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Ackerbau

Controlled Row Farming: Amazone und Agravis starten Versuchsprojekt

Sä- und Hacktechnik auf dem Versuchsfeld.
am Dienstag, 28.07.2020 - 15:18 (Jetzt kommentieren)

Unter dem Titel „Controlled Row Farming“ (CRF) wird ein vollkommen neues Ackerbauverfahren für die Landwirtschaft vorgestellt, bei dem jede pflanzenbauliche Maßnahme im Bezug zu einer festen Reihe erfolgt.

Die Unternehmen Amazone und Agravis haben mit CRF (Controlled Row Farming) in 2020 ein langfristig angelegtes Ackerbauprojekt gestartet. Im Versuch geht es um den bedarfsgerechten Einsatz von Betriebsmitteln. Das geschieht immer unter der Prämisse, angemessene Erträge und Erlöse zu erzielen. 

Biodiversität soll im Versuch intensiv gefördert werden - möglichst ohne Effizienzverluste im Ackerbau. Somit ist das Projektziel von CRF definiert: Biodiversität und Effizienz im Ackerbau im Einklang bringen. Dass sich die beiden Ziele bestenfalls unterstützen, soll in den kommenden Jahren nachgewiesen werden.

Was ist Controlled Row Farming?

Illustration Getreide in Doppelreihen mit Begleitpflanzen.

Beim Controlled Row Farming werden fixe Reihenweiten beim Anbau der Kulturen festgelegt. Die Reihenweite der Kulturen ist fix auf 50 cm festgeschrieben. Die Getreideaussaat erfolgt in Doppelreihen mit entsprechender Reihendüngung. 

Je nach Fruchtfolge kann die Reihe um 25 cm versetzt werden, um zum Beispiel den Vorfruchtwert der Untersaat zu nutzen.

Der Pflanzenschutz wird per Bandapplikation oder im späteren Wachstumsstadium per Dropleg-System durchgeführt. Somit wird wieder jede Reihe für sich betrachtet und behandelt.

Um die Reihen zielgenau zu treffen, ist der Einsatz von Spurführungssystemen mit RTK-Steuerung oder Kameratechnik nicht weg zu denken.

Hacktechnik beim reihenbezogenen Ackerbau mit besonderer Bedeutung

Die Hacktechnik nimmt beim Versuchsaufbau vom Controlled Row Farming einen besonderen Stellenwert ein. Sie wird zur mechanischen Unkrautbekämpfung in Kombination mit reihenbezogenem Pflanzenschutz, gezielter Düngerapplikation und Saat von Begleitpflanzen zwischen den Reihen eingesetzt.

Da die Begleitpflanzen keinen Kontakt zu der Hauptkultur haben, werden sie weder gedüngt noch mit Pflanzenschutzmitteln behandelt. Sie leisten damit ausschließlich einen positiven Beitrag zur phytosanitären Unterstützung der Hauptkultur, zur Bodenfruchtbarkeit und zur Biodiversität.

CRF mit unterschiedlichen Intensitäten

Mais und Ackerbohnen in der  Versuchsanlage

Im Versuch soll nachgewiesen werden, dass es Unterschiede in der Effizienz gibt. Eine Variante konzentriert sich daher auf den Maximalertrag (geringe Konkurrenz der Begleitpflanzen), eine weitere hat Biodiversität im Fokus (verminderte Intensität bei Düngung und Pflanzenschutz).

Diese beiden Varianten werden sowohl im CRF-Verfahren als auch im üblichen Bewirtschaftungsverfahren auf einer Versuchsfläche von 10 ha angelegt. Die Meinung von Praktikern ist bei den Unternehmen gefragt, da in den Versuchen neue Technologien und Werkzeuge zum Einsatz kommen sollen.

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