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Gülledüngung

Gülle-Separation: 6 Verfahren im Vergleich

Dieser Artikel ist zuerst in der traction erschienen.

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Gülleseparator Sedimax
Jörg Möbius, traction
am
22.08.2017

Gülle für den Einsatz auf eigenen Flächen oder für den Transport aus Überschussgebieten sollte möglichst nährstoffreich sein. Um den Wassergehalt zu reduzieren, gibt es verschiedene Verfahren. Ein Überblick.

Gülle ist in Deutschland in einigen Veredlungsgebieten im Überfluss vorhanden. Erhebliche Mengen werden von dort in Bedarfsregionen verbracht, die den Nährstoff gut verwerten können. Aber auch für die Ausbringung auf den eigenen Flächen sind bei größer werdenen Betrieben immer weitere Entfernungen von den Ställen mit den Güllelagern zu den Weiden und Äckern zurückzulegen.

Nun ist Gülle aber in erster Linie Wasser, das eigentlich nicht transportiert werden muss. Im Fokus stehen vielmehr die Nährstoffe. Neben den häufig angewandten mechanischen Lösungen, gibt es mit thermischen Verfahren und Vollaufbereitung weitere Möglichkeiten zur Eindickung von Gülle.

1. Separation mit Pressschnecken

Pressschnecken haben einen mittleren Energiebedarf. In ihnen wird die Gülle mit einer Schnecke gegen ein umliegendes Sieb gepresst. Die dünne Phase geht durch das Sieb, die feste Phase wird gegen einen mechanischen Widerstand herausgedrückt. Mit der Veränderung des Widerstandes – beispielsweise der Öffnungsfläche – kann der Abscheidegrad beeinflusst werden. Pressschnecken können aus der Rohgülle herausseparieren:

  • 25 Prozent des Gewichts,
  • 50 Prozent der Trockenmasse,
  • 30 Prozent des Stickstoffs und
  • bis zu 40 Prozent des Phosphats.

2. Separation mit Zentrifugen

Zentrifugen haben einen höheren Energiebedarf, trennen aber mehr Phosphat ab. In einer sich schnell drehenden Trommel werden feste und flüssige Phase getrennt. Bei dieser Technik kommen nicht nur Faserstoffe wie bei Pressschnecken, sondern auch Feinstoffe mit in die feste Phase. Damit erfolgt eine Nährstoffanreicherung in dieser Phase. Zentrifugen separieren:

  • 15  Prozent des Gewichts,
  • 60 Prozent der Trockenmasse,
  • 20 Prozent des Stickstoffs und
  • bis zu 70 Prozent des Phosphats.

3. Mehrstufige Gülleseparatoren

Mehrstufige Separatoren mit zwei Zentrifugen sind nicht nur sehr teuer, sie haben auch einen extrem hohen Energieverbrauch. Dafür extrahieren sie:

  • 30 Prozent des Gewichts,
  • 90 Prozent der Trockenmasse,
  • 50 Prozent des Stickstoffs und
  • bis zu 95 Prozent des Phosphats.

4. Mobile Gülleseparatoren

Neben fest installierten Separatoren sind verschiedene mobile Varianten erhältlich. Per Gabelstabler, auf Pkw- oder Schwerlast-Anhängern oder auf Lkw können diese Geräte flexibel zu verschiedenen Standorten gebracht werden. Damit können auch die geringeren Güllemengen kleinerer Betriebe beispielsweise von Lohnunternehmen mit gut ausgelasteter Technik behandelt werden.

5. Natürliche Trennung

Kaum Geld kostet ein natürliches Verfahren zur Konzentration von Fest- und Nährstoffen der Gülle. Lässt man sie ohne Störung im Behälter ruhen, setzen sich vor allem Feststoffe und Phosphat in der unteren Schicht ab, Stickstoff teilweise auch, Kali kaum. Die eingedickte Gülle eignet sich zum weiteren Transport, die Dünngülle kann auf den Flächen des Veredlungsbetriebes ausgebracht werden. Praktisch dabei ist, dass sich neben den Feststoffen vor allem Phosphat in der dicken Phase konzentriert. Denn der eigentlich knappe Nährstoff ist in den Veredlungsregionen ein noch größeres Problem als Stickstoff.

6. Komplettanlagen

Komplettanlagen wie Kumac von Weltec oder agriFer von Agrikomp trennen in einem mehrstufigen Verfahren Gülle oder Gärsubstrate in Feststoffe und Wasser. Beide arbeiten mit Chemikalien. Es wird auch an Komplettanlagen gearbeitet, die ohne Zusatz von Chemikalien auskommen. Andererseits testen Forschungseinrichtungen Verfahren, die Nährstoffe mithilfe von Zusätzen auszukristallisieren und dann abzufiltern.

Den vollständigen Bericht zu Gülleseparation mit allen Verfahren und den Vor- und Nachteilen, lesen Sie in der traction-Ausgabe Mai/Juni 2017.

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