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Ernte und Transport

Erste vollmechanisierte Gurkenerntemaschine vorgestellt

von , am
07.08.2013

Aufwändige Handarbeit soll bei der Gurkenernte bald der Vergangenheit angehören: Mit der ersten vollmechanisierten Gurkenerntemaschine. Als Vorbild diente ein Tomatenvollernter.

Der erste vollmechanisierte Gurkenernter. © Dr. Jens-Uwe Schade/mil.brandenburg
Ein neuer High-Tech-Flieger soll die Gurkenernte revolutionieren. Heinz-Peter Frehn, Geschäftsführer des Gurkenhofs Frehn hat am Montag Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger die erste vollmechanisierte Gurkenerntemaschine vorgestellt. Als Vorbild diente ein Tomatenvollernter.
 
Gurkenernte ist ein aufwändiges Geschäft: Nur wenige Zentimeter über dem Boden, in anstrengender Bauchlage, bei Staub und Hitze, mussten sich bislang Saisonkräfte darum bemühen, möglichst viele erntereife Gurken vom Feld zu pflücken.

Mit dem neuen Gerät erfhofft man sich aber nicht nur weniger Personalaufwand. Die vollmechanische Lese soll auch eine Reduzierung der Pflückdurchgänge um die Hälfte ermöglichen. In der diesjährigen Erntesaison kommen die weiter optimierten Verfahren der vergangenen Jahre erfolgreich zum Einsatz. 

Tomatenvollernter war Vorbild

Für die vollmechanisierte Gurkenerntemaschine wurde ein Tomatenvollernter der Firma Pomac weiterentwickelt. Die Aufnahmeeinheit des Tomatenvollernters hat man zunächst auf die Bedingungen von Einlegegurken angepasst und auf den Anbau mit und ohne Folie spezifiziert. Die Abtrenneinheit wurde bezüglich Schüttelfrequenz, Spaltabständen und Sortiergüte umgerüstet.
 
Darüber hinaus haben die Kooperationspartner des Projekts (Gurkenhof Frehn, Biohof Schöneiche und die Obst- und Gemüseverarbeitung "Spreewaldkonserve" Golßen GmbH) in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim e.V. (ATB) zahlreiche Versuche hinsichtlich Fahrgeschwindigkeit, Sortierung, Sorte und Ertrag aber auch zur mechanischen Belastbarkeit der Gurken durchgeführt.

Spreewald auf Platz 2 im Gurkenanbau

Die Verarbeitungskapazitäten im Spreewald liegen bei rund 40.000 Tonnen Freilandgurken pro Jahr, die auf etwa 600 Hektar angebaut werden. Hierfür werden 3.500 Arbeitskräfte in der Anbau- und Verarbeitungszeit pro Saison beschäftigt.
 
"Rund 650.000 Euro kamen zum Einsatz, um vorhandene Erntetechnik für die Bedürfnisse der Spreewaldbauern zu modifizieren. Trotz ihres großen Erfolgs müssen sich auch die Gurkenanbauer dem zunehmenden Konkurrenzdruck erwehren. Moderne Erntetechnologie verbessert ihre Marktposition. Vor allem die steigenden Arbeitskosten stellen die Betriebe in Brandenburg vor Probleme, die Gurkenproduktion im industriellen Maßstab zu erhalten", berichtet der brandenburgische Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger.
 
Kritiker bemängeln allerdings, dass der Einsatz der neuen Maschine zum Verlust von Arbeitsplätzen führt.
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