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Firmenübernahme

John Deere investiert in Robotik und Künstliche Intelligenz

John Deere und Blue River Technology
© Werkbild
von , am
12.10.2017

John Deere hat für 305 Mio. US-Dollar das Start-up Blue River Technology übernommen. Das Ziel: Künstliche Intelligenz im Pflanzenschutz einsetzen.

John Deere hat eine Vereinbarung zur Übernahme von Blue River Technology unterzeichnet. Das Unternehmen entwickelt Techniken und Anwendungen von Künstlicher Intelligenz (Artificial Intelligence), die eine gezielte Behandlung von Einzelpflanzen ermöglichen.

Pflanzenerkennung reduziert Herbizidaufwand

"Künstliche Intelligenz eröffnet der Landtechnik völlig neue Perspektiven im Pflanzenbau", heißt es in der Pressemitteilung dazu. Mit Hilfe der Pflanzenerkennung könnten Maßnahmen gezielter durchgeführt werden. Ganzflächenbehandlungen seien nicht mehr notwendig und der Herbizidaufwand sinke deutlich.

John Deere integriert Intelligenz in Pflanzenschutzgeräte

Blue River Technology ist ein kalifornisches Start-Up-Unternehmen mit 60 Mitarbeitern. Es setzt Bilderkennungssysteme, Robotertechnik und "lernende Maschinen" ein, die Pflanzen erkennen, sie identifizieren und Maßnahmen punktuell durchführen. Blue River hat die Technik bereits erfolgreich für Pflanzenschutzgeräte entwickelt. John Deere plant sie künftig auch für eigene Applikationstechnik zu integrieren.

Mit Material von John Deere

Feldroboter: Mobile Maschinen zwischen Marktreife und Zukunftstechnik

Feldroboter Bonirob
Einer der bekanntesten Feldroboter ist Bonirob. Er entstand in einem gemeinsamen Forschungsprojekt von Amazone, Bosch und der HS Osnabrück. Vor zehn Jahren stand der etwa 700 kg schwere Roboter zum ersten Mal auf der Agritechnica-Stand. Das Projekt Bonirob wird auch heute noch weitergeführt: Bosch gründete das Startup-Unternehmen Deepfield Robotics. Dort wird der Markt für Feldrobotik analysiert, um herauszufinden, wo und in welcher Form ein modifizierter Bonirob am besten verkauft werden kann. Die gefragtesten Eigenschaften sind wohl Phänotypisierung, mechanische Unkrautbekämpfung und Bodensensorik. © Werkbild
Bonirob bei mechanischer Unkrautbekämpfung
Unter anderem wurde Bonirob im Einsatz zur mechanischen Unkrautbekämpfung erforscht. Mit einem Aktor, einem kleinen Stempel, werden die erkannten Beikräuter in den Boden gedrückt. Vorher muss beziehungsweise sollte ein Mensch am PC kontrollieren, ob die ausgewählten Pflanzen wirklich Beikräuter sind. Wenn sie in den Boden gedrückt werden, bekommen die Nutzpflanzen genügend Wachstumsvorsprung, um sich durchzusetzen. © Werkbild
Agri-Robot
Die erste vollautonome Landmaschine erfand der niederländische Landwirt Cornelis Sieling 1962. Der Agri-Robot ist ein einachsiger Kipppflug mit jeweils einem Pflugschar hinten und vorne. Mit Fühlern orientiert er sich an der Anschlussfurche und pflügt so lange eine gerade Linie, bis vorausfahrende Fühlräder in eine vorher gezogene Grenzfurche stoßen. Dann dreht er um. Der Agri-Robot sollte von der deutschen Firma Eicher und der niederländischen Firma Protec N.V. gebaut werden, schaffte es jedoch nur ins Prototypen-Stadium. © Werkbild
Carre Anatis
Auf der Landtechnikmesse SIMA 2015 verkündete der Gerätehersteller Carré, ab 2016 zusammen mit dem Softwareentwickler Naïo Technologies den Feldroboter Anatis auf den Markt zu bringen. Der etwa ein Meter hohe Hackroboter dient vor allem zur mechanischen Unkrautbekämpfung. Mit seinen vier einzeln steuerbaren Rädern fährt er selbstständig über die Gemüsereihen. Den Weg erkennt Anatis mit GPS-Führung, Kamera und Laser. Dabei sammelt er Daten: Er erkennt Unkraut, berechnet die Dichte und Biomasse der Pflanzen, misst Bodentemperatur und Feuchtigkeit. © Werkbild
Carre Anatis
Gleichzeitig beseitigt Anatis das Unkraut zwischen den Gemüsereihen mit Scharen oder Rotorsternen. Am Tag schafft Anatis dabei 2 bis 4 ha bei einer Arbeitsgeschwindigkeit von  3 km/h und einer Arbeitszeit von vier Stunden mit einer Akkuladung. © Julia Eder
Naio Oz
Neben der Zusammenarbeit mit Carré bietet Naïo Technologies auch eigene Feldroboter an. Einer davon ist Oz. Der 40 mal 70 cm große Hackroboter kann, wie Anatis, mechanisch Unkraut bekämpfen und dient außerdem als Transportplattform bei der Ernte. Weitere Funktionen richten sich laut Hersteller an die individuellen Kundenwünsche. 2014 verkaufte Naïo zehn Stück der 20.000 Euro teuren Maschine. © Werkbild
Raussendorf Cäsar
2014 startete die Raussendorf Maschinen- und Gerätebau GmbH mit der Produktion von Cäsar. Der 3 m lange und knapp 1 m hohe Obstroboter findet über ein RTK-Signal zentimetergenau seinen Weg durch die Baumreihen. Im Moment hat der Roboter zwei Funktionen: Er kann gleichzeitig zwischen den Baumreihen mulchen und die Baumreihen mit Spritzbrühe behandeln. © Werkbild
Fendt Mars
Für Fendt heißt die Zukunft der Landwirtschaft MARS - kurz für Mobile Agricultural Robot Swarms. Es handelt sich dabei um mobile, cloud-gesteuerte Feldroboter-Schwärme. Projektpartner von Fendt bei der Entwicklung ist die Hochschule Ulm, Studiengang Servicerobotik. Das Forschungsprojekt lief Ende 2016 aus. Man darf gespannt, wie Fendt das Projekt weiterführen will. © Werkbild
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