Login
Precision Farming

Fendt: Neuer Feldroboter für die Maisaussaat

Fendt Feldroboter Xaver
© AGCO GmbH
von , am
20.09.2017

Agco und Fendt wollen das Roboterprojekt MARS zur Serienreife weiterentwickeln. Unter dem Namen Xaver soll es auf der Agritechnica vorgestellt werden.

Nach Abschluss des mehrjährigen Forschungsprojekts MARS (Mobile Agricultural Robot Swarms) haben Agco und Fendt beschlossen, das Roboter Projekt zur Serienreife zu entwickeln. Unter dem Produktnamen Xaver soll es auf der Agritechnica 2017 in seiner neuesten Entwicklungsstufe gezeigt werden.

Hinter dem System Xaver verbergen sich kleine, im Schwarm arbeitende Roboter, die mit Hilfe einer Cloud Lösung die präzise Aussaat von Mais planen, überwachen und exakt dokumentieren. Mittels Satellitennavigation und Datenmanagement in der Cloud kann der Ablageort und Saatzeitpunkt für jedes Saatkorn festgehalten werden. So können nachfolgende Pflegearbeiten wie Pflanzenschutz oder Düngung präzise an der Einzelpflanze ausgeführt werden.

Kontinuierliche Kommunikation mit der Steuerungsintelligenz

Ein Roboterverband besteht aus sechs bis 12 Einheiten. Diese können laut Fendt eine Flächenleistung von rund einem Hektar pro Stunde erreicht werden. Jeder Roboter kommuniziert kontinuierlich mit der Steuerungsintelligenz.

Ausfälle bei der Netzabdeckung können durch Datenpuffer und die ständige Kommunikation abgefedert werden. Sollte ein Roboter mal ausfallen, werden die verbleibenden Roboter neu ausgerichtet und übernehmen die restliche Arbeit.

Xaver App plant den Feldeinsatz

Planungen für das gewünschte Feld wie Saatgutmuster und -dichte erfolgen über eine App. Ein Algorithmus plant den Robotereinsatz anhand der eingegebenen Parameter und berechnet die optimalen Pfade sowie die benötigte Arbeitszeit.

Softwareupdates und Ferndiagnose können kabellos und standortunabhängig durchgeführt werden.

Fendt Feldroboter: Das sind die Vorteile

Durch den elektrischen Antrieb, das geringe Gewicht und den autonomen Betrieb könne die Aussaat rund um die Uhr erfolgen. Außerdem benötigen die Roboter laut Fendt bei gleicher Arbeit rund 70 Prozent weniger Energie. Da jeder Roboter mit anderen Saatkörnern befüllt werden kann, können auf einem Schlag auch verschiedene Sorten angebaut werden.

Das System ist Fendt zufolge vor allem für Dienstleister in anspruchsvoll strukturierten Regionen und Betriebe mit Fokus auf Precision Farming interessant.

Mit Material von Fendt

Feldroboter: Mobile Maschinen zwischen Marktreife und Zukunftstechnik

Feldroboter Bonirob
Einer der bekanntesten Feldroboter ist Bonirob. Er entstand in einem gemeinsamen Forschungsprojekt von Amazone, Bosch und der HS Osnabrück. Vor zehn Jahren stand der etwa 700 kg schwere Roboter zum ersten Mal auf der Agritechnica-Stand. Das Projekt Bonirob wird auch heute noch weitergeführt: Bosch gründete das Startup-Unternehmen Deepfield Robotics. Dort wird der Markt für Feldrobotik analysiert, um herauszufinden, wo und in welcher Form ein modifizierter Bonirob am besten verkauft werden kann. Die gefragtesten Eigenschaften sind wohl Phänotypisierung, mechanische Unkrautbekämpfung und Bodensensorik. © Werkbild
Bonirob bei mechanischer Unkrautbekämpfung
Unter anderem wurde Bonirob im Einsatz zur mechanischen Unkrautbekämpfung erforscht. Mit einem Aktor, einem kleinen Stempel, werden die erkannten Beikräuter in den Boden gedrückt. Vorher muss beziehungsweise sollte ein Mensch am PC kontrollieren, ob die ausgewählten Pflanzen wirklich Beikräuter sind. Wenn sie in den Boden gedrückt werden, bekommen die Nutzpflanzen genügend Wachstumsvorsprung, um sich durchzusetzen. © Werkbild
Agri-Robot
Die erste vollautonome Landmaschine erfand der niederländische Landwirt Cornelis Sieling 1962. Der Agri-Robot ist ein einachsiger Kipppflug mit jeweils einem Pflugschar hinten und vorne. Mit Fühlern orientiert er sich an der Anschlussfurche und pflügt so lange eine gerade Linie, bis vorausfahrende Fühlräder in eine vorher gezogene Grenzfurche stoßen. Dann dreht er um. Der Agri-Robot sollte von der deutschen Firma Eicher und der niederländischen Firma Protec N.V. gebaut werden, schaffte es jedoch nur ins Prototypen-Stadium. © Werkbild
Carre Anatis
Auf der Landtechnikmesse SIMA 2015 verkündete der Gerätehersteller Carré, ab 2016 zusammen mit dem Softwareentwickler Naïo Technologies den Feldroboter Anatis auf den Markt zu bringen. Der etwa ein Meter hohe Hackroboter dient vor allem zur mechanischen Unkrautbekämpfung. Mit seinen vier einzeln steuerbaren Rädern fährt er selbstständig über die Gemüsereihen. Den Weg erkennt Anatis mit GPS-Führung, Kamera und Laser. Dabei sammelt er Daten: Er erkennt Unkraut, berechnet die Dichte und Biomasse der Pflanzen, misst Bodentemperatur und Feuchtigkeit. © Werkbild
Carre Anatis
Gleichzeitig beseitigt Anatis das Unkraut zwischen den Gemüsereihen mit Scharen oder Rotorsternen. Am Tag schafft Anatis dabei 2 bis 4 ha bei einer Arbeitsgeschwindigkeit von  3 km/h und einer Arbeitszeit von vier Stunden mit einer Akkuladung. © Julia Eder
Naio Oz
Neben der Zusammenarbeit mit Carré bietet Naïo Technologies auch eigene Feldroboter an. Einer davon ist Oz. Der 40 mal 70 cm große Hackroboter kann, wie Anatis, mechanisch Unkraut bekämpfen und dient außerdem als Transportplattform bei der Ernte. Weitere Funktionen richten sich laut Hersteller an die individuellen Kundenwünsche. 2014 verkaufte Naïo zehn Stück der 20.000 Euro teuren Maschine. © Werkbild
Raussendorf Cäsar
2014 startete die Raussendorf Maschinen- und Gerätebau GmbH mit der Produktion von Cäsar. Der 3 m lange und knapp 1 m hohe Obstroboter findet über ein RTK-Signal zentimetergenau seinen Weg durch die Baumreihen. Im Moment hat der Roboter zwei Funktionen: Er kann gleichzeitig zwischen den Baumreihen mulchen und die Baumreihen mit Spritzbrühe behandeln. © Werkbild
Fendt Mars
Für Fendt heißt die Zukunft der Landwirtschaft MARS - kurz für Mobile Agricultural Robot Swarms. Es handelt sich dabei um mobile, cloud-gesteuerte Feldroboter-Schwärme. Projektpartner von Fendt bei der Entwicklung ist die Hochschule Ulm, Studiengang Servicerobotik. Das Forschungsprojekt lief Ende 2016 aus. Man darf gespannt, wie Fendt das Projekt weiterführen will. © Werkbild
Auch interessant