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Ackerbau

Gülletechnik: Das sind die Trends

von , am
13.10.2015

Moderne Gülle-Verteiltechnik appliziert den flüssigen Nährstoff so nah wie möglich an den Boden. Das bringt deutlich weniger Verluste und macht ökonomisch und ökologisch Sinn.

Der Zuni Dril Acker von Zunhammer injiziert die Gülle in einer Arbeitstiefe von 3-8 cm. © Werkbild
In einem Fachartikel zum Thema Gülleausbringung stellt die KTBL Stickstoff-konservierende Verfahren vor und vergleicht deren Kosten.
 
Schleppschlauchverteiler besitzen eine Arbeitsbreite von 6 bis 24 m; es werden auch solche mit 36 m Arbeitsbreite angeboten. Die einzelnen Ablaufschläuche sind in der Regel in einem Abstand von 20 bis 40 cm zueinander angeordnet. Die Gülle wird auf der Bodenoberfläche in etwa 5 bis 10 cm breiten Streifen ablegt.
 
Schleppschuhverteiler besitzen eine Arbeitsbreite von 3 bis 12, manchmal 18 m; die einzelnen Ablaufschläuche haben laut KTBL in der Regel einen Abstand von 20 bis 30 cm zueinander. Am Ende des Ablaufes befinden sich spezielle Verteileinrichtungen, die üblicherweise in Form einer schuhähnlichen Verstärkung bzw. Schleifkufe ausgeführt sind und an deren Ende die Gülle abgelegt wird. Der Verteiler wird während des Ausbringvorganges durch den Pflanzenbestand (soweit vorhanden) geschleppt. Bauartbedingt wird der Pflanzenbewuchs während des Ausbringvorganges etwas beiseite gedrückt. Die Gülleablage erfolgt in den obersten Bodenbereich (0 bis 3 cm), sodass Verschmutzungen des Pflanzenbestandes weitgehend vermieden werden.

Gülle in den Boden "schlitzen"

Bei Schlitzverteilern erfolgt die Ausbringung mithilfe einer schuhähnlichen Verstärkung, der eine Schneidscheibe (bzw. ein Stahlmesser) vorweg geführt wird und die den Boden aufschneidet und an deren Ende die Gülle in den Schlitz abgelegt wird. Schlitzverteiler besitzen typischerweise eine Arbeitsbreite von 6 bis 9 m, wobei die einzelnen Ablaufschläuche in der Regel in einem Abstand von 20 bis 30 cm zueinander angeordnet sind.
 
Beim Injektor wird die Gülle in den Boden "injenziert" und die Gülle anschließend eingearbeitet. Dies kann beispielsweise durch Scheibenschare oder Zinken erfolgen. Anschließend erfolgt optional die Rückverfestigung des Bodens durch beispielsweise eine Rohrpackerwalze. So wird beispielsweise mit dem Scheibeninjektor SlurryDisc von Kotte die Gülle auf Ackerland eingeschlitzt. Die Oberfläche wird nur schlitzförmig geöffnet, es gibt kaum Beschädigungen der Oberfläche. Ein Striegel schließt die Schlitze wieder. Das Gerät ist mulchsaattauglich.

Direkte Einarbeitung mit Grubber und Scheibenegge

Güllegrubber besitzen eine Arbeitsbreite von 3 bis s6 Metern, wobei die einzelnen Ablaufschläuche in der Regel in einem Abstand von 20 bis 40 cm zueinander angeordnet sind. Der Boden wird mit einem Grubberzinken bearbeitet und in dessen unmittelbarer Verlängerung die Gülle während der Bearbeitung in den Erdstrom abgelegt.
 
Daneben gibt es auch Scheibeneggen, bei denen der Boden mit Hohlscheiben bearbeitet und der Dünger in gleicher Weise in den Erdstrom abgelegt wird. Die Einarbeitung kann auch mit herkömmlichen Bodenbearbeitungsgeräten absetzig nach der Ausbringung durchgeführt werden. Für eine effiziente Emissionsminderung ist es allerdings wichtig, dass die Einarbeitung kurz nach der Ausbringung erfolgt. Dies ist umso wichtiger, je dickflüssiger die Gülle ist und je höher die Temperaturen sind.  
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