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Düngung

Gülleverschlauchung: So nutzen 3 Praktiker die Technik

Gülle Verschlauchung Haspel
Gülleverschlauchung © agrarfoto
von am
16.04.2018

Vielerorts läuft die Gülleausbringung gerade auf Hochtouren. Viele nutzen dafür neue Techniken - auch die Gülleverschlauchung. Drei Praktiker berichten, wie und warum sie die Ausbringmethode einsetzen.

Die Nerven vieler Grünlandwirte lagen diesen Winter blank. Düngeverordnung und Dauernässe ließen keine Gülleausbringung zu. Die Gülleverschlauchung ist in anderen Ländern ein Standardverfahren und kommt in Deutschland langsam aus der Nische. Doch es ist auch ein Verfahren, an das man sich gewöhnen muss, wie drei Praktiker berichten.

Karsten Thümler aus Birkenheide im Landkreis Wesermarsch hat es dieses Jahr nicht ganz so hart getroffen. Das liegt an seiner Gülleverschlauchung. Der Grünlandwirt und Milcherzeuger hat sich diese Technik im vergangenen Herbst zugelegt und arbeitet auch als Dienstleister.

Selbstfahrer, Injektion oder Verschlauchung?

Thomas Laubenbauer wollte seine Gülleausbringung verbessern. Der Einstieg in die Vergärung von Hühnertrockenkot und Bodendruckprobleme waren der Auslöser. So musste das Güllemanagement neu geregelt werden. Zur Wahl standen Gülleinjektion, Gülle-Selbstfahrer und Gülleverschlauchung.

Verschlauchung im großen Stil

Auch agrarheute-Leser Michi Winterstein berichtet, wie das landwirtschaftlicher Lohnunternehmen aus Schleswig-Holstein, für das er arbeitet, vor einem Jahr mit der Verschlauchung von Gülle begonnen hat. Seitdem kann er vor allem Erfahrung weitergeben, wie die Gülle für die Verschlauchung beschaffen sein muss.

So funktioniert Gülleverschlauchung in der Praxis

Verlegung des Gülleschlauchs
Zunächst wird der Schlauch von Pumpstation am Feldrand zur am weitesten entfernten Stelle des Schlags ausgelegt - sofern der Schlag nicht zu groß ist. In dem Fall wird die Fläche in mehreren Teilen bearbeitet. © Laubenbacher agrar/David Gebauer
Pumpe zur Gülleverschlauchung
Dann wird ein Ende des Schlauchs an die Pumpe am Feldrand und das andere Ende an den Verteiler am Traktor angekuppelt. Thomas Laubenbacher empfiehlt eine Excenterpumpe, die problemlos selbstsaugend ist und hohe Drücke und Wirkungsgrade erreicht. Alternativ kann (zum Beispiel für Schweinegülle) eine Kreiselpumpe verwendet werden. © Laubenbacher agrar/David Gebauer
Traktor bei der Gülleverschlauchung
Dann geht es los mit der Gülledüngung: Der Traktor fährt die Fläche ab und zieht den Schlauch dabei hinter sich her. © Laubenbacher agrar/David Gebauer
Schlauch bei der Gülleverschlauchung
Das Material der Schläuche habe sich in den vergangenen Jahren stark verbessert, sagt Thomas Laubenbacher. Dickwandige Polyurethanschläuche sind abriebfest und haben eine hohe Durchstoßfestigkeit. Sie können problemlos mit dem Traktor überfahren werden. © Laubenbacher agrar/David Gebauer
Schleppschuhverteiler
Zur Ausbringung ist so gut wie jede Technik möglich - von Schleppschlauch und -schuh bis hin zum Injektor. © Laubenbacher agrar/David Gebauer
Gülleverschlauchung auf dem Acker
Die Gülle wird unterdessen von einem Container am Feldrand über die Pumpe in den Schlauch gepumpt. Ein Durchflussmesser, der an der Pumpe oder am Verteiler sitzt, errechnet die Soll-Fahrgeschwindigkeit. © Laubenbacher agrar/David Gebauer
Gülleschlauch auf dem Feld
Nach getaner Arbeit bläst ein Kompressor den Schlauch auf und aus, sodass die Restgülle noch auf dem Schlag verteilt wird und ein weitgehend sauberer Schlauch aufgerollt werden kann. © Laubenbacher agrar/David Gebauer
Gülleverschlauchung
Über die Haspel wird der Schlauch dann wieder aufgerollt. Mindestens zwei Personen, besser drei, sollten an diesem Verfahren mitwirken: ein Fahrer, ein Zubringer und einer, der die Schläuche aus- und wieder einrollt. © Laubenbacher agrar/David Gebauer
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