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Praxistest

Frontpflug gegen Aufsattelpflug

Dieser Artikel ist zuerst in der traction erschienen.

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Traktor Frontflug
© Matthias Mumme/traction
Matthias Mumme, traction ,
am
16.12.2015

Der Frontpflug fristet in Deutschland schon seit jeher ein Nischendasein. Zu Unrecht? Das haben die Redakteure der Traction bei einem direkten Vergleich mit Schlupf- und Kraftstoffverbrauchsmessung überprüft.

Aufgelöste Pfluggespanne mit Front- und Heckpflug -das Interesse vonseiten deutscher Landwirte und Lohnunternehmer ist durchaus da, allerdings scheuen sich viele vor dem ungewohnten und teils komplizierteren Handling. Die Redakteure der traction haben zwei Gespanne vom Hersteller Kongskilde mit jeweils sieben Scharen einem direkten Vergleich unterzogen und dabei den Schlupf, die Flächenleistung und den Verbrauch ermittelt.

Font-Heck-Kombination

Vorteile:

  • gute Gewichtsverteilung
  • geringeres Gespanngewicht
  • schmaleres Vorgewende
  • Frontpflug ausgehoben als Frontgewicht nutzbar
  • geringer Anschaffungspreis

Nachteile:

  • Pflugeinstellungen aufwendiger
  • keine hydr. Schnittbreitenverstellung vorn
  • große Transportlänge
  • keine Anbaumöglichkeit für Packer
  • besondere Sicherheitsvorkehrungen für Straßentransport

Aufsatteldrehpflug

Vorteile:

  • einfache Einstellung
  • Pflügen mit Packer möglich
  • hydr. Schnittbreitenverstellung über gesamte Arbeitsbreite
  • Straßentransport unproblematisch
  • Traktor trägt nur etwa halbes Pfluggewicht

Nachteile:

  • Frontballast notwendig
  • geringe dynamische Achsbelastung
  • breiteres Vorgewende
  • hohes Gespanngewicht (mit Frontballast)
  • etwas höherer Preis

Fazit:

Neu ist die Idee einer Kombination aus Front- und Heckpflug natürlich nicht. Doch die aktuellen Umstände könnten die Kombi- nation für manchen Anwender interessant machen: Ein Großteil der Traktoren hat eine Fronthydraulik, teils sogar mit EHR. Warum also nur toten Ballast umher fahren? 

Ist noch ein älterer Anbaupflug auf dem Betrieb vorhanden, die Schlepper wurden aber stetig getauscht, kann man mit dem Kauf eines Frontpfluges den Schlepper besser auslasten und die Schlagkraft des Gespannes verbessern, ohne gleich den alten Pflug herzugeben und einem neuen, aufgesattelten den Vorzug zu geben. Flexibles Ein- und Aussetzen des Frontpfluges tragen dazu bei, ein Gespann effizienter auszulasten. Und am Vorgewende kommt man mit der Kombination besser um die Ecken. Wenn auch längst nicht für jeden interessant, einer Überlegung ist eine Front-Heck-Kombi auf jeden Fall wert.

Frontpflug vs. Aufsattelpflug

Ob die aufgelöste Kombination oder der Aufsatteldrehpflug besser passen, hängt auch von den Flächenstrukturen und vom Relief ab. © Matthias Mumme/traction
Für die Messungen stellte Deutz-Fahr einen Agrotron 6160P zur Verfügung. © Matthias Mumme/traction
Der Mittelklassetraktor war mit Dieselsäulen ausgerüstet, die eine direkte Messung in jeder Parzelle ermöglichten. Der Radschlupf wurde durch Zählung der Radumdrehungen ermittelt. © Matthias Mumme/traction
Die Arbeitstiefe stellten die traction-Readakteure auf 25 cm ein und die Schnittbreite betrug 40 cm. Der Boden auf den Testflächen war am Versuchstag sehr leichtzügig und trocken. © Matthias Mumme/traction
Beim Frontpflug ist auf die korrekte Einstellung des Oberlenkers und des Zugpunkts zu achten. © Matthias Mumme/traction
Der Aufsatteldrehpflug benötigt am Vorgewende mehr Platz. © Matthias Mumme/traction
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