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Maschinen-Test

Amazone-Anbauspritze mit Spritzbalken Super S1 im Praxiseinsatz

Bernd Feuerborn, dlz agrarmagazin/Katharina Krenn/agrarheute
am
26.07.2016

Die UF-Anbauspritzen von Amazone gibt es jetzt mit dem neuen Super-S1-Gestänge. Das dlz agrarmagazin hat sich die UF 1201 im Praxiseinsatz genauer angesehen.

Bei unserer Feldprobe standen zwei Dinge im Mittelpunkt: zunächst das komplett neu entwickelte Gestänge von Amazone. Es heißt Super S1 und wird mit 15, 18 und 21 m Arbeitsbreite angeboten. Es kommt zum 20-jährigen Jubiläum des Super-S-Gestänges in begrenzter Stückzahl auf den Markt.

Schneller Klappmechanismus

Während das Q-Plus-Gestänge (12 bis 15 m Arbeitsbreite) hinter die Maschine klappt, klappt das S1-Gestänge zum Schluss senkrecht nach oben wie das S2-Gestänge. Das 21-m-Gestänge kommt nun mit drei Segmenten je Seite aus statt mit vier wie das S2-Gestänge mit gleicher Arbeitsbreite. Das hat den Vorteil, dass ein Gelenk weniger verbaut ist, wodurch das Gestänge zum einen schneller klappt und zum anderen kostengünstiger ist.

Spritze leichter zu tragen

Da die Gestänge nun bis zu 50 cm länger sind, vergrößert sich die Transporthöhe auf 3,30 m. Allerdings kommt das Gewicht, durch das schräg nach vorne hin abgelegte Gestänge, dichter an den Schlepper ran. Dadurch lässt sich eine Spritze mit Super-S1-Gestänge leichter tragen, als eine vergleichbare Maschine mit dem Super-S2 Gestänge. Die Transportbreite bleibt bei 2,40 m – ein großer Vorteil der Paketklappung nach oben. Alle drei Gestänge lassen sich auf 15 m Arbeitsbreite reduzieren. So kann die Spritze flexibel eingesetzt werden.

Bewährte 3-Fach-Dämpfung

Die Fertigung des Gestänges ist ähnlich wie beim S2-Gestänge. Allerdings konnte durch die Prägung des Blechs die Stabilität nochmal erhöht werden, ohne schwerer werden zu müssen. Das Mittelstück bekam einen neuen Pendelausgleich mit der bewährten 3-Fach-Dämpfung. Zum einen wird das Gestängevertikal mittels Zugfedern gedämpft, die im Hubmast verbaut sind. Zum anderen werden die horizontalen Schwingungen durch zwei Gummidämpfer am Bolzen des Zentralpendels mit Kugelgelenk absorbiert.

Fazit zu Gestänge

  • Das 21-m-Stahlgestänge hinterlässt einen guten Eindruck.
  • Praktisch ist auch die symmetrische Klappung, wenn es mal schmaler hergeht.
  • Mit einem ISOBUS-Rechner kann das Gestänge auch angewinkelt werden.
  • Der Hangausgleich ist gut und die Gestängelage auch bei hohen Geschwindigkeiten ruhig.
  • Die Folgesteuerung macht die Klappung einfach und schnell.
  • Praktisch ist die Paketklappung; da ragt nichts nach vorne und nichts kann auf den Schlepper tropfen.

Amaspray+ Rechner

Neu ist, dass die Box ProfiClick zusammen mit dem Amaspray+ Rechner funktioniert. Dank Ölumlauf lässt sich so das Gestänge mit Schaltern bequem klappen und per Poti auch in der Neigung verstellen. Der Drehregler hat eine Mittenstellung, sodass die waagerechte Stellung auch blind gefunden werden kann. Wir hatten im Gestänge 3-fach-Düsenkörper verbaut. Sie waren mit einer ID 120-03 POM-, einer TD Highspeed110-04- und einer Flüssigdüngerdüse ausgestattet.

Praktikerurteil zu Bedienung

  • Mit der Amaspray+ Bedienung lässt sich die Spritze gut fahren.
  • Auf ISOBUS wird bewusst verzichtet, um eine preiswerte Bedienoption anzubieten. Die Funktionalität ist aber voll gegeben.
  • Die Profiklappung ist prima und erlaubt die Neigungsverstellung des Gestänges per Poti.

Praktikerurteil zu Tank und Pumpe

  • Der Tank fasst 1.200 l. Der Schwerpunkt der UF 1201 liegt nahe am Schlepper.
  • Dafür baut die Spritze recht hoch – schlecht für den Kontrollblick in den Tank und die Sicht nach hinten.
  • Die schmale Transportbreite von 2,40 m ist gut für enge Feldwege.
  • Die serienmäßige 210-l-Pumpe reicht für 21 m Arbeitsbreite gut aus.
  • Die Filter sind zum Reinigen sehr gut erreichbar.
  • Die Einspülschleuse und die Bedienarmatur lassen kaum Wünsche offen

So funktioniert die UF-Anbauspritze mit Super-S1-Gestänge

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