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Ernte und Transport

Claas bleibt 2-Baureihen-Strategie beim Jaguar treu

von , am
29.10.2013

Paderborn - Claas setzt seine 2-Baureihen-Strategie mit den neuen Jaguar 800 und 900 fort und bietet mit insgesamt elf Modellen das nach wie vor breiteste Leistungsspektrum an Feldhäckslern weltweit an.

Claas hat seine beiden Häckslerreihen 800 und 900 überarbeitet. © Werkbild
Mit ihrem runderen Design gleicht sich die neue Jaguar 800er Baureihe den Formen der 900er an - und bietet damit nach Firmenangaben ebenfalls eine Luftführung für das Kühlsystem und eine gute Übersicht für den Fahrer. Zu mehr Übersicht tragen zudem die große Vista Cab Komfortkabine und das Cebis Bedienkonzept im neuen Jaguar 800 bei - mit allen Easy Funktionen und Fahrerentlastungssystemen, mit denen bisher nur der Jaguar 900 ausgestattet war.
 
Neu ist auch, dass die Jaguar 800 jetzt optional mit dem Multi Crop Cracker und einer mechanischen Beschleunigerspalteinstellung zur Gutflussoptimierung ausgerüstet werden können. Darüber hinaus haben sie einen mechanischen Schnellkuppler und hydraulische Flachkuppler zur schnellen Adaption der Vorsatzgeräte bekommen. Damit verfügen jetzt beide Baureihen über eine einheitliche Schnittstelle für die Vorsatzgeräte. Außerdem wird Dynamic Power, das System zur Anpassung von Motorleistung und Kraftstoffverbrauch an die jeweiligen Einsatzbedingungen, jetzt auch für die Jaguar 870 und 860 verfügbar sein.

Jaguar 900 mit automatischer Vorfahrtsregelung

Mit Hilfe des Systems Dynamic Cooling lassen sich laut Claas bis zu 12 kW Leistung einsparen. © Werkbild
Eine Neuheit für die Jaguar 900 Baureihe ist Dynamic Cooling, die automatische Drehzahlanpassung des Lüfterrades in Abhängigkeit von Kühlerwasser-, Hydrauliköl- und Ladelufttemperaturen mittels Variatorantrieb. Bei reduzierter Kühlleistung lassen sich damit laut Claas bis zu 12 kW Leistung einsparen, die stattdessen in Häckselleistung umgesetzt werden können.
 
Als Neuheit für den Jaguar 980 bietet Claas außerdem die automatische Vorfahrtsregelung Cruise Pilot - bisher bekannt vom Lexion - an. Der Cruise Pilot sorgt dafür, dass der Häcksler in dicken und dünnen Beständen immer mit der optimalen Motorauslastung im Einsatz ist. Die Motorsolldrehzahl kann im Cebis vorprogrammiert werden. Der Fahrer kann zwischen den drei Strategien Tempomat (konstante Geschwindigkeit), Leistung (konstanter Durchsatz) und maximale Motorauslastung wählen.

Gleichmäßige Vorpressung und stufenlose Schnittlängeneinstellung

Eine weitere Neuerung des Jaguar 900 befindet sich im Bereich der Vorpresswalzen: Hier zieht jetzt ein Zugzylinder die hintere obere Walze mit konstantem Druck auf das Erntegut und sichere so eine schichthöhen-unabhängige Vorpressung. Damit könne bei dünnen Schwaden eine optimale Vorpressung und damit Häckselqualität sichergestellt werden. Dank der neuen stufenlosen Schnittlängeneinstellung Comfort Cut entfalle jetzt beim Jaguar 900 die Schaltstelle am Einzugsantrieb. Die Schnittlängenanpassung ist jetzt über den gesamten Schnittlängenbereich möglich. Dies bedeute mehr Leistung am Einzugskanal und Flexibilität bei der trockenmasseabhängigen Schnittlängenwahl für den Anwender.
 
