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Verkehrsrecht

Führerscheinklassen: Das sind die Regeln

Massey-Ferguson-Traktor-Straßenfahrt
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Thomas Göggerle, agrarheute
am
21.11.2018

Welcher Führerschein ist ausreichend, was darf gefahren werden und wie alt muss der Fahrzeugführer sein? Hier sind die Regeln.

Führerscheinklasse T

Die Führerscheinklasse T ist heutzutage ein Muss für jeden Lohnunternehmer, selbstständigen Landwirt oder Angestellten auf einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb. Für die Klasse T gilt:

  • Ab einem Alter von 16 Jahren dürfen Schlepper nur mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit (bbH) bis 40 km/h gefahren werden.
  • Anhänger können bis 40 km/h mitgenommen werden, vorausgesetzt sie haben eine entsprechende Zulassung für diese Geschwindigkeit.
  • Ab 18 Jahre können automatisch Schlepper mit einer bbH bis 60 km/h, ebenfalls mit entsprechend zugelassenen Anhängern, geführt werden.
  • Selbstfahrende Arbeitsmaschinen wie Mähdrescher, Häcksler oder der selbstfahrende Futtermischwagen dürfen mit der Klasse T bis zu einer bbH von 40 km/h gefahren werden.

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Führerscheinklasse L

Mit der Fahrerlaubnisklasse L können ab einem Alter von 16 Jahren mit einer bbH bis 40 km/h gefahren werden. Die Anpassung der höheren bauartbedingten Geschwindigkeit von 32 auf 40 km/h ist seit dem 30.06.2012 gültig. Durch diese Anpassung haben alle Personen, die im Besitz des Führerscheins B (Autoführerschein) sind, automatisch die Führerscheinklasse L, denn die Klasse B schließt die Klasse L mit ein. Durch die Änderung der Fahrerlaubnisverordnung können somit alle Autofahrer legal Schlepper bis 40 km/h bbH fahren.

Bei der Klasse L ist besonders darauf zu achten, dass bei der Mitführung von Anhängern eine maximale Geschwindigkeit von 25 km/h nicht überschritten wird. Auch zugelassene 40 km/h-Anhänger dürfen nur mit einer Betriebsgeschwindigkeit von 25 km/h gefahren werden.

T- und L-Führerschein: Nur für lof-Zwecke

Die beschriebenen Führerscheinklassen L und T dürfen nur im Rahmen von land- oder forstwirtschaftlichen Zwecken eingesetzt werden. Diese Zwecke sind im § 6 der Fahrerlaubnisverordnung genau definiert.

Seit dem 28.7.2009 sind auch die Beförderung von gewerblich eingestuften land- oder forstwirtschaftlichen (lof ) Erzeugnissen oder lof-Bedarfsgütern mit der Führerscheinklasse L oder T möglich. Sämtliche Fahrten mit lof-Zwecken, auch wenn sie von oder für Gewerbebetriebe durchgeführt werden, mit den landwirtschaftlichen Führerscheinklassen möglich. Darunter fallen auch die Lohnunternehmer, wenn diese z. B. lof-Tätigkeiten für lof-Betriebe durchführen. Somit können zum Beispiel Silomais, Gärreste, Getreide und ähnliches für eine gewerbliche Biogasanlage mit den Klassen L und T gefahren werden.

Fährt der Lohnunternehmer hingegen für einen Bauunternehmer Bauschutt, Erde oder Sand, hat dies nichts mit den lof Zwecken zu tun und somit müsste der Fahrer dann die Führerscheinklasse C/CE haben.

Führerschein: Das gilt als land- oder forstwirtschaftlicher Zweck

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Führerscheinklasse CE

Sind die land- oder forstwirtschaftlichen Zwecke der Klassen L und T nicht erfüllt oder kommen die anderen Ausnahmen nicht zum Tragen, so ist aufgrund der eingesetzten Fahrzeuge meist die Klasse CE nötig. Der Führerschein der Klasse CE ist auch notwendig, wenn Zugmaschinen mit einer bbH von mehr als 60 km/h gefahren werden sollen. Da in vielen Lohnunternehmen Lkw fest etabliert sind, wird die Fahrerlaubnisklasse CE immer wichtiger. Damit können Fahrzeugkombinationen aus einem Kraftfahrzeug mit einer zulässigen Gesamtmasse über 3.500 kg und Anhänger (auch Sattelanhänger) über 750 kg gefahren werden. Seit dem 19.1.2013 ist das Mindestalter für den Erwerb des Lkw-Führerscheins wieder auf 21 Jahre heraufgesetzt worden.

Hierbei wird das Thema Berufskraftfahrer-Qualifikation immer wichtiger: Bei Transporten mit Kraftfahrzeugen mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit bis 45 km/h ist generell keine Berufskraftfahrer-Qualifikation notwendig. Wird für die gewerbliche Fahrt der C/CE Führerschein benötigt, weil der lof Zweck nicht erfüllt ist, und wird mit dem 50 km/h Schlepper gefahren, ist eine Qualifikation als Berufskraftfahrer erforderlich.

Mit Material von LWK Niedersachsen

App 'Führerschein-Check': So geht's

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