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Ackerbau

Individuelle Lösungen

von , am
27.07.2012

Aschara - In Thüringen fertigt Inuma Pflanzenschutzgeräte für den professionellen Ackerbauern. Wie das Unternehmen aufgestellt ist und wohin die technische Entwicklung geht - die Agrartechnik hat nachgefragt.

Inuma hat sich auf Pflanzenschutzgeräte für professionelle Ackerbauern spezialisiert. © Werkbild
Auf gezogene Pflanzenschutzspritzen, Selbstfahrer und Aufbauspritzen konzentriert sich Inuma im thüringischen Aschara. Dabei reichen die Füllvolumen bei der Baureihe Professional mit einer Achse bis 8.000 Liter, bei der Marathon mit Tandemachse sind es sogar 14.000 Liter. Und auch der Selbstfahrer auf dem knickgelenkten Hydrema-Fahrgestell steht dem mit 8.000 Liter Fassvolumen kaum nach.

Vom Reparaturbetrieb zum Pflanzenschutzspezialist

Mit diesen Produkten kommt Inuma den Wünschen der immer professioneller agierenden Kunden entgegen. Hervorgegangen aus einem Reparaturbetrieb der LPG Aschara Tier- und Pflanzenproduktion ist Inuma heute eine von 18 Gesellschaften unter dem Dach der ADIB- Holding mit Sitz in Bad Langensalza.
 
Inuma baut seit 1994 eigene Maschinen und hat sich auf den Bereich Pflanzenschutz spezialisiert, obwohl vor kurzem ein weiteres Produkt dazugekommen ist, aber dazu später mehr.
 
Gleich nach der Wende kam es zu einer Kooperation mit der GSB, Gestängebau Soester Börde, und damit war der Weg Richtung Pflanzenschutztechnik vorgezeichnet. Bis heute haben rund 1.600 Pflanzenschutzspritzen das Werk am Standort Aschara verlassen, rund 100 bis 120 Stück pro Jahr. Stellt sich die Frage, ob man als kleiner Hersteller auf dem Markt überhaupt eine Chance hat. "Wir denken ja", bekräftigt Geschäftsführer Mattes Lauenstein. "Unsere Produkte füllen eine Nische aus. Wir produzieren zu 80 Prozent Anhängespritzen. 20 Prozent unserer Fertigung sind Aufbauspritzen und Selbstfahrer."
 
Erfolgreiche Entscheidung: Weg vom Metallzuschnitt, hin zu mehr Eigenprodukten
 
Seit 2005 hatte Inuma einen Fertigungsauftrag für Zentralachsanhänger für Schmitz Cargobull. "Vom Zuschnitt, über Brennen und Kanten bis zur Endmontage des fertigen Produkts hatten wir alle Fertigungsschritte im Haus", erläutert Mattes Lauenstein. "Natürlich ist die Nutzfahrzeugbranche ein unsicheres Geschäft mit stark schwankenden Aufträgen, und so haben wir uns Mitte 2011 von dieser Auftragsfertigung getrennt. Jetzt können wir unsere ganze Kraft in die eigenen Produkte stecken und diese konsequent weiter entwickeln."
 
Vom Metallzuschnitt hat sich das Unternehmen getrennt. Entsprechend war auch die Umsatzentwicklung. 2004/05 lag der Umsatz bei sechs bis sieben Millionen Euro. Durch die Lohnfertigung kletterte er 2008/09 auf 14 Millionen Euro und erreichte 2011 etwa elf Millionen Euro bei reiner Pflanzenschutzgeräteproduktion. Rund 60 Mitarbeiter, davon 40 in der Produktion, sind in Aschara beschäftigt.
 
Pflanzenschutzspritzen: 80 Prozent verkaufen sich in Deutschland
 
"Unser Vorteil sind die kurzen Informationswege", betont Mattes Lauenstein. "Wir können Anregungen unserer Kunden und unserer Entwicklungsabteilung schnell umsetzen." 80 Prozent der Pflanzenschutzspritzen verkauft Inuma in Deutschland. Die Geräte haben häufig ein Tankvolumen von 5.000 bis 7.000 Liter und sind mit 24 bis 36 Meter breiten Gestängen ausgerüstet. "Unser Marktanteil in Deutschland wird zunehmen", zeigt sich der Geschäftsführer überzeugt. "Aber die Stückzahl wird nicht groß zunehmen. Häufig ist es heute so, dass zwei Maschinen zurückgegeben werden und eine neu gekauft wird. Die Kunden setzen auf eine Schlüsselmaschine. Diese muss qualitativ hochwertig und robust sein. Sie darf nicht ausfallen."
 
Kickgelenktes Hydrema-Fahrgestell: Unterbau für den Eco-Trac
 
Auf diese Robustheit setzt Inuma auch bei den selbstfahrenden Spritzen und hat mit dem knickgelenkten Hydrema-Fahrgestell einen sehr belastbaren Unterbau für den Eco-Trac gefunden. Seit der Agritechnica 2011 arbeitet Inuma auch wieder mit dem Trägerfahrzeughersteller Bräutigam zusammen, und so konnten die Besucher der DLG-Feldtage das Produkt dieser Zusammenarbeit im Feldeinsatz erleben. "Das Hydrema-Chassis bietet bauartbedingt nur eine eingeschränkte Bodenfreiheit. Es eignet sich mit Aufbauten bis zu 9.000 Liter für große Flächen mit hoher Schlagkraft", erklärt Mattes Lauenstein. "Vom klassischen Trac-Konzept in Zusammenarbeit mit Bräutigam versprechen wir uns höhere Stückzahlen. Wir werden künftig wieder gemeinsam auftreten."
 
Um die Maschinen an den Mann zu bringen, setzt Inuma eigene Mitarbeiter im Außendienst ein und Werksvertreter, die nur mit Inuma handeln. "Die Händlernetze sind in den Regionen unterschiedlich stark, hier sind wir dabei, weitere Partner zu gewinnen, gerade auch in Süddeutschland", so Mattes Lauenstein.

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