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Ernte und Transport

Automatisierung macht Fortschritte

von , am
20.01.2010

Bei Erntemaschinen stand in Jahr 2009 die Entlastung des Fahrers durch teilautomatisierte Funktionen im Vordergrund.

© dlz

Bereits auf der Sima stellte New Holland ein intelligentes Benutzer-Interface vor. Der Mähdrescher überwacht dabei permanent relevante Funktions- und Qualitätsparameter, um die Maschine im optimalen Leistungs- und Verlustbereich zu bewegen.

Weichen diese aufgrund sich ändernder Bedingungen vom Optimalwert ab, erhält der Fahrer eine Mitteilung auf dem Display des Bordcomputers. Gleichzeitig schlägt der Bordcomputer Änderungen vor, wie beispielsweise die Reduzierung der Trommeldrehzahl, die Verengung des Korbabstandes oder die Erhöhung der Gebläsedrehzahl. Der Fahrer kann diese Vorschläge annehmen oder verwerfen bzw. Alternativen anfordern. Das System stellt somit einen Schritt zur sich vollautomatisch selbst einstellenden Landmaschine dar.

Hybridtechnologie für mittelgroße Mähdrescher

Mit dem Tucano 470 und dem Tucano 480 hat Claas die Hydridtechnologie im mittleren Leistungssegment eingeführt. Beide Typen verfügen zur Restkornabscheidung über einen Einzelrotor mit 570 mm Durchmesser. Die Drehzahl des Rotors lässt sich unabhängig von der Drehzahl des APS-Dreschsystems den Erntebedingungen anpassen. Die Trommelbreite beträgt 1580 mm, der Durchmesser 450 mm. Die Wendetrommel läuft nun synchron zur Dreschtrommel. Für den Antrieb sorgen ein 326 PS Mercedes-Benz Motor (Tucano 470) bzw. ein 365 PS Caterpillar Motor (Tucano 480).

Leichtbauweise setzt sich durch

Immer leistungsstärkere Mähdrescher erfordern große Schneidwerksbreiten, um effizient zu arbeiten. Verbunden mit großen Korntankvolumina entstehen hier oft massive Vorderachslasten. Dies hat häufig nachhaltige Schäden der Bodenstruktur zur Folge. Um die Achslasten zu verringern, gehen die Hersteller von Vorsätzen zunehmend zur Leichtbauweise über. Biso Schrattenegger hat mit dem Ultralight 800 ein Schneidwerk in Leichtbauweise für Arbeitsbreiten bis 15 Meter vorgestellt. Der biegesteife Rahmenhohlkörper aus Aluminiumguss sorgt bei gleichzeitiger Gewichtsersparnis für hohe Stabilität und Lebensdauer.

Automatisches Beladen

Beim Häckseln von Mais- oder Grassilage werden hohe Ansprüche an den Häckslerfahrer gestellt. Um diesen vor allem bei Nachschichten zu entlasten, haben Claas und New Holland Systeme zur automatischen Befüllung der Transportfahrzeuge entwickelt. Durch digitale 3-D-Bildanalyse werden beim Claas AutoFill und der New Holland Turmsteuerung die Konturen des nebenher fahrenden Wagens erkannt. Anhand der Bildauswertung werden Auswurfkrümmer und Klappe automatisch gesteuert, um den Anhänger optimal zu befüllen und Verluste zu verringern. Der Fahrer kann sich so mehr auf das Fahren und das Überwachen der Kontrollinstrumente in der Kabine konzentrieren.

Kontinuierlicher Gutfluss

Die variable Gutflussanpassung VariStream sorgt im Krone BigX für gleichmäßigen Futterfluss bei wechselnden Futtermengen. Der hintere Teil des Trommelbodens und die Rückwand des Wurfgebläses sind federnd gelagert, und können so bei größeren Futtermengen in ungleichmäßigen Schwaden ausweichen. Die Verstopfungsgefahr wird dadurch verringert, Kraftbedarf und Verschleiß nehmen ebenfalls ab. Ähnliche Systeme kommen bereits seit längerem mit Erfolg in Ballenpressen zum Einsatz.

