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Ernte und Transport

Mit Hochdruck in die Tiefe

von , am
21.10.2011

Die Silageverdichtung wird heute immer häufiger von Radladern oder anderen Maschinen übernommen. Besonders bei den großen Silos für Biogasanlagen wird dabei schwerste Technik eingesetzt.

Hitachi Radlader werden in Deutschland von der Firma Kiesel vertrieben. © AT
Die Verdichtung ist ein extrem wichtiges Element der Silageernte. Wenn eine Erntekette, mit einem "vielreihigen" Häcksler als Kopf, ständig für große Massen von Häckselgut am Silo sorgt, darf die Verdichtungsmaschine nicht zu klein ausgelegt sein. Jedoch sind das Gewicht und die Motorleistung dieser Maschine heute nicht mehr der alleinige Faktor, wenn es darum geht, gleichmäßig gutes Gärsubstrat zu produzieren. Es geht auch um Präzision auf einem unkalkulierbaren Untergrund, dessen Konsistenz sich permanent verändert. Es geht um Begriffe wie Schlupf und Tiefenwirkung der Verdichtung.
 
Der Trend geht deshalb im Augenblick hin zu Rad- und Teleskopladern, aber auch Exoten, wie die PistenBullys, lassen sich immer häufiger auf dem Silo sehen. Für den Teleskoplader sprechen die Vielseitigkeit und größeren Reichweiten und Hubhöhen. Radlader dagegen verfügen über mehr Kraft beim Schieben und Heben, und sie bieten ein deutlich besseres Blickfeld auf die Umgebung. Pistenfahrzeuge dagegen haben einen extrem niedrigen Schwerpunkt, eine sehr hohe Wendigkeit und eine enorme Schubkraft. Wir haben uns mit den Herstellern über die aktuelle Situation in diesem noch recht jungen Markt unterhalten.

Markt-Entwicklung parallel zur Zahl der Biogasanlagen

So wird zwar immer noch ein großer Teil der Verdichtungsmaschinen aus dem Gebrauchtmaschinenmarkt generiert, aber die Neukäufe nehmen zu. Alexandra Schweiker, Marketingleiterin bei der Firma Kiesel (Hitachi), berichtet von stetig steigenden Absatzzahlen für Radlader im Biogaseinsatz: "Dies hat zum Einen mit dem Trend zur Ökoenergie und der Bezuschussung dieser zu tun, zum Anderen mit dem stetigen Wachstum der Anlagen. Hier können nun immer mehr Spezialmaschinen eingesetzt werden, wo früher auf den kleinen Höfen noch der Traktor als ‚Kompromisslösung‘ fungiert hat. Dadurch wird auch die Nachfrage nach solchen Maschinen in naher Zukunft zunehmen."
 
Klaus Finzel, Leitung Kommunikation bei der Zeppelin Baumaschinen GmbH, äußert sich vergleichbar und ebenso optimistisch. Richard Bremenkamp, Marketingleiter bei Schäffer, ist etwas zurückhaltender. Er berichtet von einem Wachstum der Absatzzahlen analog zur Anzahl der Biogasanlagen, die sich aber mittelfristig auf einem niedrigeren Niveau einpendeln würden. "Großen Einfluss haben politische Rahmenbedingungen, die schwer vorherzusagen sind. Wir erwarten, dass zunehmend kontrovers geführte Diskussionen zu Themen wie autonome Energieversorgung, Landverbrauch, bezahlbare Pachtpreise und Mais-Monokulturen eine Rolle spielen werden", so der Marketingleiter.

Heterogenes Kundenfeld

Kunden sind dabei vor allem große Biogasanlagen-Betreiber und Lohnunternehmer, die in der Erntezeit ihre Maschinen auch in diesem Bereich einsetzen. Beim Kundenfeld komme es darauf an, wie flexibel die Maschine einsetzbar ist, so Richard Bremenkamp (Schäffer). Der 9380 T sei zum Beispiel für größere Anlagen konzipiert. "Hier kaufen die Anlagenbetreiber den Teleradlader selbst, da ja auch eine ganzjährig hohe Auslastung garantiert ist. Die Maschine ist aber auch für andere Kunden interessant. Leistungsfähige Lohnunternehmer zum Beispiel in Schleswig-Holstein oder dem Nordwesten Deutschlands setzen den Lader nicht nur auf Biogasanlagen bei der Silagebergung ein."
 
Michael Hemscheidt, Marketingleiter bei der Kässbohrer Geländefahrzeug AG, schildert, dass die Pistenfahrzeuge inzwischen ein sehr breites Kundenfeld haben. Jedoch ist er vorsichtig mit einer Aussage für die Zukunft: "Unsere Kunden sind sowohl Lohnunternehmer, wie auch die Anlagenbetreiber selbst, aber auch Maschinenringe. Im Augenblick ist es aus unserer Sicht noch zu früh einen Trend zu beobachten. Auch regionale Unterschiede sind aus unserer Sicht noch nicht beobachtbar." Aus seiner Sicht haben sich die Absatzzahlen für Maschinen im Biogaseinsatz jedenfalls stark steigend entwickelt. Einen Grund dafür sieht er in der immer noch anhaltenden Förderung von Biogasanlagen. "Wir denken, dass sich dies aber auf einem gewissen Niveau einpendeln wird", erklärt er abschließend.
 
Bobcat District Manager René Kappus berichtet, dass für diese Branche die Teleskoplader die größeren Stückzahlen ausmachen. Dabei sei vor allem die Sieben-Meter-Teleskopmaschine erfolgreich. Es gäbe jedoch bei größeren Anlagen den Trend zu Radladern der Größenordnung zwei bis drei Kubikmeter, bei einem Einsatzgewicht von zwölf bis 15 Tonnen. Dementsprechend werde die Nachfrage nach Ladegeräten zu einem bestimmten Prozentsatz in den Bereich Radlader wechseln.
 
Den vollständigen Artikel mit den aktuellsten Maschinen finden Sie in der aktuellen Oktober-Ausgabe des Fachmagazins AGRARTECHNIK.
 
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