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Wirtschaftsdünger

Gülle ausbringen: Diese Techniken sind weiter erlaubt

am Mittwoch, 22.01.2020 - 08:00 (Jetzt kommentieren)

Seit Anfang 2020 gelten für die Gülleausbringung neue Regeln. Die Breitverteilung auf dem Acker im Bestand ist verboten. Auf unbestelltem Ackerland muss die Gülle innerhalb von 4 Stunden eingearbeitet werden. In manchen Regionen wurde die Frist auf eine Stunde verringert.

Gülleausbringung: Diese Geräte sind seit 1. Januar 2016 verboten

Weiterhin gelten die Einschränungen seit dem 1. Januar 2016. Demzufolge ist der Einsatz folgender Technik zur Gülleausbringung nicht mehr erlaubt:

  • Drehstrahlregner für unverdünnte Gülle
  • Güllewagen mit senkrecht angeordneter, offener Schleuderscheibe
  • Gülle- und Jauchewagen mit freiem Auslauf auf den Verteiler
  • Festmiststreuer ohne gesteuerte Mistzufuhr zum Verteiler
  • zentrale Prallverteiler, mit denen nach oben abgestrahlt wird.

Die Breitverteilung mit Prallkopf oder Schwenkverteiler ist nur noch auf Grünland oder dem unbestellten Acker erlaubt. Auf dem Acker muss die Gülle dann unverzüglich eingearbeitet werden.

1. Prallkopfverteiler

Prallkopfverteiler werden zur Breitverteilung von Gülle eingesetzt. Nach Öffnen des Gülleflachschiebers am Fahrzeug wird die Gülle über die Pumpe herausgedrückt. Die Flüssigkeit prallt gegen eine Metallplatte und wird dadurchüber die gesamte Breite gleichmäßig verteilt.

Entlang von Gewässern ist ein Abstand 4 m von der Böschungskante einzuhalten. An hängingen Flächen (größer 10 % Neigung) erhöhen sich die Abstände auf bis zu 20 m.

2. Schwenk- und Pendelverteiler

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Anders als bei den Pralltechniken (Verteiler oben im Bild) wird der Flüssigmist bei Schwenk- und Pendelverteilern durch Hin- und Herschwenken verteilt. Es entsteht ein großtropfiges Streubild mit sehr guter Breitverteilung. Mit Hilfe von zwei Schwenkverteilern lassen sich auch größere Arbeitsbreiten realisiert.

3. Schleppschlauch

Diese bodennahe Ausbringtechnik ist ab 2020 auf bewachsenen Ackerflächen, beziehungsweise ab 2025 auf Grünland Pflicht. Zur bodennahen Ausbringung zählen auch Schleppschuh- und Schlitzverteiler. Vorteile der bodennahen Ausbringung sind hohe Verteilgenauigkeit, bodennahe Ausbringung, große Arbeitsbreiten und geringe Emissionen. Ein Nachrüsten ist oft nur an Fässern möglich, die schon für die Montage dieser Ausbringtechnik vorgesehen waren.

4. Güllegrubber

Güllegruber bestechen dadurch, dass der ausgebrachte Flüssigmist sofort eingearbeitet wird. Das funktioniert mit Hilfe von Grubberzinken, die sich am Ende des Tankwagens befinden. Die Gülle fließt über Schläuche in die durch die Schare entstandene Erdrinne und wird mit lockerer Erde bedeckt.

5. Schleppschuhverteiler

Schleppschuhverteiler bringen die Gülle noch bodennäher aus als der Schleppschlauchverteiler. Durch den Schleppschuh wird der Bestand etwas geöffnet und die Gülle unterhalb des Bewuchses abgelegt. So wird der Pflanzenbestand besonders im Grünland weniger starkt verschmutzt. Die bodennahe Ausbringung senkt Geruchs- und Ammoniakemissionen deutlich, jedoch in Abhängigkeit von Bewuchshöhe und Bodenfeuchtigkeit.

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