Häcksler mit Vorgewendemanagement

Mit dem 7950i stellte John Deere sein neues Topmodell im Feldhäckslerprogramm vor. Mit 812 PS maximaler Motorleistung können durchschnittlich 300 Tonnen Mais pro Stunde geerntet werden. Der Verbrauch liegt dabei laut Hersteller bei 0,5 Liter Diesel pro geerntete Tonne. Eine Innovation ist das Intelligente Motormanagement. Bei Straßenfahrt mit 1250 bis 2100 min-1 lassen sich bis zu 8 Prozent Kraftstoff einsparen. Im Feldmodus 1 regelt das System die Motordrehzahl herunter, sobald kein Erntegut mehr von der Maschine aufgenommen wird. Im Feldmodus 2 hingegen regelt die Maschine die Vorschubgeschwindigkeit so, dass stets der niedrigste Kraftstoffverbrauch erzielt wird. Die AutoLOC Schnittlängenregulierung mit dem HarvestLab-Feuchtemesssensor ändert automatisch die Schnittlänge in Abhängigkeit vom Reifegrad.

Neues Roderkonzept

Mit dem Rexor 620 mit 490 PS Motorleistung hat Grimme seinen ersten selbstfahrenden Zuckerrübenernter mit Radfahrwerk vorgestellt. Als erster Rübenroder der Welt besitzt das Modell eine 40 km/h Straßenzulassung. Durch ein neues Rahmenkonzept kann der Durchsatz gegenüber herkömmlichen Systemen, die das Erntegut unter der Vorderachse durchführen, laut Hersteller um 70 Prozent gesteigert werden. Das Radfahrwerk besitzt zwei lenkbare Achsen sowie ein Knickgelenk. Der innere Wenderadius beträgt 7,5 m, versetztes Fahren (Hundegang) ist möglich. Mit der aktiven dynamischen Pendelstütze BaSys wird die Maschine in Hanglagen ausbalanciert.

Maisernte im Überladeverfahren

Mit der Euro-Nawaro-Maus von Ropa kann die Häckselkette von der Logistik auf der Straße getrennt werden. Dadurch werden die Vorteile bodenschonender Gespanne auf dem Feld und effizienter LKW-Transporte auf der Straße kombiniert. Zudem ermöglicht die Miete am Feldrand einen Zeitpuffer, um die Standzeiten des Häckslers zu verringern. Bis zu 10 m3 pro Minute kann die Nawaro-Maus verladen. Neben Mais ist das Verfahren auch für Hackschnitzel oder GPS geeignet. Damit ist es möglich, die Auslastung dieser schlagkräftigen Spezialtechnik deutlich zu erhöhen.

Reinigungslader optimiert

Der neue Reinigungslader Terra Felis 2 von Holmer bietet bei 9,5 m Aufnahmebreite eine aktive Reinigungsstrecke von ca.13 m. Das Besondere: Bei hoher Drehzahl der Verteil- und Sammelwalzen auf dem Aufnahmetisch kann der Reinigungsweg verlängert werden. Ist einen schonende Reinigung erforderlich, so verkürzt sich durch Reduzierung der Verteilwalzendrehzahl die Reinigungsstrecke. Die Drehzahländerung erfolgt stufenlos. Der VarioCleaner kann die Zwickwalzen bei weniger verschmutzten Rüben mit einem Siebband überdecken, und sorgt so für einen schonenden Transport. Angetrieben wird die Maschine von einem 340 PS MAN-Motor. Die Überladehöhe beträgt ca. 6 m, die Überladeweite etwa 15 m.

Der Mähdrescher optimiert seine Einstellungen selbst: bei New Holland bereits Realität. Mit dem Claas Tucano 470 und 480 hält die Hybridtechnologie Einzug in das mittlere Leistungssegment. Claas AutoFill entlastet den Fahrer durch automatische Steuerung von Auswurfkrümmer und -klappe. Durch das Krone BigX Varistream-System wird die Verstopfungsgefahr reduziert. Zudem erfolgt der Gutfluss durch den Häcksler gleichmäßiger. Durch ein integriertes Motormanagement reduziert der John Deere 7950i am Vorgewende und bei Straßenfahrt die Motordrehzahl. Der Rexor 620 von Grimme erzielt durch die geteilte Vorderachse in Portalbauweise hohe Durchsätze.

Die Nawaro-Maus von Ropa verlädt nun auch Mais, Hackschnitzel und GPS. Der Terra Felis 2 von Holmer mit neu entwickelter Reinigung. Holmer Terra Felis 2: lange Reinigungsstrecke bei hoher Drehzahl der Verteilwalzen. Holmer Terra Felis 2: kurze Reinigungsstrecke zum schonenden Transport bei geringer Drehzahl der Verteilwalzen.

{BILD:115228:jpg}Matthias Mumme
Redakteur
dlz agrarmagazin

 

 

 

 

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