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Ackerbau

Elektronik in der Gülletechnik: Wissen, was drin ist

von , am
20.12.2013

Die bevorstehende Änderung der Düngeverordnung lässt Verschärfungen bei den Nährstoff-Mengen und kleinere Zeitfenster zur Gülle-Ausbringung erwarten. Das erhöht die Anforderungen an die Gülletechnik.

Selbstfahrer Terra-Variant. © Werkbild
Landwirte suchen nach mehr Schlagkraft, Bodenschonung für die Ausbringung in wachsenden Bestände und einem exakten Nährstoff-Management bei ihrer neuen Gülletechnik. Mit zahlreichen Neuheiten geht Zunhammer in die neue Saison. Firmeninhaber und Geschäftsführer Sebastian Zunhammer sen. hofft, die guten Ergebnisse der vergangenen Jahre fortsetzen zu können. In 2013 konnte das Familienunternehmen einen Umsatz von gut 30 Millionen Euro erzielen, ein Plus von etwa 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Stückzahl der gefertigten Güllewagen steigt zwar nicht, wohl aber der Wert der Einzelfahrzeuge durch die gehobene Ausstattung und Größe. Die Zahl der Mitarbeiter ist ebenfalls angestiegen, auf jetzt 120.
 
"Zunhammer ist der führende Hersteller von Gülle-Selbstfahrern", stellt der Firmenchef fest. "Insgesamt sind mehr als 600 Selbstfahrer mit unserer Gülletechnik im Einsatz." Und jedes Jahr kommen neue hinzu. So konnten im laufenden Jahr rund 40 Fahrzeuge auf Holmer TerraVariant und Claas Xerion aufgebaut und in den Markt gebracht werden.

Dünge-Verordnung wird schärfer

Die Novellierung der Dünge-Verordnung im nächsten Jahr sieht eine Pflicht für die Dokumentation der Ausbringmengen vor. Außer der handschriftlichen Lösung bietet Zunhammer schon jetzt Möglichkeiten, Aufzeichnungen über ISOBUS zu automatisieren. Seit dem 1. Oktober 2013 ist Zunhammer Mitglied des CCI und bietet seinen Kunden jetzt ein entsprechendes ISOBUS-Terminal an. Im neuen Zuni-X-Trac und beim Holmer Variant ist es bereits integriert, um alle Funktionen der komplexen Maschinen steuern zu können. Die Vorteile der elektronische Vernetzung durch ISOBUS nutzt Zunhammer schon seit 2005, wie beispielsweise die Kombination mit GPS-gesteuerter Ortung, die Aufzeichnung von Daten per USB wie Kubikmeter pro Hektar, die Übertragung der Daten per Funk ins Büro oder das Ausdrucken der Daten im Traktor oder im Büro.
 
Ergänzt wird diese Dokumentation durch das bekannte VAN-Control, den NIR-Sensor, der in der Gülle die N-, P- und K-Gehalte misst. "Immer mehr Kunden erkennen die Vorteile der direkten Nährstoffmessung am Fass", berichtet Sebastian Zunhammer. "Nur, wenn die Werte bekannt sind, kann ich bedarfsgerecht düngen und im besten Fall, wenn die Nährstoffgehalte der Gülle geringer sind als vom Amt geschätzt, mehr Kubikmeter pro Hektar ausbringen."

Gülleketten optimieren

Der Anteil professioneller Gülle-Logistik mit LKW-Tanksattelaufliegern (rund 30 Kubikmeter Transportvolumen) und traktorgezogenen Tankwagen zur Gülleverteilung im Feld wächst enorm. Bisher mussten diese Transportfahrzeuge in Pufferbehälter überladen werden oder hatten Standzeiten, weil das Ausbringfahrzeug das Behältervolumen des Transporters nicht komplett übernehmen konnte. Der neue Profi-FANT 30 von Zunhammer mit 30 Kubikmeter Tankvolumen schafft es, solche großen Gülletransporter in einem Zug leer zu saugen."Damit entfallen Standzeiten der Transportfahrzeuge und auch lange Ackerschläge können mit großen Arbeitsbreiten ohne Nachzufüllen abgedüngt werden. In Versuchen haben wir mit dem Gespann so schon die enorme Stundenleistung von bis zu 220 Kubikmeter erreicht", erläutert Senior-Chef Sebastian Zunhammer.
 
Das System besteht aus einem 30 Kubikmeter fassenden dreiachsigen Gülletankwagen, der über ein FANT Andocksystem in der Fronthydraulik eines Standardschleppers in nur drei Minuten befüllt werden kann. Im Heck des Gülletankwagens befindet sich eine Heckhydraulik mit vier Punkten (KAT III) zum Ankoppeln der Verteiler. Somit ist der Transport und die Ausbringung der Gülle logistisch getrennt.
 
Neben großer Schlagkraft vereint der neue Zuni-X-Trac von Zunhammer ein komplettes elektronisches Steuer- und Regelsystem zur präzisen Gülledüngung. Das Fahrzeug basiert auf dem neuen Claas Xerion Saddle-Trac mit Abgas- und verbrauchsoptimiertem Motor (435 PS = 320 kW), stufenlosem Getriebe, Breitreifen, Allradlenkung und 50 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit.
 
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