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Ernte und Transport

Eurasische Zollunion fixiert Sonderzoll für Mähdrescher

von , am
27.07.2013

Moskau - In der russisch-weißrussisch-kasachischen Zollunion gilt seit dieser Woche ein Sonderzoll auf den Import von Mähdreschern aus Drittländern in Höhe von 26,7 Prozent.

Die Eurasische Wirtschaftskommission will den heimischen Landtechnikmarkt mit Schutzzöllen stützen. © Dave/Fotolia
Den verstärkten Schutz dieses Marktsegments gegen die ausländische Konkurrenz hat das Kollegium der Eurasischen Wirtschaftskommission (EWK) Ende Juni nach Abschluss einer "Antidumping-Untersuchung" beschlossen. Die Abgabe löst den vorläufigen Sonderschutzzoll von 27,5 Prozent ab, der bis zum Abschluss der Untersuchung galt. In dieser Höhe soll sie bis Mitte März 2014 erhoben und in den beiden nachfolgenden Zwölfmonatszeiträumen auf 26,2 Prozent beziehungsweise 25,7 Prozent gesenkt werden.

EWK sieht Gefahr "irreparabler Schäden" für heimische Industrie

Die Antidumping-Untersuchung wurde im Juli 2012, einige Wochen vor dem Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation (WTO) auf Antrag russischer Landmaschinenproduzenten eingeleitet, der auch von weißrussischen Mähdrescher-Herstellern unterstützt wurde. Mit dem russischen WTO-Beitritt im August musste der Regelimportzoll auf Getreidemähdrescher in der gesamten Zollunion von 15 auf fünf Prozent herabgesetzt werden. Unter diesen Umständen sah die EWK die Gefahr "irreparabler Schäden" für die Landtechnikindustrie der Mitgliedsländer angesichts eines deutlichen Anstiegs der Mähdrescherimporte und führte als Reaktion darauf Ende Februar 2013 den vorläufigen Sonderschutzzoll ein.
 
Hintergrund: Im November 2011 haben die Präsidenten von Russland, Weißrussland und Kasachstan eine Erklärung über die eurasische Wirtschaftsintegration unterzeichnet, die letztlich eine Eurasische Wirtschaftsunion zum Ziel hat.
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