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Digital farming

Autonomer Feldroboter bekämpft Unkraut mit Strom

Feldroboter ETAROB der FH Aachen
am
22.05.2019

Wissenschaftler haben einen fahrerlosen Feldroboter entwickelt, der Böden auflockern und Unkraut mit Stromstößen bekämpft.

Der Roboter wird elektrisch angetrieben und arbeitet vollkommen autonom. Er erkennt während der Überfahrt Pflanzen anhand ihrer Struktur, Farbe und Schatten der Blätter. Diese Befunde vergleicht er mit intern abgespeicherten Daten und kann so Kulturpflanzen und Unkräuter voneinander unterscheiden. Das Unkraut wird dann mit elektrischem Strom behandelt. Ziel ist es, die Pflanzenzellen so weit zu zerstören, dass die Wasserversorgung in der Pflanze unterbrochen wird und sie austrocknet.
Das Besondere ist, dass das System des Roboters die Pflanzenerkennung optimieren kann, das heißt lernfähig ist. Das gelingt weil die Veränderbarkeit der Pflanze mit Hilfe von Fotos digital erfasst wird.

Herbizideinsatz im Ackerbau reduzieren

Der Feldroboter namens „ETAROB“ wurde am Institut für Mobile autonome Systeme und kognitive Robotik (MASKOR) an der Fachhochschule Aachen in Kooperation mit den Unternehmen Zasso GmbH und RIWO Agrarsoftware entwickelt. Zasso hat sich auf die elektrophysikalische Unkrautbekämpfung spezialisiert und RIWO hat die Steuerungssoftware für den autonomen Betrieb geschrieben.
Zielsetzung war es unter anderem, den Herbizideinsatz im Ackerbau zu verringern. Vorstellbar sei auch, dass der Feldroboter selektiv ernte. Als erster Schritt in die Praxis werde derzeit ein kleinerer Roboter entwickelt, der zunächst zur Unkrautbekämpfung im Weinbau eingesetzt werden soll.

Das Prinzip Strom wird aktuell in unterschiedlichen Einsatzbereichen getestet. Im Projekt „Smarte UNkraut Kontrolle“ suchen Landwirte der Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung e. V. (GKB), Bodenprofis, Berater und Digitalisierungsexperten nach Alternativen beim Verzicht auf Glyphosat und Pflug und testen unter anderem auch Technik aus dem hause Zasso. Wir berichten regelmäßig  über die Ergebnisse in der neuen agrarheute.com-Serie "Praxischeck Glyphosatalternativen".
Auch in der Krautminderung im Kartoffelanbau wird dieses Verfahren getestet. agrarheute hat im vergangenen Herbst ein Einsatzvideo mit einem Prototyp gedreht.

Mit Material von FH Aachen
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