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Ernte und Transport

Abschiebe- und Rollbandwagen: Volumen ist Trumpf

von , am
29.06.2012

Große Transportaufkommen auf wachsenden Betrieben verlangen nach neuen Lösungen. Dieser Herausforderung haben sich die Hersteller von Anhängern gestellt.

Künftig sind auch bei lof-Zugmaschinen mit Anhängern Zuglängen von 18,75 Meter zulässig. © Werkbild
Die dlv-Fachzeitschrift Agrartechnik hat nachgefragt, wo die Vorteile der Abschiebe- und Rollbandwagen liegen.
 
Die Suche nach alternativen Lösungen für landwirtschaftliche Transporte führte zur Entwicklung des Abschiebewagens mit seinen bekannten Vorteilen gegenüber Kippern:
 
  • bessere Standsicherheit durch niedrigen Schwerpunkt beim Transport und beim Entladen,
  • mehr Zuladung durch optimales Pressen je nach Lade- gut und Feuchtigkeitsgrad,
  • problemloses Abschieben auch in niedrigen Gebäuden,
  • geringeres Eigengewicht durch selbsttragende Konstruktion.

Effektiv und sicher: Der Abschiebewagen

Gegenüber Wagen mit Kratz- oder Kettenboden sind Abschiebewagen effektiver und sicherer durch universellen Einsatz, robuster und zuverlässiger, da keine empfindlichen Verschleißteile vorhanden sind und gewinnen zusätzliche Ladekapazität durch 20 bis 30 Zentimeter niedrigere Plattformen.
 
Nach dem Pionier Fliegl sind immer weitere Anbieter in den lukrativen Markt der Abschiebewagen eingestiegen. Dazu zählen beispielsweise Annaburger, Brantner, Conow, Demmler, Fortuna, Kröger agroliner, Pronar und Oehler.
 
Ein neues Konzept: Der Rollbandwagen
 
Aber auch die Suche nach weiteren Lösungen ging weiter. Krampe hat 2009 mit dem Rollbandwagen Bandit ein neues Konzept vorgestellt. Statt mit einem Schiebeschild oder umlaufenden Kratzboden ist der Bandit mit einem in zwei Richtungen beweglichen Gummiboden ausgestattet. Das Ladegut kann so - auch ohne den Einsatz einer Kipphydraulik - bequem entleert werden. Hydraulikmotoren am Fahrzeugheck und an der Stirnseite ziehen das mit Gummi beschichtete Gewebeband vor oder zurück. Das darauf befindliche Ladegut wird dadurch be- oder entladen.
 
"Ein Abschiebewagen ist im Vergleich zum Kipper viel aufwändiger gebaut und hat aufgrund seines höheren Eigengewichtes eine entsprechend geringere Nutzlast", erläutert Mark Litmeier, Krampe. "Der Rollbandwagen hat relativ wenig bewegliche Bauteile und bringt daher ein erstaunlich geringes Gewicht auf die Waage. Zudem ist er ganzjahrestauglich. Mit dem Rollbandwagen lassen sich nicht nur Gras- und Maissilage oder Raps und Getreide fahren. Auch vor Kompost, Hackschnitzeln, Sand, Klärschlamm und Kalk macht das Rollband nicht halt."
 
Joskin hat auf der Agritechnica seinen Rollbandwagen Drakkar vorgestellt. Und auch bei der SGT Schönebeck konnte man einen Rollbandwagen sehen, den Pullbox. Anders als bei Krampe ist bei diesen beiden Wagen die Stirnwand am Gewebeband befestigt und wird mit dem Ladegut nach hinten gezogen.
 
 
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