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traction-Test

Intelligenter pressen: ICT-System von Claas

Dieser Artikel ist zuerst in der traction erschienen.

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© Werkbild
Schranz (traction) / hek
am
31.12.2015

Schwadform, -volumen, die richtige Ballendichte und viel Durchsatz: Ein Pressenfahrer muss heute viel mehr Dinge im Auge behalten als nur das Schwad. Claas ICT sorgt hier für eine deutliche Entlastung - Leistungssteigerung inklusive.

Bereits auf der Agritechnica 2013 stellte Claas sein Implement-Controls-Tractor(ICT)-System vor. Es erfasst verschiedene Parameter in der Presse und steuert aktiv die Geschwindigkeit des Traktors in unterschiedlichen Fahrstrategien. Wie das in der Praxis funktioniert, haben sich die traction-Redakteure beim Pressen von Gerstenstroh angesehen. Den gesamten Testbericht finden Sie in traction Ausgabe 5/2015. Hier lesen Sie einen Auszug.

Soft- und Hardware

Das ICT-System funktioniert aktuell in der Kombination von Quadrant 3400 und Axion 800 Cmatic und 900er-Baureihe und dem Xerion. Das ICT nutzt zwar den ISOBUS zur Datenübertragung, ist aber eine individuelle Erweiterung des Funktionsumfangs der Schnittstelle.

Die AEF arbeitet zusammen mit Claas und weiteren Herstellern an einem einheitlichen Standard. Gesteuert wird das System über die ISOBUS-Gerätesteuerung der Presse, beim traction-Test über das Claas-Communicator-Display. Jedes andere ISOBUS-Universalterminal kann jedoch auch dafür verwendet werden.

Fazit der traction-Tester

Auch wenn die Elektronik die Parameter Durchsatz und in der Ballendichte maßgeblich beeinflusst, sehen die traction-Tester den wichtigsten Vorteil des Systems in der Einsatzsicherheit. Selbst geübte Fahrer, die die Presse schon ohne ICT an der Leistungsgrenze fahren, schaffen es nicht, das Leistungspotenzial über einen langen Arbeitstag voll auszuschöpfen. ICT hält hier die Leistung lange oben.

Doch auch bei weniger versierten Fahrern hilft das System, Verstopfungen zu vermeiden und qualitativ homogene Ballen zu pressen. Genauso ermutigt es, sich an die Leistungsgrenze heranzutasten. Lediglich die Geschwindigkeit könnte nach Meinung der traction-Redakteure durch die Regelung wieder schneller angeboben werden. Ansonsten fallen diese Punkte weiter positiv auf: 

  • Steigerung von Leistungspotenzial und Arbeitsqualität
  • deutliche Entlastung des Fahrers
  • Zufahren der Presse fast unmöglich
  • Übersteuerung per Gaspedal möglich
  • Press- und Vorgewendegeschwindigkeit separat einstellbar

Das sagt der Praktiker zum ICT-System

"Unbedingt wollte ich bei unserer neuen Traktor-Pressen-Kombination das ICT-System mit an Bord haben", erklärt Walter Raithel gegenüber der traction. Der Lohnunternehmer aus Schwarzenbach an der Saale, der seinen Kunden vor allem Stroh- und Heuernte sowie komplette Häckselketten als Dienstleistung anbietet, ist vom ICT überzeugt. "Pressen rechne ich bei meinen Kunden pro Ballen ab. Da darf nichts schiefgehen. Wir staffeln unseren Preis auch nicht nach Schlaggröße. Also muss ich mich auf das Leistungspotenzial und die Arbeitsqualität meines Gespanns verlassen können und es jederzeit voll ausschöpfen", erklärt der Lohnunternehmer.

Einstelllung in Richtung Durchsatz

"Da bei uns größtenteils die Ballen von den Landwirten selbst genutzt werden und der Strohhandel über weite Strecken keine Rolle spielt, stelle ich das ICT-System eher in Richtung Durchsatz ein, um so qualitätiv hochwertige Ballen für unsere Kunden bei einer guten Stundenleistung zu pressen. Das funktioniert sehr gut. Als Lohnunternehmer findet man ja über einen Tag allerhand unterschiedliche Schwadgrößen und -formen vor. Das ICT regelt hier aber die optimale Geschwindigkeit. Und vor allem: Verstopfungen sind kein Thema mehr. Also alles, was man als geübter Fahrer auch ohne Automatik leistet, kann das ICT auch. Doch es gleicht Unaufmerksamkeiten an langen Tagen gänzlich aus und gibt auch ungeübten Fahrern die Möglichkeit, hohe Durchsätze zu erzielen - und das ohne die Maschine zu überfahren. Manchmal könnte das ICT noch ein wenig schneller die Geschwindkeit nach oben regeln, aber da kann man mit einem kleinen Gasstoß etwas nachhelfen."

 

Strohernte: ICT-System von Claas an der Quadrant 3400

Das ICT-System funktioniert aktuell in der Kombination von Quadrant 3400 und Axion 800 Cmatic und 900er-Baureihe und dem Xerion. © Mumme/Schranz/traction
Die Pickup ist der begrenzende Faktor, wenn es um die Füllung der Presse geht. Schwankungen im Hydraulikdruck bedeuten hier unterschiedliche Auslastungen. © Mumme/Schranz/traction
Fährt die Presse auf "Optimale Dichte", hat der Raffer mehr Zeit gleichgroße Pakete in den Presskanal zu geben; die Ballen werden dichter. Am Rafferlager wurde ein Drehmomentsensor (r.) angebracht, der den Auslastungszustand an das ICT übermittelt. © Mumme/Schranz/traction
ICT kommuniziert über den ISOBUS-Standard, stellt aber eine Erweiterung des üblichen Funktionsumfang da. Einstellung am ICT erfolgen über ein ISOBUS- Display, im Test-Fall am Claas Communicator. DerRegler zeigt die Fahrstrategie: Links werden die Ballen dichter, rechts bedeutet mehr Durchsatz. © Mumme/Schranz/traction
Die Daten der abgebildeten Punkte werden im Steuergerät der Presse verrechnet und geben dem Traktor die beste Geschwindigkeit vor. © Grafik Claas
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