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Techniktrend

Comeback der mechanischen Unkrautbekämpfung

Köckerling Flatliner - Flachgrubber
am Montag, 24.02.2020 - 14:54 (Jetzt kommentieren)

Eine erfolgreiche Bestandsführung wird durch viele Einflüsse und Vorgaben immer schwieriger. Wir zeigen, welche Möglichkeiten es für einen Ackerbau ohne Herbizide gibt.

Mechanik statt Chemie ist der Trend - vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass nach dem derzeitigen Willen der Politik die Zulassung von Glyphosat endet.Insbesondere flach arbeitende Maschinen liegen im Fokus des technischen Fortschritts. Sie haben ein breites Einsatzfeld vom Stoppelsturz über die Einarbeitung von Zwischenfrüchten bis hin zur Anlage eines Saatbetts – das Ganze selbstverständlich mit hoher Schlagkraft. Aber auch in anderen - der Bodenbearbeitung angrenzenden - Bereichen hat sich viel getan und so stehen für verschiedenste ackerbauliche Probleme ganzjährig Lösungen parat.

Flach bleiben, Wasser sparen

Nachdem das Getreide vom Feld ist, müssen die Weichen für die Folgekultur gestellt werden. Dazu gehört die zeitnahe Bearbeitung des Felds: je schneller, desto besser. Zunächst gilt es, die Kapillaren zu brechen und so die Restfeuchte im Boden vor dem Verdunsten zu schützen. Das ist wichtig, damit Ausfallgetreide und Unkrautsamen zügig und möglichst vollständig auflaufen. Damit dies klappt, sollte der Stoppelsturz so flach wie möglich sein; wenige Zentimeter sind das Ziel.

Jedoch sollen Boden und Ernterückstände auch gut miteinander vermischt werden. Mittel der Wahl sind hier Kurzscheibeneggen. Die kommen auch bei hohen Strohmengen nicht in Schwierigkeiten, arbeiten aber nicht immer flächig in geringer Tiefe.

Tiefe Grundbodenbearbeitung

Striegel von Hatzenbichler

Nach einer tieferen Grundbodenbearbeitung sind die aufgelaufenen Pflanzen und die Ernterückstände mit dem Oberboden vermischt und die Saat kann erfolgen. Eine gute Rückverfestigung sorgt für ein gleichmäßiges Auflaufen des Bestands. Das ist wichtig, wenn unerwünschte Beipflanzen mechanisch bekämpft werden sollen. So kann blindgestriegelt werden, bevor die Hauptkultur auf dem Acker keimt und beschädigt wird. 

Bei späteren Pflegearbeiten sind die Pflanzen im gleichen Wachstumsstadium und das Einstellen der Maschine an den Bestand ist einfacher. Um einen Kompromiss zwischen Aggressivität und Pflanzenschonung zu finden, ist der Zinkendruck beim Striegel entscheidend. 
 

Mechanik punktet in weiten Reihen

Mechanische Unkrautbekämpfung mit der Hacke

Alternativ zum Striegeln lassen sich Begleitpflanzen durch Hacken entfernen. In Mais, Rüben und Sonderkulturen sorgen GPS- oder kamerageführte Hackmaschinen mit Verschieberahmen auch bei hohen ­Geschwindigkeiten dafür, dass den Pflanzen die Schare nicht zu nahekommen. Als ­Alternative zum chemischen Pflanzenschutz hält diese Technik derzeit auch im Getreide verstärkt Einzug. Dazu sind bereits zur Saat die Grundlagen zu schaffen: Die Reihenabstände müssen ausreichend breit sein, im Regelfall 25 cm. 

Die ausgefeilte Technik ist das eine, denn die mechanische Bestandsführung ist in hohem Maß vom Wetter abhängig. Der Boden muss ausreichend trocken sein, um ihn überhaupt mit dem Schlepper befahren zu können. Nur so vertrocknen entwurzelte Pflanzen zügig und kleine Beipflanzen lassen sich sicher mit Erde verschütten.

Für eine erfolgreiche Unkrautbekämpfung sind in der Regel mehrere Arbeitsgänge notwendig. Fällt ein Arbeitsgang aus, wachsen die Unkräuter weiter und sind für eine erfolgreiche Bekämpfung in den darauffolgenden Maßnahmen oft zu groß.

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