Beim Fahrwerk der neuen Jaguar 900 ermögliche die steiler angestellte Hinterachse einen noch größeren Lenkeinschlag von bis zu 47 Grad und einen entsprechend geringeren Wenderadius von bis zu 12,5 m. Außerdem sind für die 900er nun noch größere Bereifungen mit bis zu 2,05 m Durchmesser an der Vorderachse und 1,65 m an der Hinterachse verfügbar.

Neuheiten im Cebis Bedienkonzept beider Baureihen

Das Cebis Bedienkonzept wartet mit ebenso mit einigen Neuerungen auf. © Werkbild
Das Cebis bietet zusätzliche Einstellparameter. So kann beispielsweise beim Einbau gebrauchter Messer der Messerrestzustand im Cebis eingegeben werden. Des Weiteren kann der Fahrer nun im Anhäckselmodus über Voreinstellungen einen Teil der Automatikfunktionen zunächst ausschalten, um die Maschine von Hand zu steuern. Fährt der Häcksler schließlich auf den langen Bahnen wieder volle Leistung, lassen sich sämtliche Automatikfunktionen über einen Knopfdruck erneut zuschalten. Das Cebis verfügt jetzt außerdem über einen Tag-/Nachtmodus und zeigt bei Rückwärtsfahrt die Heckkamera-Ansicht an.
 
Beim Orbis Maisgebiss gibt es ein neues 3-Gang-Eingangsgetriebe für die Anpassung an unterschiedliche Erntebedingungen. Das Direktschneidwerk Direct Disc kann jetzt dank einer zusätzlichen Kupplung zweistufig eingeschaltet werden.

Größere Kraftstofftanks und neues Wartungskonzept

Das neue Wartungskonzept für alle Jaguar 800 und 900 soll den schnellen Ein- und Ausbau von Corn Cracker und Beschleuniger ermöglichen. © Werkbild
Beide Jaguar Baureihen verfügen über viele Motorvarianten. Claas bietet für alle Modelle verschiedene Mercedes-Benz-Motoren an, die den Abgasbehandlungsvorschriften in den jeweiligen Einsatzländern entsprechen - von Stage IIIA (Tier 3) über Stage IIIB (Tier 4i) bis Stage IV (Tier 4). Zur Erfüllung der Abgasreinigungsstufe Stage IV (Tier 4) verbaut Claas die neuesten 6-Zylinder-Reihenmotoren von Mercedes-Benz - OM 470, 471 und 473.
 
Die Abgasreinigung erfolgt, sofern vorhanden, bei allen Motoren über einen SCR-Katalysator. Nur im Jaguar 970 und 980 arbeiten weiterhin MAN-V8- bzw-V12-Motoren. Obwohl die neuen Motoren sparsamer sind, rüstet Claas die neuen Jaguar außerdem mit noch größeren Kraftstofftanks (bis zu 1.500 l) aus, um die Tankintervalle zusätzlich zu verlängern.
 
Eine weitere Gemeinsamkeit der Jaguar 800er und 900er Baureihen ist das neue Wartungskonzept, das zu deutlichen Zeiteinsparungen führt. Um den Corn Cracker aus- und einzubauen, lässt sich die aufgestellte rechte Seitenklappe zusätzlich um 90 Grad nach hinten öffnen. Das erleichtert den Zugang, um das Aggregat zum Beispiel per Gabelstapler ein- und auszubauen. Auch der Beschleuniger lässt sich jetzt auf diese Weise seitlich aus der Maschine herausheben. Der steigenden Bedeutung des Siliermitteleinsatzes speziell im Gras begegnen die neuen Jaguar Baureihen mit einem großen Tankvolumen von 375 l und einer Dosierleistung von bis zu 400 l/h bzw. 2 l/t.
 
Die Jaguar 800 und 900 werden ab Januar 2014 verfügbar sein.
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