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Ackerbau

Mit Breite in die Tiefe

von , am
08.02.2013

Das Marktsegment Grubber scheint auch für das Jahr 2013 ein hohes Potential zu bieten. Vielseitigkeit und eine spezielle Anpassung an Boden und Betriebsausrichtung sind Themen-Schwerpunkte beim Verkauf.

Die im reinen drei-Punkt-Anbau hydraulisch klappbaren TerraCult-Grubber von Vogel & Noot wurden neu überarbeitet. © Werkbild
Spricht man mit Grubber-Herstellern über die aktuelle Marktlage, dann blickt man zumeist in zufriedene Gesichter. Nach einem sehr positiven Jahr 2012, das sich bis auf die Frühkaufsgeschäfte ausdehnte, rechnet man für 2013 ebenfalls mit einem positiven Geschäftsverlauf (siehe AGRARTECHNIK 01/2013, Seite 28 bis 31). Das Techniksegment der Grubber hat aber schon in den davor liegenden Jahren - sowohl in der konventionellen als auch in der konservierenden Bodenbearbeitung - verstärkt an Bedeutung gewonnen.
 
Die vergleichsweise geringen Flächenleistungskosten sind längst im Fokus der Landwirte. Zudem haben Ökoprogramme zur nachhaltigen Bodenbewirtschaftung dazu beigetragen, den Trend zum Grubber zu verstärken. Diese Entwicklung wird sich weiter fortsetzen. AGRARTECHNIK hat sich mit verschiedenen Herstellern darüber unterhalten, welche Techniktrends sie dabei für die kommenden Jahre als vorherrschend betrachten.

Vielfältigere Nutzungsmöglichkeiten

Hierzu meint Stefan Kröger (Leitung Marketing von Köckerling): "In den kommenden Jahren werden Maschinen für die Stoppelbearbeitung mit vielfältigeren Nutzungsmöglichkeiten angeboten. Im Vordergrund wird die Nutzung der Maschinen für die Stoppelbearbeitung sein, aber die Maschinen müssen einen Mehrwert bieten. Das kann zum Beispiel die Aussaat von Zwischenfrüchten, das Einbringen von Gülle oder der Einsatz zur Saatbettbereitung sein. Auch in diesen Disziplinen müssen die Maschinen nicht nur ‚ausreichende’ sondern vielmehr ‚sehr gute’ Ergebnisse erzielen."
 
Amazone-Produktmanager Jürgen Schmidt erläutert: "Weil auf Betrieben mit hoher Flächenausstattung das Zeitfenster für die Bodenbearbeitung immer kürzer geworden ist, dürfte der drei- beziehungsweise vierbalkige Mulchgrubber vor allem auf den Betrieben mit konservierender Bodenbearbeitung seine Position als Schlüsselmaschine weiter ausbauen." Die Marktansprüche hinsichtlich Einsatzflexibilität, Ausstattung und Arbeitsbreite bezeichnet Jürgen Schmidt zudem als "ständig steigend".

Standortbezogene Technik

Auch Josef Hirtler (Vertriebsleitung bei Vogel & Noot) erwartet eine verstärkte Entwicklung zum mehrbalkigen Grubber mit einer deutlich höheren Anzahl an Zinken mit geringerem Strichabstand. Aber auch perfekte Einebnungswerkzeuge seien für die optimale Bodenbearbeitung unerlässlich. "Ebenso steigen die Anforderungen an die Nachlaufwalzen, die einen großen Einfluss auf die Arbeitsweise und Anwendungscharakteristik des Grubbers haben."
 
Daniel Brandt, aus dem Marketing von Horsch, erläutert: "Generell wird der Grubbermarkt immer spezieller. Es gibt nicht mehr den einen Grubber, der auf allen Betrieben optimale Leistung bringt. Deswegen hat Horsch inzwischen eine breite Palette an Modellen, die individuell auf die Anforderungen eines jeden Betriebes angepasst werden können. Standortbezogene Technik ist für uns das Schlagwort."

Scharsystem ausschlaggebend

Auch die Antwort von Dominik Haselhorst, Produktmanager bei Kverneland, geht in Richtung Scharsystem: "Der universelle Einsatz eines Grubbers ist nach wie vor sehr bedeutend und stark nachgefragt. Ausschlaggebend für Vielseitigkeit ist oftmals das Scharsystem, welches dann besonders in Augenschein genommen wird. Vermehrtes Interesse der Fachpresse mit Berichten zu Scharsystemen unterstreichen das und bestätigen die Besonderheit und hohe Stellung des wichtigsten Bestandteils am Grubber."
 
Inge Steibl aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Pöttinger erklärt: "Auf das Einmischen der Ernterückstände wird großes Augenmerk gelegt. Flaches, ganzflächiges Durchschneiden bei der Stoppelbearbeitung sind weitere Aspekte, wo die Kunden vermehrt auf die Technik achten. Wichtig dabei ist, dass keine zu tiefe Rillen vom Scharspitz im Bodenprofil hinterlassen werden, sondern eine abgestimmte Kombination von Scharspitz zu Flügel, wo dieses Phänomen nicht entsteht. Hinsichtlich Zugkraftbedarf ist entscheidend, wie aggressiv die Werkzeugposition ausgeführt ist."
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