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Ackerbau

Drilltechnik: Präzise Ablage bei schneller Fahrt

von , am
27.01.2012

Bei der Aussaat sind hohe Präzision, große Flächenleistung und universeller Einsatz der Maschinen gefragt.

Bei der Direktsaat wird der Boden nicht umgebrochen, sondern er wird nur beim Säen oberflächlich angeritzt. © agrartechnik
Wie sich die Unternehmen diesen Anforderungen stellen, welche Neuheiten und Trends den Markt beherrschen und wie sich die Umsatzentwicklung darstellt, konnte AGRARTECHNIK von verschiedenen Herstellern erfahren.
 
Jahrhunderte mussten die Bauern ihr Getreide von Hand aussäen. Erst mit der Mechanisierung der Landwirt­schaft breiteten sich Maschinen für diese Arbeit flächendeckend aus. Dabei gehen Funde erster, einfacher Sämaschinen so­ gar bis in die Zeit vor Christus zurück. In Europa kamen diese erst langsam nach dem Mittelalter auf.

Drillen vs. Pneumatik

Der Vorteil gegenüber der Handaussaat liegt natürlich in der höheren Flächenleis­tung. Darüber hinaus sind Tiefenablage und Verteilgenauigkeit gleichmäßiger, was zu geringerem Vogelfraß und gleich­mäßigem Feldaufgang führt. So lässt sich zusätzlich Saatgut einsparen. Die Bezeichnung Drillmaschine leitet sich von den Dosiersystemen ab, bei de­nen sich drehende (drillende) Nocken­ oder Zellenräder die Zuteilung überneh­men. Dieses mechanische System ist heute noch üblich.
 
Allerdings muss es immer stärker mit pneumatischen Aus­bringvarianten konkurrieren. Dieses Ver­fahren, bei dem ein Luftstrom die Körner nach dem Dosierorgan mitnimmt und in einem Verteilkopf auf die einzelnen Sä­rohre aufteilt, stellte Accord schon 1966 vor. Über aktuelle Trends, neue Entwick­lungen und die derzeitige Marktlage le­sen Sie im Folgenden.
 
Pneumatische Systeme nehmen zu
 
Bei den Drillmaschinen bis drei Meter Ar­beitsbreite liegen die mechanischen Sys­teme immer noch klar vorne. Nach An­gaben von Amazone, Sulky und Kverneland beträgt der Anteil mecha­nischer Systeme etwa zwei Drittel der verkauften Maschinen. Regent geht gar von 80 Prozent aus. Bei Kuhn überwie­gen die mechanischen Drillmaschinen bis zu einer Arbeitsbreite von vier Meter ebenfalls.
 
Väderstad hat seine Geräte bis drei Meter Arbeitsbreite nur in der me­chanischen Version im Angebot. Lemken gibt an, dass in den letzten Jahren die pneumatischen Systeme stark zugenom­men haben und sich mit den mecha­nischen Varianten schon die Waage hal­ten.
 
Für die mechanischen Drillmaschinen sprechen nach Angaben von Agrisem die einfache Technik und der geringere Preis. Michael Mersmann aus dem Marketing von Amazone ergänzt dies um die Punkte bewährte Technik und gute Zugänglich­keit. Alexander Grühl von der Firma Kuhn stellt fest: "Mechanische An­baudrillmaschinen, die in Kombination oder solo gefahren werden können, sind ebenfalls noch häufig zu finden, werden aber immer öfter durch aufgebaute und fest installierte Drillmaschinen ersetzt."
 
Europa: Mechanische Sämaschinen überwiegen
 
Nach Einschätzung von Josef Hirtler von Vogel & Noot überwiegen am europä­ischen Markt in Summe klar die mecha­nischen Sämaschinen. "Vor allem in klei­neren bis mittleren Strukturen in Mittel­, Süd­ und Osteuropa wird die mecha­nische Technik nachgefragt. Bei nicht klappbaren Geräten sehen wir die me­chanischen Geräte aufgrund der einfa­cheren und weniger komplexen Technik im Vorteil."
 
Auch Pneumatik bietet Vorteile
 
Horsch bietet ausschließlich pneuma­tische Drillmaschinen an und begründet dies mit einer erhöhten Präzision und besseren Feldaufgängen. Auch bei Kö­ckerling sind nur pneumatische Drillma­schinen im Angebot. Als Vorteil nennt Marketingleiter Stefan Kröger, dass pneu­matische Drillmaschinen auch mit großen Arbeitsbreiten angeboten werden können. Weiterhin würden sich mit dem pneumatischen System Vorteile in der Flexibilität bei der Konstruktion von Drillmaschinen ergeben. Josef Böcker von der Firma Lemken beschreibt die Vorteile der pneumatischen Drillmaschinen so: "Sie haben einen großvolumigen Behälter zentral angeord­net, der das hydraulische Einklappen auf eine Transportbreite von drei Metern er­möglicht. Auch das Befüllen und Entlee­ren der Saatgutbehälter ist bei pneuma­tischen Drillmaschinen einfacher und geht schneller. So kommen die pneuma­tischen Drillmaschinen vor allem bei größeren Ackerbaubetrieben und Lohn­unternehmern zum Einsatz."
 
Einen wei­teren Vorteil sieht Lars­Wilhelm Funk von der Firma Agrisem darin, dass sich die Möglichkeit bietet, pneumatische Fronttanks zu nutzen. Mit diesen lassen sich verschiedene Saatschienen einset­zen, und das Befüllen und Abdrehen ist einfacher. Außerdem verteilen sich die Lasten zwischen Front­ und Heck gleich­mäßiger.

Den kompletten Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe der AGRARTECHNIK.
 
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