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Ackerbau

Gülletechnik: Die Kette vom Lager bis zum Acker schließen

von , am
02.12.2014

Was bei der Maissilage schon gang und gäbe ist, steht bei der Gülleausbringung und -technik noch aus: die Kette zu schließen, um die organischen Nährstoffe möglichst wirtschaftlich in den Boden zu bringen.


"Die Logistikkette bei der Gülleausbringung muss geschlossen werden." Dies gelte, um das Ziel von maximalen Stunden- und Tagesleistungen beim Transport und der Ausbringung von Gülle zu erreichen. Dies war der rote Faden des Eingangsvortrags von Christian Seegers von der Firma Silage- und Gülletechnik (SGT) in dessen Eingangsvortrag beim 2. Mitteldeutschen Gülletag im sachsen-anhaltinische Schönebeck. Ende November informierten sich rund 530 Landwirte, Lohnunternehmer und Interessierte über die aktuellen Entwicklungen bei  Transport- und Ausbringtechnik der organischen Düngung.
 
Gerade in Zeiten der Dsikussion um die Novelle der Düngeverordnung und die darin enthaltenen Änderungen bei Nährstoffmengen, Gülletechnik und Lagerkapazitäten gilt es für den Landwirt, seine Güllekette zu optimieren. Die einzelnen Maschinen und Aggregate müssen aufeinander abgestimmt sein und den erforderlichen Einsatzzweck entsprechen. Die Kette muss rund sein und schließt bei der Güllettechnik folgende Schritte ein: mixen, befüllen, transportieren, ausbringen.
 
Der Lohnunternehmer setzt auf eine hohe Kapazität und Stundenleistung beim Transport und dem Ausbringen der Gülle. Der Landwirt will eine gleichmäßige Verteilung und dadurch eine effiziente Ausnutzung der vorhandenen Nährstoffe ind der Gülle. Diese Ziele gilt es, in der Logistikkette zu vereinen.

Güllekette von Anfang bis zum Ende denken

Schon in der Güllegrube oder im Silo führe ungenügend vermischte Gülle zu längeren Befüllzeiten, nicht vollständig gefüllten Tranportfässern und ungleichmäßig verteilten Nährstoffen. Bei der Befüllung der Transportfässer gibt es heute neben Lösungen wie einer Pumpe am Saugarm auch mobile Pumpstationen oder Mixer mit Befüllcontainer. Hier sind insbesondere hohe Leistungen pro Minute gefragt.
Beim Gülletransport stellen sich nach Aussage der am Gülletag beteiligten Firmen wie Vogelsang oder Bomech folgende Fragen:
  • Wie ist die Struktur meines Betriebes?
  • Sind die Traktoren im Unternehmen ausgelastet?
Sind die Traktoren ausgelastet, dann sollten sich Landwirte eventuell für einen LKW entscheiden, wobei die Größe der Transportfässer stets von der Region und der zu bearbeitenden Fläche anhänge. Als optimal sehen die Firmenvertreter eine Größe der Transportfässer die identisch mit der Größe der Ausbringefässer ist.

Gülletechnik im Feldeinsatz

Ein wichtiger Punkt für eine runde Kette in der Gülleausbringung ist eine möglichst hohe Kapazität beim Transport und auf dem Feld. Beim 2. Mitteldeutschen Gülletag gab es dazu folgende Lösungen in der Praxis zu sehen:
  • SGT/4BIO Trading und Kaweco: Claas Xerion-Lösungen als Selbstfahrer 15 m³ oder 16 m³ mit GFK-Fass oder Schwanenhals, 1 bis 3 Achser;
    XXL-Variante mit angehängten Fässern bis 44 m³;
    Traktor-gezogene Fässer von 1 bis 4 Achsen (16 bis 36 m³);
    Pullbox-Transportsystem von Kaweco;
    Double Twin Shift 21 m³ mit Frontunit von SGT sowie Prototyp von neuartigem Ausbringgerät, 15 m, mit Fiberglasfüßen, für das Einarbeiten der Gülle auf krümeligem Acker in den Bestand
  • Vogelsang: XTill VarioCrop mit flexiblem Reihenabstand für die kulturenunabhängige Gülleeinbringung im Strip Till-Verfahren; Schleppkufensystem BaseRunner als optionale Nachrüstmöglichkeit für Schleppschlauchgestänge; Schleppschlauchgestänge mit bis zu 36 m Arbeitsbreite
  • Bomech: Schleppschuhgestänge mit Arbeitsbreiten von 9 m bis 24 m; Bomech-Gestänge für Selbstfahrer 15 m 
  • D-Tec: Transportfässer in einfacher und Profi-Variante
  • MAN Agrotruck zum Selbstfahren
  • Selbstfahrender Güllemixer mit 18 m Auslegearm und mobile Pumpstation

Investitionen in Gülletechnik müssen sich am Ende auszahlen

Bei der Ausbringung der Gülle ist sowohl eine optimale Leistung pro Stunde und Tag als auch eine gleichmäßige Verteilung der Nährstoffe nötig. Egal ob mit Schleppschlauch, Injektoren oder Kurzscheibenegge - die Technik sollte an Boden und Kultur angepasst sein.
 
Hohe Kapazität und effiziente Ausnutzung der Nährstoffe, sind zwei Schlüssel zu einem erfolgreichen "Return of Investment" bei der Gülleausbringung. Damit am Ende die Nährstoffe im bleiben und nicht in die Luft gehen.
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