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Produktneuheit

Das ist die erste Agrar-Drohne von DJI

Drohne-DJI-Phantom-4-Multispectral
am Dienstag, 10.12.2019 - 06:20 (Jetzt kommentieren)

Das Unternehmen DJI stellt mit der Phantom 4 Multispectral seine erste Spezialdrohne mit Sensoren für die Landwirtschaft vor. Was die Drohne kann und was sie kostet, erfahren Sie hier.

Das chinesische Unternehmen DJI ist Weltmarktführer im Bereich ziviler Drohnen. Mit der Drohne Phantom 4 Multispectral stellt das Unternehmen seine erste Spezialdrohne mit Sensoren für die Landwirtschaft vor.

Mit der großen Drohne Agras MG1 hat DJI zwar seit einigen Jahren einen Landwirschafs-Drohne im Sortiment, die bereits in anderen Ländern im Einsatz ist. Mit einem Tank ausgerüstet ist sie für das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln entwickelt worden, was aktuell in Deutschland noch nicht möglich ist. Die neue Phantom 4 Multispectral dagegen ist nur für das Erfassen von Äckern mit Sensoren gedacht.

Mehr Sensoren und Kompensation des Sonnenlichts

Nach Angaben von DJI wurde die P4 Multispectral als Agrardrohnen „speziell für Präzisionslandwirtschaft und Flächenmanagement entwickelt“. Die bekannten Modellen Phantom 4 und Mavic hatten wir von agrarheute bereits im Test (Smart Farming - Ratgeber: Welche Drohne passt zu mir?). Das Besondere der Drohne im Vergleich zu den bekannten Modellen: Die P4 Multispectral kombiniert sechs Sensoren, die den Pflanzenbestand erfassen und kompensiert das Sonnenlicht mit einem zusätzlichen Sensor.

Drohne erfasst Unkraut, Insekten und den Boden

Die Auflösung der Messwerte können Drohnen einfach durch die Flughöhe beeinflussen. So reicht das Auflösungsspektrum von der einzelnen Pflanze bis hin zum gesamten Feld. Nach Angaben von DJI ist auch die Erfassung von Insekten, Bodengegebenheiten oder Unkraut möglich. Details, wie die Drohne das erkennt, nannte das Unternehmen jedoch nicht.

Mit diesen Sensoren und Kameras arbeitet die Drohne

Die P4 Multispectral bietet ein gimbal-stabilisiertes Bildsystem mit einer RGB-Kamera und fünf Multispektralkameras. Die Multispektralkameras liefern neben den drei Farbkanälen rot, blau und grün auch Red Edge und Nahinfrarot. Damit lassen sich sowohl der sichtbare, als auch der unsichtbare Teil des Lichts erfassen. Die Messwerten sollen folgende Infos zu den Pflanzen zeigen:

  • Vegetationsstress
  • Bodenzusammensetzung
  • Bodenversalzung
  • Bodenkontamination

Die Messergebnisse sind davon abhängig, wie stark die Sonne scheint. Um das auszugleichen, hat die Drohne einen Sonnenlichtsensor verbaut. Das macht die Messwerte genauer und wiederholbar, wenn zu unterschiedlicher Tageszeit geflogen wird.

RTK und eine Lösung gegen Funklöcher

Luftaufnahme-NDVI

Mit der Flugplanungsapp DJI Ground Station Pro wechselt der Pilot zwischen der NDVI-Ansicht (Normalized Difference Vegetation Index) und der normalen RGB-Ansicht.

Die Drohne hat außerdem ein RTK-Modul und TimeSync verbaut. Dadurch erhält jedes Foto genaue Koordinaten und einen Zeitstempel. Das erhöht die Genauigkeit in der Fernerkundung.

Gibt es keine Internetverbindung auf dem Acker bietet DJI einen passenden Rover an. Der heißt D-RTK 2 High-Precision GNSS Mobile Station. Alternativ kann auch ein Drittanbieter-RTK-Netzwerk über die Internetverbindung eines iPads verwendet werden.

Technische Daten: Phantom 4 Multispectral

DJI P 4 Multispectral
Maximale Flughöhe 6.000m
Startgewicht 1,487 kg

Diagonaler Abstand ohne Propeller

350 mm

Flugzeit circa

27 Minuten
Max. Fluggeschwindigkeit 58 km/h

Neigungsbereich Gimbal

-90° bis +30°

ISO-Bereich RGB-Sensor 

200 – 800

Sensoren:

rotes Licht (R)

grünes Licht (G)

blaues Licht (B)

Red Edge (RE)

nahes Infrarot (NIR)  

 

So werden aus Sensordaten Vegetationskarten

Sind Sensordaten vorhanden, lässt sich daraus eine Vegetationsindexkarte erzeugen. Dadurch werden die Daten in die Software DJI Terra oder in die eines Drittanbieters, wie Pix4D Mapper oder DroneDeploy importiert. Mit ihrem Übertragungssystem sende die P4 Multispectral die Bilder bis zu 7 km weit.

6.000 Euro - so viel kostet die Spezialdrohne

DJI P4 Multispectral ist über autorisierte DJI Enterprise-Händler weltweit erhältlich und kostet 5.999 EUR. Für ein Jahr mit dabei ist eine Lizenz für die Windows-Software DJI Terra (Basic) und für die iPad-App DJI GS Pro (Team-Professional). Mit der Mobile Station D-RTK 2 kostet die Drohne 8.899 Euro. Derzeit bekommen Käufer der Drohne eine einjährige  Garantie (Enterprise Shield Basic) kostenlos dazu.

Was halten Sie von Drohnen für die Landwirtschaft? Schreiben Sie uns Ihre Meinung über die Kommentarfunktion unten.

Mit Material von DJI

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