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Ernte und Transport

Forschung: Intelligente Erntemaschinen vernetzen sich

von , am
02.10.2013

Die Fahrrouten von Mähdrescher und automatisiertem Überlagefahrzeug zeitlich zu synchronisieren, daran arbeiteten Entwickler drei Jahre lang im Rahmen eines Forschungsprojekts.

Auf einem Testgelände wurde eine Erntesituation mit synchronisierten Landmaschinen von Claas vorgeführt. © Werkbild
Bis zu 50 Prozent ihrer Arbeitszeit verbringen Landwirte mit Transportarbeiten. Wege und Abläufe in der Erntelogistik können dabei noch effizienter gestaltet werden. Hier setzt das jetzt abgeschlossene Forschungsprojekt marion (mobile autonome, kooperative Roboter in komplexen Wertschöpfungsketten) an, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert wurde.
 
 
Auf einem Testgelände in der Nähe des CLAAS Stammwerks Harsewinkel wurde das Ergebnis nun vorgeführt. Ein Mähdrescher und ein Traktor mit Überladewagen zeigten wie eine typische Erntesituation in Zukunft aussehen kann.
 

Mähdrescher und Überladefahrzeug synchronisieren sich

Das von Forschern des Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz entwickelte Planungssystem berechnet aufeinander abgestimmte Fahrrouten für Mähdrescher und Überladefahrzeug, damit das Überladefahrzeug zum richtigen Zeitpunkt zum Überladen am sogenannten "Rendez-vous-Punkt" bereitsteht. Dabei werden Füllstände, bereits abgeerntete Flächen, schwankende Erträge und Position und Geschwindigkeit der Maschinen berücksichtigt. So kann der anfangs vom Planungssystem berechnete optimale Rendez-vous-Punkt korrigiert werden. Dies ist unter anderem notwendig, da der Ernteertrag auch auf ein und demselben Schlag variiert. Stehen die Halme beispielsweise dichter, ist der Korntank schneller gefüllt als noch vor wenigen Minuten angenommen.
 

Automatisierte GPS-Steuerung

Die Feinabstimmung erfolgt automatisch und ohne Eingriff der Fahrer. Nachdem das Überladefahrzeug auf der optimalen Fahrroute zum Rendez-vous-Punkt geführt wurde, kann der Korntank während der Fahrt abgetankt werden. Während des gesamten Vorgangs können die Fahrer die Hände vom Lenkrad nehmen, denn die Maschinen werden GPS-gestützt gesteuert. Dabei werden die Fahrer ständig über die geplanten Vorgänge informiert und können so jederzeit in den Prozess eingreifen.
 

Maschinen intelligenter machen

Was im Forschungsprojekt bereits funktioniert, ist noch kein ausgereiftes Produkt. Das ist der nächste Schritt. „Die Ergebnisse aus dem marion Projekt sind weiter in bestehende Technik zu integrieren“, sagt Prof. Dr. Joachim Hertzberg, Leiter der Außenstelle des DFKI-Forschungsbereichs Robotics Innovation Center an der Universität Osnabrück. Es gehe nicht darum, vollkommen neue Landmaschinen mit zu entwickeln. Vielmehr gelte es, bereits auf dem Markt befindliche Maschinen intelligenter und selbständiger zu machen. Schließlich sind die Verfahren in den Maschinen bereits über viele Jahre erprobt.
 

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