Login
Ernte und Transport

Disco 9200 C Autoswather: Claas-Mähkombi im Praxistest

© Matthias Mumme/traction
von , am
24.07.2015

Mähkombinationen mit Schwadzusammenlegung sind vor allem für die Biomasseproduktion interessant. Die traction-Redaktion hat den neuen Disco 9200 C Autoswather von Claas getestet.

Update: Claas hat 2014 nahezu seine komplette Disco- Baureihe überarbeitet – so auch die Autoswather-Variante. © Matthias Mumme/traction
Großflächenmähwerke mit Schwadzusammenlegung sind vor allem für Biomasseproduzenten interessant. Sie setzen die Maschinen schwerpunktmäßig in Grünroggen oder Triticale und späten Schnitten mit geringem Aufwuchs ein. Claas spielt in dieser Liga mit dem neuen Disco 9200 C Autoswather mit, das seit dieser Saison das 9100 CAS ablöst. Die traction-Redaktion hat das Mähwerk im dritten Schnitt begutachtet. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Test.
 
 
Technischen Daten des Disco 9200 C Autoswather:
  • Mähbalken: Max-Cut-Mähbalken mit 8,90 m bis 9,10 m Arbeitsbreite
    2 x 8 Mähscheiben mit je zwei Klingen
    hydropneumatische Entlastung
    hydraulische Anfahrsicherung
  • Antrieb: 1.000 U/min (850 U/min)
    Load Sensing + ein dw Anschlüsse (Entlastung, Ausheben/Klappen) oder Power Beyond plus freien Rücklauf
  • Schwadbänder: 200 bis 1.200 U/min
    drei mögliche horizontale Positionen
    Schwadbreite 1,60 bis 3,20 m
  • Gewicht: 3.590 kg (Heckeinheiten)
  • Preis: ab 78.935 Euro
Die 9,10 m effektive Schnittbreite kann das Disco 9200 C Autoswather entweder komplett in Breitablage, komplett auf ein Schwad oder teils breit und teils auf Schwad ablegen. In der letzten Variante wird das Erntegut einer Heckmäheinheit auf das breit abgelegte Erntegut des Frontmähwerks gelegt, während die andere Heckmäheinheit komplett breit ablegt.

Schwadzusammenlegung: Bänder mit Boost

Bei Hin- und Rückfahrt ergeben die zwei je sechs Meter breiten Bahnen eine zwölf Meter breite Matte – ideal für Vierkreiselschwader. © Matthias Mumme/traction
Die 90 cm breiten Gummibänder mit Förderleisten und 2,80 m Förderweg wurden nahezu 1:1 vom Disco 9100 übernommen. Der Antrieb erfolgt nach wie vor hydrostatisch mit je einem 25 cm³ fassenden Ölmotor. Hier hat man jetzt noch zwei Möglichkeiten der Ölzufuhr:
  • per Load Sensing oder
  • mit einem doppeltwirkenden Steuergerät (permanenter Ölumlauf)
Die Option mit eigenem Ölkreislauf und Kühler, wie bei unserer Testmaschine, ist noch auf Anfrage für Kunden mit älteren Traktoren mit geringer Hydraulikleistung verfügbar.
 
Die Umfangsgeschwindigkeit der Bänder lässt sich wie gehabt im Terminal zwischen 200 und 1.200 U/min verstellen, wobei die Anzeige leider immer noch in Prozent (zwischen 0 und 100) erfolgt und nicht in U/min.
 
Sehr gut gefiel den Technikexperten der traction: Beim Mähen quer zum Hang können beide Bandeinheiten individuell mit unterschiedlichen Drehzahlen belegt werden, um auch hier ein gleichmäßiges Schwad mit dem größten Mengenanteil in der Schwadmitte zu formen. Diese Drehzahlen lassen sich bei der Rückfahrt per Knopfdruck spiegeln.

Schwade zwischen 1,60 m und 3,20 m möglich

Über die Banddrehzahl können Schwadform und -breite feinfühlig an Gutart und Erntemenge angepasst werden. Darüber hinaus können die zwei Bandeinheiten durch Umschrauben dreifach in ihrer Position verändert werden. Je nach
  • Bandposition,
  • Banddrehzahl und
  • Aufwuchs
lassen sich so Schwade mit Breiten zwischen etwa 1,60 m und 3,20 m formen. Auf ein mittiges Schwadblech oder Schwadtuch verzichtet Claas auch beim Disco 9200 C Autoswather. Im Praxiseinsatz konnten die traction-Redakteure hier keinen Nachteil feststellen.

Belt Boost sorgt für optimales Schwad am Vorgewende

Einzigartig ist nach wie vor der Belt Boost, den sich Claas schon vor Jahren patentieren ließ. Dabei werden beide Bänder am Vorgewende auf 80 Prozent der maximalen Drehzahl beschleunigt (1.200 U/min Bandgeschwindigkeit werden in der Praxis nicht gefahren, sondern überwiegend untere Drehzahlbereiche mit rund 40 Prozent der Maximaldrehzahl).
 
Das hat zwei Effekte: Zum einen wird das Schwad so etwas verkürzt und hat genügend Abstand zum Querschwad am Vorgewende. Und zweitens wird das Schwadende dadurch "angespitzt", was das Einfahren der nachfolgenden Bergetechnik vereinfacht - eine immer noch clevere Lösung.
 
Auch interessant