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Precision Farming

John Deere: Erstmals NIR-Sensor für Mähdrescher

Der NIR-Sensor HarvestLab wird am Elevator zum Korntank montiert.
am Mittwoch, 14.09.2022 - 06:35 (Jetzt kommentieren)

Mit der Messmethode Nahinfrarotspektroskopie (NIR) analysieren Sensoren Inhaltsstoffe. Jetzt gibt es den NIR-Sensor nicht nur für Feldhäcksler, Güllefässer oder die mobile Futtermittelanalyse, sondern erstmals für Mähdrescher. Wir erklären, was das nicht nur für die Ernte bringt.

Sensoren auf Feldhäckslern sind bereits seit einigen Jahren im Einsatz. Mit der Messmethode Nahinfrarotspektroskopie (NIR) ermitteln sie die inneren Werte des Ernteguts. John Deere war mit dem NIR-Sensor HarvestLab frühzeitig auf dem Markt. Jetzt gibt es den NIR-Sensor nicht nur für Feldhäcksler, Güllefässer oder die mobile Futtermittelanalyse, sondern auch für den Mähdrescher.

Im Feldhäcksler ermöglicht HarvestLab die automatische Schnittlängeverstellung abhängig vom Trockenmassegehalt im Silomais. Am Güllefass montiert, ist mit dem Sensor eine teilflächenspezifische Düngung möglich. Jetzt kommt eine weitere Anwendung für das HarvestLab, dass John Deere von Carl Zeiss bezieht, dazu.

Auch interessant: Hier erklären wir, wie ein NIRS-Sensor Gülle analysiert.

John Deere HarvestLab 3000: Erstmals NIR-Sensor für den Mähdrescher

Der NIR-Sensor HarvestLab 3000 von John Deere arbeitet jetzt auch auf Mähdreschern und analysiert die Inhaltsstoffe bei Weizen, Gerste und Raps. HarvestLab wird es für die John-Deere-Mähdrescher der Serie T und S geben. Der größte und neueste Mähdrescher von John Deere, die Serie X9, bekommt den Sensor noch nicht. Warum das so ist, darüber macht John Deere keine Angaben.

Während der Ernte misst NIR-Sensor Getreide und Raps

Der Vorteil der NIRS-Geräte wie dem HarvestLab ist, dass es bereits während der Ernte analysieren kann. Außerdem werden die Messwerte mit der Position verknüpft. Landwirte erhalten dadurch teilflächenspezifische Informationen über die Erntequalität der einzelnen Schläge. Nach Angaben von John Deere soll das Wissen darüber folgendes ermöglichen:

  • Brot- oder Futtergetreide - je nach Qualität getrennt einlagern und vermarkten
  • Ernte dokumentieren – genau nach Qualität und Standort
  • Sorten und Maschineneinstellungen vergleichen
  • Düngeplanung - in welchen Zonen wurden Nährstoffe in Ertrag, Eiweiß und Öl umgewandelt

Das misst HarvestLab im Mähdrescher

Neben der Feuchtigkeit kann nun auch bei Weizen, Gerste und Raps der Proteingehalt bestimmt werden. Darüber hinaus lässt sich bei Gerste der Stärkegehalt und bei Raps der Ölgehalt erfassen. Messungen mit dem NIR-Sensor HarvestLab sollen nach Aussage von John Deere Landwirte künftig in der Anbau- und Düngeplanung unterstützen, in dem sie einen besseren Überblick über die entnommene Nährstoffmenge (insbesondere N) während der Ernte bekommen.

Diese Parameter kann HarvestLab in Weizen, Gerste und Raps analysieren
Analyse/Erntegut Weizen Gerste Raps
Eiweißgehalt x x x
Feuchtigkeit x x x
Stärkegehalt - x -
Ölgehalt - - x

So funktioniert HarvestLab im Mähdrescher

Der NIR-Sensor HarvestLab wird am Elevator zum Korntank montiert.

Statt am Auswurfkrümmer, wie bei den Feldhäckslern, ist der HarvestLab-Sensor bei Mähdreschern am Korntankelevator montiert. Um das Erntegut zu analysieren fördert eine Schnecke Getreide- oder Rapskörner am HarvestLab vorbei, bevor sie im Korntank landen. Die Messwerte werden zusammen mit den standortspezifischen Daten auf dem John-Deere-Display Gen 4 in der Mähdrescherkabine angezeigt. Über das Telemetriesystem JDLink werden die Daten an die Online-Plattform John Deere Operations Center übertragen. Neben der Schlaganalyse ist es hier auch möglich andere Farmmanagement-Software einzubinden um beispielsweise Applikationskarten für die zukünftige Düngung zu erstellen.

NIRS für den Mähdrescher: Das ist dafür notwendig

 

  • NIR-Sensor HarvestLab 3000 von John Deere
  • John Deere-Display Gen4
  • Satellitenempfänger John Deere StarFire
  • Das John-Deere-Telemetriesystem JDLink
  • Montagesatz für Sensor und die Verkabelung
  • Die Kalibrierung für Getreide und Raps

Was kostet HarvestLab auf dem Mähdrescher und ist es nachrüstbar?

John Deere kündigte an, dass das HarvestLab 3000 für Mähdrescher ab Frühjahr 2023 verfügbar sein wird. Für die Mähdrerscher der Serie T ist HarvestLab ab dem Modelljahr 2016 nachrüstbar. Bis auf das Modell S790 ist HarvestLab für alle aktuellen Mähdreschermodelle der S-Serie und für den S760 nachrüstbar. Über den Preis für das HarvestLab machte John Deere keine Angaben, wir vermuten aber eine Investitionssumme von 20.000 bis 25.000 Euro. Bereits vorhandene HarvestLab-Sensoren vom Güllefasss oder dem Feldhäcksler können mit der Getreide-Kalibirierung auch auf dem Mähdrescher eingesetzt werden.

Mit Material von John Deere

John Deere X9: Der Mähdrescher im Test

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