Login
Ackerbau

Kreiseleggen: Die Bewegung macht’s

von , am
21.06.2013

Der Markt für Kreiseleggen ist in den vergangenen Jahren immer weiter gewachsen. Ein Grund dafür lag in der Tendenz zur Drillkombination. Inzwischen scheint sich der Markt auf einem hohen Niveau einzupendeln.

Die Arbeitsbreiten bei Kreiseleggen sollen in den nächsten Jahren größer werden. © Werkbild
Kreiseleggen haben sich längst zu typischen Kombinationsmaschinen entwickelt. Mit immer noch steigender Tendenz sieht man diese Anbaugeräte überall in Deutschland als Teil einer Drillkombination. Die Kreiselegge ist schließlich weitestgehend unabhängig von den Bodenverhältnissen. Auf schweren Böden erreicht sie eine intensive Krümelung. Unter leichten Bedingungen kann sie flach und mit geringerer Rotordrehzahl arbeiten. Für die Saatbettbereitung gibt es folglich keine bessere Alternative. Natürlich macht es hinsichtlich der wachsenden Schlepperleistungen auf den einzelnen Betrieben durchaus Sinn, vorhandene Technik zusammenzulegen. So kann oftmals mit nur geringen Kosten und auch ohne Maschinenneukauf eine Auslastung der vorhandenen Kraft des Traktors erreicht werden. Und auch wenn die Arbeitsbreiten Schritt für Schritt ansteigen, wundert es nicht weiter, dass nach wie vor die Drei-Meter-Klasse von den meisten Herstellern als Verkaufsschlager umworben wird.

Kreiselegge oder -grubber
?

 
Produzenten von Kreiseleggen gibt es viele. Die Unterschiede in den Sortimenten werden mit denselben Begriffen wie bei anderen Maschinen beworben. Optional liegen die Details zum Beispiel in der Art der Zinken (Material, Einzelform und Position zueinander), der Verfügbarkeit eines Zinken-Schnellwechselsystems und natürlich in der Anzahl an Nachläuferwalzen.
Zudem stellt sich häufig die Frage, ob nicht ein Kreiselgrubber besser auf den Betrieb passt. Hier sind die Zinken nicht schleppend, sondern "auf Griff" montiert und sie haben eine leicht gebogene Form. Kreiselgrubber werden meist zur Mulchsaat verwendet, da sie Stoppel und Stroh intensiver mit dem Boden vermischen. Viele moderne Kreiseleggen können mit diversen Vorrichtungen heute aber auch beide Felder bedienen.

Leichte Umsatzsteigerung für 2013 erwartet

Der Markt für Kreiseleggen war in den vergangenen Jahren recht konstant. AGRARTECHNIK hat sich darüber mit einigen Herstellern unterhalten. Kverneland-Produktmanager Andreas Potthast berichtete, dass der Markt für Kreiseleggen (unter Betrachtung der letzten zehn Jahre) ein Gesamtvolumen von um die 3.000 Einheiten pro Jahr gehabt habe (über alle Hersteller, die bei der VDMA melden).

Christian Gall von den Amazonen-Werken erläutert: "Bei dem Markt für Kreiseleggen und Kreiselgrubber handelt es sich um einen kontinuierlich großen und stabilen Markt, der sich bei uns in den letzten Jahren überdurchschnittlich positiv entwickelt hat. Nach zwei sehr guten Jahren 2011/12 zeichnet sich bis jetzt auch für das laufende Jahr 2013 eine positive Entwicklung mit einer leichten Umsatzsteigerung ab."
 
Martin Steinbichler, Verkaufsleiter von Pöttinger, äußerte sich ähnlich: "Der Markt für Kreiseleggen ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Momentan ist eine leichte Steigerung zu verzeichnen. Wir rechnen damit, dass sich der Markt auf dem derzeit hohen Niveau mittelfristig einpendeln wird."

Rainer Krug von Kuhn sieht als Grund für die Marktzunahme in Deutschland das hohe Niveau der Getreide- und Ölsaatenpreise. "Im intensiven Ackerbau werden Hochleistungskreiseleggen verlangt, die häufig von großen Traktoren gefahren werden und die aufgebaute Drillmaschinen mit großem Saattankvolumen tragen können. Wir rechnen mittelfristig mit einem stabilen Marktvolumen."

Arbeitsbreite wird sich erhöhen

Um Schäden durch Steine zu verhindern und um eine gleichmäßige Einebnung des Ackers zu erreichen haben Kverneland-Kreiseleggen eine helikale (spiralförmige) Zinkenanordnung. © Werkbild
Norbert Hemetsberger aus der Verkaufsförderung der Regent-Pflugfabrik erklärt: "Der Kreiseleggenmarkt hat sich in den letzten Jahren als sehr stabil gezeigt. Bei mittleren bis schweren Böden werden Kreiseleggen gegenüber der mechanischen Bodenbearbeitung bevorzugt. Die Arbeitsbreite bei Kreiseleggen wird sich in den nächsten Jahren erhöhen. Derzeit liegt die größte Stückzahl noch immer im Drei-Meter- Bereich. Die Nachfrage nach klappbaren Kreiseleggen mit fünf und sechs Metern wird mehr. Die Nachfrage nach Kreiselgrubbern ist schon mehr gewesen."
 
Den Gedanken zu den Kreiselgrubbern griff zuletzt Thomas Bidell (Geschäftsführer von der Bidell GmbH - Alpego-Bidell-Kreiseleggen) noch einmal auf: "Ich denke der Markt wird, wie er es in den letzten Jahren schon gezeigt hat, weiter auf den Kreiselgrubber gehen und auch im oberen Leistungsbereich immer die klappbaren Modelle mit einschließen. Die großen Traktoren sind nun auch bei uns überall vorhanden und der Kunde benötigt Schlagkraft und Stärke. Dieser Trend wird sicherlich bleiben, denn es kommen ja auch die Witterungsverhältnisse und der Kostendruck hinzu, den der Kreiselgrubber kompensieren kann."
Auch interessant