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Inhaltstoffe der Gülle: So ziehen Sie die Proben richtig

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Bernd Feuerborn, agrarheute
am
09.03.2018

Bei der Gülledüngung gilt es nun, die Obergrenze von 170 kg N/ha aus der ­organischen Substanz einzu­halten. Dafür müssen mindestens einmal im Jahr Gülle­analysen bei Biogasanlagen her. Aber auch bei normaler Gülle ist die Probe sinnvoll.

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Noch schreibt die Düngeverordung keine Beprobung der Gülle für tierhaltende Betriebe vor. Nährstoffschwankungen von über 40 Prozent bei Rindergülle und fast 75 Prozent bei Schweinegülle zeigen, wie sinnvoll eine Beprobung ist. Pflicht ist die Untersuchung einmal im Jahr für Biogasanlagen. Wer die Gülle auf fremden Flächen ausbringt, sollte die Gülle ebenfalls beproben lassen. Nur so kann er sicherstellen, dass keine Grenzwerte für beispielsweise Kupfer überschritten werden. Der abgebende Landwirt kann auch anhand von Richtwerten deklarieren. Wer jedoch einmal eine Probe analysiert hat, muss diese Werte bei der Deklartion oder Düngeplanung berücksichtigen.

Ziehen Sie die Probe, bevor Sie planen, welche Flächen und Kulturen wie viel Gülle ­bekommen sollen. Dann lässt sich eine genaue Düngeplanung anhand der Laborwerte durchführen.

Schritt 1: Gülle richtig aufrühren

  1. Gülle aufrühren ist wichtig, weil nur homogene Gülle oder homogenes Gärsubstrat eine richtige Probenahme erlauben.
  2. Rühren Sie die Gülle erst kurz vor dem Ausbringen auf, sonst schützt die Schwimmschicht nicht mehr vor unnötiger Ammoniakausgasung.
  3. Rühren Sie so lange auf, bis der ganze Behälter im Fluss ist.
  4. Achten Sie auf ausreichende Belüftung in Güllekellern und geschlossenen Behältern! Schadgase wie CO2 und CO riecht man nicht; sie sind aber tödlich.

Schritt 2: Proben ziehen

  1. Je mehr Proben Sie zu einer Sammelprobe zusammenrühren, desto genauer wird das Ergebnis. Eine Sammelprobe sollte mindestens 10 l umfassen.
  2. Aus Behältern bis 1.000 m³ sollten Sie zehn Einzelproben nehmen, bei größeren Lagern 15 Proben.
  3. Nehmen Sie an verschiedenen Stellen möglichst gleichmäßige Proben über die gesamte Grubentiefe.
  4. Nutzen Sie eine Stechlanze, um die ganze Grubentiefe zu beproben. Sie können sich auch mit beschwerten Eimern behelfen.
  5. Die Geräte zur Probeentnahme dürfen nicht von der Gülle angegriffen werden oder gar damit reagieren, sonst werden die Ergebnisse verfälscht.
  6. Sie können auch beim Einsaugen ins Fass die Reste vom Schlauchkuppeln auffangen und zu einer Sammelprobe vermischen. Vorteil: Es ist keine extra Technik notwendig. Nachteil: Sie haben das Ergebnis erst, wenn die Gülle schon auf dem Acker oder der Wiese ist.
  7. Achten Sie darauf, dass auch die Sammelprobe gut aufgerührt ist.
  8. In der Regel werden pro Untersuchung 1 l oder 1 kg Gülle benötigt.

Schritt 3: Gülle-Probe ins Labor senden

  1. Nehmen Sie je nach Probenmenge eine oder mehrere Weithals-Kunststoffflaschen. Die meisten Labore haben diese vorrätig. Füllen Sie die Flaschen maximal zu drei Viertel voll. Kennzeichnen Sie die Probe wie vom Labor gefordert mit Name, Anschrift, Probenherkunft, Tierart und eventuell das Produktionsverfahren. Verschicken Sie auf keinen Fall Glasflaschen!
  2. Bis zum Versand sollten die Flaschen gekühlt oder sogar eingefroren werden.
  3. Oft bieten die Maschinenringe oder die Wasser- und Bodenverbände Probensammeltransporte an. Oder das Ganze geht per Post ins Labor.
  4. Für eine Probe müssen Sie mit Kosten von rund 40 Euro plus MwSt. rechnen.

Mehr zum Thema lesen Sie in der März-Ausgabe der agrarheute.

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