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Ernte und Transport

Der Ernte verpflichtet

von , am
06.07.2012

Das Geschäft mit Verschleiß- und Zubehörteilen für Mähdrescher hat sich stark zum positiven entwickelt. Dabei wird immer stärker auf Forschung gesetzt, um Standzeit und Leistung zu erhöhen.

Rapstrenner von der Firma Ziegler gibt es mit elektrischem und hydralischem Antrieb. © Werkbild
Wirft man einen ersten unbedarften Blick auf den Markt für Verschleiß- und Zubehörteile im Bereich Mähdrescher, könnte man voreilig zu dem Schluss kommen, es handle sich um ein ruhiges Fahrwasser. Schließlich werden die Produkte alljährlich in einer abschätzbaren Masse gebraucht. Und in Krisenzeiten investieren die Betriebe - bevor man sich eine neue Maschine anschafft - sogar noch lieber in Zubehör. Wer diesen Markt folglich für einen sicheren Hafen hält, hat aber weit gefehlt.

Viele Billiglohnteile auf dem Markt

Die Erstausrüster (OEM) verlangen permanent längere Standzeiten für die Produkte. Das fordert natürlich enorme Kosten bei der Entwicklung. Diese können aber wiederum nur schwer umgelegt werden, da der Markt - insbesondereder Verschleißteilemarkt - inzwischen mit Produkten aus Billiglohnländern überschwemmt wird. Diese haben zwar bei weitem nicht die Qualität der (originalen) High-End-Teile, aber der Anwender greift immer wieder zu ihnen. Dennoch sieht man gegenwärtig bei den Unternehmen in zufriedene Gesichter.
 
Der Landtechnikmarkt bewegt sich auf hohem Niveau. Der allgemeine Druck hält sich somit in Grenzen. Die dlv-Fachzeitschrift AGRARTECHNIK hat sich mit einigen Herstellern über die aktuelle Lage unterhalten.
 
Hersteller zur aktuellen Lage
 
Christiane Pechstein von der Firma Schumacher erläutert die letzten Jahre folgendermaßen: "Durch die Entwicklung zu leistungsstarken Mähdreschern und Druschverfahren gewinnt der Bedarf an Qualitätskomponenten weiter stark an Bedeutung. Wir sehen, dass Komponentenanbieter, die mit den Bereichen Innovationen und technischem Service für den Anwender auch direkt erreichbar sind, eine hohe Wertschätzung genießen. Dies betrifft nicht nur die europäischen Märkte, sondern gerade auch die erstarkenden Ernteregionen in Brasilien und Russland. So bietet Schumacher ganzjährig eine technische Beratung bei Wartung und Umrüstung von Schneidwerken sowie zusätzlich eine Hotline in der Erntezeit, bei der Service und Vetrieb rund um die Uhr erreichbar sind."
 
Ähnlich äußert sich Dr. Christoph Jordan, Geschäftsführer von Busatis: "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Toppqualität für Lohnunternehmer unbedingt erforderlich ist und auch gewünscht wird. Gerade bei der Ernte können sie Stillstandszeiten nicht gebrauchen. Die Kosten für eine reparaturbedingte Stillstandszeit bei der Ernte sind oft viel höher als die Mehrkosten für die Ausstattung der Maschine mit Toppqualität." Für das laufende Jahr erwartet Dr. Christoph Jordan deshalb etwa die gleiche oder eine leicht steigende Stückzahl gegenüber letztem Jahr.
 
Dr. Georg Appel, Vertriebsleiter bei Ziegler, sieht das enorme Wachstum in den vergangenen Jahren vor allem durch den international steigenden Anbau von Raps begründet. Auch er betrachte die Marktlage als zufriedenstellend. Allerdings, so Dr. Georg Appel, schränke der enorme Maisanbau für Biogasanlagen die Anbauflächen ein.
 
Frank Wupper von der Firma Rasspe (Schumacher Gruppe) rechnet für 2012 mit sehr guten Zuwächsen. Auch er verweist darauf, dass ein Mähdrescher heute in der Regel vom Lohnunternehmer genutzt wird. "Maschinenstillstand durch Materialausfall ist ein Kostenfaktor. Standzeiten der Produktesind wichtig. Wenig schrauben oder wechseln während der Ernteperiode muss das Ziel sein." Langfristig sieht Frank Wupper keine großen Gefahren: "Die Erwartung ein für die Zukunft sind durch die zu ernährende, wachsende Weltbevölkerung und den Bedarf an nachwachsenden Rohstoffen exzellent."
 
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