug auf dem Unirad transportiert.

Die Besonderheit am Pflug ist die Hydraulik: Normalerweise stellt sich der Pflug beim Drehen automatisch zunächst schmal, dreht und wird dann wieder breit, um dem Stützrad ausreichend Freiraum beim Drehen zu geben. Für die Hanglagen war das Josef Kanefzky zu heikel. Deshalb hat er den Pflug umgebaut und kann jetzt alle Hydraulikzylinder vom Schlepper extra ansteuern. "Mit der Zeitsteuerung der Hydraulikventile am Terminal habe ich den Pflug so besser im Griff", ist Kanefzky überzeugt. "So ist der Pflug am Hang immer schmal gestellt, wenn ich drehen muss, das verschafft mir mehr Sicherheit."

Diamant 11: Aufsattelpflug mit Packer

Rainer Gundel ist Landwirt in Endsee. Er bewirtschaftet rund 200 ha; davon werden rund 150 ha gepflügt. Der Landwirt pflügt mit einem siebenscharigen Aufsattelpflug. Aufgrund der zum Teil sehr schweren Böden wird fast alles mit Packer gepflügt. Der Diamant 11 wird von einem 936er Vario gezogen. Der Landwirt legt großen Wert auf Bodenschonung. Deshalb ist der Schlepper auch mit einer Reifendruchregelanlage ausgestattet.

Bewusst hat sich Gundel für einen Aufsattelpflug entschieden: "Die Hubkräfte sind beim 7-Schar-Anbaupflug zu hoch und mit dem Aufsattelpflug bin ich schneller in Transportstellung und zudem noch sicherer unterwegs. In Endsee wird gut 20 cm tief und in der Regel 40 cm breit gepflügt, die Arbeitsbreite schwankt zwischen 35 und 45 cm. Trotz der Flächengrößen von 0,8 ha bis hin zu 30 ha - im Durchschnitt sind es 5 bis 6 ha - wird fast immer mit Packer gearbeitet. Der Wende-Doppelpacker mit 900er - Ringen wiegt 2,7 t. "Wenn die Flächen es zulassen, pflüge ich auch das Vorgewende mit Packer", betont Rainer Gundel.

Gundel macht sich bei einem Abstand von rund 18 m zum Felgenende eine Markierungsfurche und fährt am Vorgewende eine Birne. Dabei fährt er zum Gepflügten heraus, hebt vorne aus und dreht unter dem Fahren den Pflug, am oberen Scheitelpunkt wird das Stützrad ausgehoben. Beim Einfahren in die Furche wird die Hydraulik abgesenkt und der Pflug zu Ende gedreht. Erreicht das Rad die Markierungsfurche, wird auch dieses abgesenkt. Der Vorteil ist: Das Wenden geht schnell und das Einsatzdreieck ist nur 3 m breit. Zum Pflügen werden Radgewichte mit je 1.000 kg verwendet und in der Front hängen noch 1.400 kg Ballast.

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