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Ackerbau

Gülledüngung/Prallteller: Das sind die Regeln

von , am
21.07.2015

Man riecht ihn noch, aber nicht mehr lange. Die Übergangsfrist für den - nach oben strahlenden - Prallteller läuft am 31. Dezember aus. Laut Entwurf der neuen Düngeverordnung ist die bodennahe Düngung ab 2020 Pflicht.

Der nach oben strahlende Prallteller ist ab Ende diesen Jahres verboten. Bei anderen Modellen wird es wohl noch eine Frsit bis 2020 geben. © Mühlhausen/landpixel
Die neue Düngeverordnung (DüV) geht gerade durch die politischen Instanzen."Der überarbeitete Entwurf der Novelle der Düngeverordnung soll - nach einer erneuten Abstimmung innerhalb der Bundesregierung - im Juli im Rahmen eines sogennnanten Notifizierungsverfahrens nach der Richtlinie 98/34/EG an die EU-Kommission übermittelt werden", heißt es auf Anfrage von agrarheute.com von Seiten des BMEL. Die Terminfrist für die Ressortabstimmung endete am 20. Juli.
 
Für das Inkrafttreten der novellierten Verordnung wird Ende 2015 angestrebt. Darin enthalten sind auch die Paragraphen 11 und 6, die sich mit der Ausbringtechnik bei Gülle und Festmist beschäftigen.

Prallteller noch bis 31. Dezember im Einsatz

In der noch gültigen DüV ist zum Thema "anerkannte Technik" in § 3 Abs. 10 folgendes zu finden: [...] Geräte zum Ausbringen von Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten oder Pflanzenhilfsmitteln müssen den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechen. Das Aufbringen von Stoffen nach Satz 1 mit Geräten nach Anlage 4 ist ab dem 1. Januar 2010 verboten. Geräte, die bis zum 14. Januar 2006 in Betrieb genommen wurden, dürfen abweichend von Satz 2 noch bis zum 31. Dezember 2015 für das Aufbringen benutzt werden."

Geräte zum Ausbringen von Düngemitteln, die nicht den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechen sind demzufolge:
  1. Festmiststreuer ohne gesteuerte Mistzufuhr zum Verteiler
  2. Güllewagen und Jauchewagen mit freiem Auslauf auf den Verteiler
  3. zentrale Prallverteiler, mit denen nach oben abgestrahlt wird
  4. Güllewagen mit senkrecht angeordneter, offener Schleuderscheibe als Verteiler zur Ausbringung von unverdünnter Gülle
  5. Drehstrahlregner zur Verregnung von unverdünnter Gülle

Ab 2020 nur noch bodennahe Verfahren auf Ackerland erlaubt

Im aktuell diskutierten Entwurf zur Novelle der Düngeverordnung steht in § 6 Abs. 2 im Moment folgendes zu der Thematik: "Flüssige organische und flüssige organisch-mineralische Düngemittel, einschließlich flüssiger Wirtschaftsdünger, mit wesentlichem Gehalt an verfügbarem Stickstoff oder Ammoniumstickstoff dürfen im Falle von bestelltem Ackerland ab dem 1. Februar 2020 nur noch streifenförmig auf den Boden abgelegt oder direkt in den Boden eingebracht werden. Im Falle von Grünland oder mehrschnittigem Feldfutterbau gelten die Vorgaben nach Satz 1 ab dem 1. Februar 2025."
 
Dünger mit einem "wesentlichen Gehalt an Stickstoff" seien nach dem Aufbringen auf unbestelltes Ackerland zudem unverzüglich, jedoch spätestens innerhalb von vier Stunden nach dem Aufbringen, einzuarbeiten. Als eingearbeitet gilt die Gülle, wenn sie in den Boden eingebracht und/oder intensiv mit dem Boden vermischt wird.
 
Zu den oben genannten Zeitpunkten wird damit zu 100 Prozent auf die bodennahe Ausbringung gesetzt. Nach unten abstrahlende Technik und der Schwanenhals befinden sich aktuell auch auf dem Prüfstand, die Technik ist aber noch erlaubt.

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