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Ernte und Transport

Fendt optimiert seine Quaderballenpressen

von , am
20.08.2013

Fendt hat seine Quaderballenpressen überarbeitet. Die sechs Modelle 870, 990, 1270, 1290, 1290 XD und 12130 sollen noch mehr Stabilität bei hohen Lasten sowie eine optimierte Bedienung und Wartung bieten.

Sechs Modelle bietet Fendt in seinem Quadeballenprogramm an. © Werkbild
Fendt führte seine Quaderballenpressen 2002 in Deutschland ein. Bei der jüngsten Weiterentwicklung lag das Augenmerk laut Herstellerangaben auf der Ballenpresskammer, der elektrischen Ballenlängenverstellung, der modifizierten Tandemachse, einer automatischen Kettenschmierung sowie dem Farbdesign.
 
Zu den beiden bestehenden Ausführungen der Quaderballenpressen mit Schneidrotor (S-Variante) oder Raffer (N-Variante) ist für die Quaderballenmodelle 870 und 990 eine weitere Variante in Form von einer Kombination aus Schneidrotor und Raffereinzug "R2" verfügbar. Bei diesen Modellen wird der normale Raffereinzug dahingehend modifiziert, dass die Rafferfinger in der Mitte geteilt sind. Durch diesen Freiraum passt das im Rafferboden befindliche Messer. Das Erntegut wird durch den Raffer an den Messern geschnitten und in die Vorpresskammer befördert. Genau wie bei der Version mit Schneidrotor können die Messer ein- und ausgeschwenkt werden.

Ballenlängenverstellung und verstärkte Tandemachse

Die Bediensoftware wurde weiterentwickelt und es stehen alle wichtigen Informationen auf einem Display zur Verfügung. © Werkbild
Alle Modelle sind uneingeschränkt ISO-BUS fähig und können über das Fendt Varioterminal 10.4“ bedient werden. Optional ist für alle Modelle eine elektronische Ballenlängenverstellung erhältlich, wodurch die Ballenlänge vom Terminal variiert werden kann. Der Vorteil liegt laut Fendt in der Zeitersparnis, beispielsweise wenn die Ballenpresse von einem Lohnunternehmer nacheinander bei verschiedenen Kunden eingesetzt wird.
 
Bei jenen Modellen, die mit einer passiv lenkenden Tandemachse ausgerüstet sind, wurde die Tandemachse verstärkt. Dadurch können auch größere Reifen (620/40-22.5 Radialreifen) aufgezogen werden, welche mehr Aufstandsfläche bieten und so den Bodendruck reduzieren. Um die Pick-Up über unebene Flächen zu entlasten und zu führen ist bei allen Modellen eine HD-Spiralfeder verbaut. Die Feder wird über das Anheben der Pick-Up und das Einsetzen des Splintes in die gewünschte Position eingestellt.
 
Für die optimale Zuführung und Zerkleinerung des Erntegutes ist der optionale Schneidrotor bei den Modellen 1270, 1290, 1290 XD und 12130 mit 19 Messern ausgestattet, die Modelle 870 und 990 arbeiten mit elf Messern. Alle ermöglichen eine theoretische Schnittlänge von 48 mm. 

Neue verstärkte Ballenkammer

Für die Top-Modelle 1290 XD und 12130 steht eine um 40 cm verlängerte Ballenpresskammer zu Verfügung. Dadurch werde eine gleichmäßige und höhere Ballendichte erzeugt, wodurch das Ballengewicht um bis zu 20 Prozent erhöht werde. Bei der 1290 XD Quaderballenpresse ist das Schwungrad größer und schwerer als bei dem Standardmodell. Durch die wesentlich höhere Schwungmasse laufe die Presse gleichmäßiger und erhöhe so den Druck des Presskolbens auf den Ballen.
 
Sowohl die Gussteile als auch die innen liegenden Komponenten des Getriebes sind verstärkt. Um den höheren Belastungen standhalten zu können, wurde auch der Presskolben mit stärkeren Lastarmen versehen. Zudem wurde das Oberflächenprofil der Druckplatten angepasst, um die Pressdichte zu erhöhen und so die Last, die zum Halten des Ballens mit den neuen Pressdichtezylindern benötigt wird, deutlich zu reduzieren. Der Querträger oberhalb der Presskammer, der den Druck auf die Oberseite des Ballens überträgt, habe bei der 1290 XD eine höhere Festigkeit und könne höchste Drücke übertragen.

Anwenderfreundliche Service- und Wartungsarbeiten

Grafik Gutfluss © Werkbild
Für Service- und Wartungsarbeiten ermöglichen die großen Seitenklappen aller Modelle einen leichten Zugang zur Vorpresskammer, zum Hauptgetriebe und zu den Doppelknotern. Die Wartungsfreundlichkeit werde durch Zentralschmierung der Knoter und fettversiegelte Lager sowie sehr wenige und gut zugängliche Schmierstellen erhöht. Der bewährte Doppelknoter erzeugt je Nadelhub zwei Knoten und sorge laut Fendt somit auch bei höheren Pressdrücken zuverlässig für perfekte Ballen. Neu für alle Modelle ist die automatische Kettenschmierung, die, während die Maschine läuft, vom Terminal aus überwacht und gesteuert werden kann. Das Schmieröl gelangt über Bürsten direkt aus einem Tank auf die Kette.
 
Durch das Easy Fill-System ist ein schnelles Einlegen und Verknüpfen von bis zu 30 Rollen Garn möglich. Das bei Fendt serienmäßige Knotergebläse ist ein leistungsstarkes Querstromgebläse. Es kann für den Zugang zu den Knotern hochgeklappt werden. Die Ballenpresse ist mit einer mechanischgesteuerten Vorpresskammer ausgestattet, die unabhängig von der Schwadgröße und -beschaffenheit für stets identische Ballen sorgt.
 
Alle sechs Modelle treten in einem neuen Farbdesign auf. Die optimierten Modelle erkennt man an dem grauen Garnkasten und der gleichfarbigen Zugangshaube zum Knoter. Die Produktion der neuen Fendt Quaderballenpressen wird im September 2013 starten, so dass diese ab der Saison 2014 verfügbar sein werden.
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