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Ernte und Transport

Kriterien beim Mähdrescherkauf

von , am
13.08.2010

Baden-Württemberg/Niedersachsen/Bayern - Eigener Mähdrescher oder Lohndrusch, Schüttler-, Rotor- oder Hybridtechnologie, Stroh pressen oder Häckselverteilung? agrarheute.com fragte drei Landwirte nach ihren Entscheidungskriterien.

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Gutes Häckselbild, Händlernähe und Service entscheidend
Kurt und Lars Unangst GbR, 74722 Buchen-Griecheltern Baden-Württemberg

"Beim Kauf des Mähdreschers war uns unter anderem die saubere Stroh- bzw. Häckselverteilung wichtig. Wir häckseln das komplette Stroh, da wir in unserer Schweinemast strohlos wirtschaften und kein Stroh aus dem Betrieb verkaufen. Da wir mit Mulchsaat arbeiten, brauchen wir ein sauberes Häckselbild. Durch den Rotor brauchen wir keinen Hangausgleich, der Siebkasten hat eine 3-D-Reinigung, das Erntegut wird auf dem kompletten Sieb verteilt. Ein weiterer Grund für die Kaufentscheidung war, dass der Händler nur 20 Autominuten entfernt in Osterburken sitzt und das Zentrallager des Herstellers für Baden-Württemberg in Hockenheim für die Ersatzteilbesorgung ebenfalls gut erreichbar ist. Der Service ist sehr gut, wir bekommen bei Bedarf auch Hilfe auf dem Feld." mehr ...

Raupenfahrwerk und Allrad für Hänge
Jens-Heinrich Deike, 31084 Freden Niedersachsen

"Hauptgrund für die Neuanschaffung des Lexion 600 Terra Trac mit 10,50 Meter Vario-Schneidwerk war die Strohverteilung. Durch die weiten Lohndruschflächen sind wir viel auf Straßen unterwegs und brauchen die 30 km/h-Zulassung. Mit dem Raupenfahrwerk bleiben wir in der Gesamtbreite unter 3,50 Meter. Die Raupe bietet in Verbindung mit dem Allrad eine gute Traktion am Hang. Der Vorteil des Hybridsystems zeigt sich bei der Restkornabscheidung vor allem im Seitenhang. Der Jetstream-Siebkasten hat einen sehr guten Durchsatz. Durch den Radialverteiler am Häcksler kommt es zu einer sehr guten Stroh-Querverteilung. Das ist für uns wichtig, da wir mit konservierender Bodenbearbeitung wirtschaften. Dafür ist das Raupenfahrwerk aufgrund der Bodenschonung unumgänglich und der Radialverteiler ist für die Strohquerverteilung nicht ersetzbar. Die Motor-Getriebesteuerung bringt bei Straßenfahrten einen günstigen Spritverbrauch." mehr ...

Kriterien Leistung, Hangausgleich, Korn- und Häckselqualität
Andreas Ziegler, 97535 Wasserlosen/Schwemmelsbach Bayern

"Der Grund für die Neuanschaffung des Mähdreschers war die veraltete Technik, die Flächenaufstockung. Wir haben vom Hersteller ein Angebot zum Einsatz eines Modells der Vorserie bekommen und haben uns vor kurzem einen Lexion 570 Montana mit einem 6,60 Meter breiten Vario-Schneidwerk, Baujahr 2007, angeschafft. Sehr wichtig war für mich der Hangausgleich der Gesamtmaschine, da sehr starke Hanglagen vorhanden sind. Das Hybriddreschsystem kannte ich bis dahin nicht, wir hatten zuvor einen Schüttlerdrescher. Des Weiteren waren natürlich die Leistung wichtig, sowie ein sauberes Erntegut bei niedrigen Verlusten und eine sehr gute Strohverteilung. Entscheidend war auch der einfache Umbau von Getreide auf Raps. Mit Leistung, Hangausgleich, Sauberkeit des Erntegutes und Häckselqualität bin ich sehr zufrieden. Der Umbau von Getreide auf Raps könnte allerdings einfacher sein. Die Rotorabscheidung hat einen höheren Kraftbedarf und Kraftstoffverbrauch aber eine sehr gute Ausdruschleistung mit niedrigen Verlusten auch unter feuchten Bedingungen. Durch den Hangausgleich und die Rotorabscheidung hat die Maschine ein hohes Eigengewicht, der Bodendruck ist nicht optimal." mehr ...

Kriterien beim Mähdrescherkauf und -einsatz

Nachgefragt - Die agrarheute.com Frage der Woche

Baden-Württemberg- Eigener Mähdrescher oder Lohndrusch, Schüttler-, Rotor- oder Hybridtechnologie, Stroh pressen oder Häckselverteilung? agrarheute.com fragte Kurt und Lars Unangst nach ihren Entscheidungskriterien.


260 Hektar Drusch pro Saison

"Unser Betrieb liegt im Neckar-Odenwald-Kreis in Baden-Württemberg. Mit unserem eigenen Mähdrescher dreschen wir jedes Jahr 250 bis 270 Hektar, davon rund zehn Prozent im Lohn für andere Betriebe. Wir dreschen Winterweizen, Wintergerste, Sommerweizen, Winterraps, Triticale und evtl. in Zukunft Körnermais für die eigene Schweinemast. Wir haben zur Ernte 2010 einen Tucano 480 mit 6,60 Meter Arbeitsbreite gekauft. Dieser hat einen 360 PS Caterpillar-Motor und arbeitet mit dem Hybrid-System. Das Vario-Schneidwerk ermöglicht eine schnelle Umrüstung zum Rapsdrusch.

Gutes Häckselbild, Händlernähe und Service entscheidend

Beim Kauf des Mähdreschers war uns unter anderem die saubere Stroh- bzw. Häckselverteilung wichtig. Wir häckseln das komplette Stroh, da wir in unserer Schweinemast strohlos wirtschaften und kein Stroh aus dem Betrieb verkaufen. Da wir mit Mulchsaat arbeiten, brauchen wir ein sauberes Häckselbild. Durch den Rotor brauchen wir keinen Hangausgleich, der Siebkasten hat eine 3-D-Reinigung, das Erntegut wird auf dem kompletten Sieb verteilt. Ein weiterer Grund für die Kaufentscheidung war, dass der Händler nur 20 Autominuten entfernt in Osterburken sitzt und das Zentrallager des Herstellers für Baden-Württemberg in Hockenheim für die Ersatzteilbesorgung ebenfalls gut erreichbar ist. Der Service ist sehr gut, wir bekommen bei Bedarf auch Hilfe auf dem Feld.

Maschine muss ausgelastet sein

Wir sind mit der Motor- und Dreschleistung des neuen Mähdreschers sowie mit dem Spritverbrauch (durchschnittlich 20 Liter pro Hektar) sehr zufrieden. In die spezielle Elektronik muss man sich jeweils einarbeiten, wir haben dazu eine Fahrerschulung in der Gruppe an einem ähnlichen Modell bekommen, bei der wir die unterschiedlichen Einstellungsmöglichkeiten durchgenommen haben. Einen einzigen Trend beim Mähdrescherkauf sehe ich nicht, dies schwankt meiner Meinung nach sehr nach Betriebsgröße und Region. Die Maschine muss sich auf jeden Fall rentieren, auch wir könnten noch weitere 100 Hektar mehr dreschen, ohne dass die Maschine an ihre Kapazitätsgrenzen käme."

Kurt und Lars Unangst GbR
74722 Buchen-Griecheltern Baden-Württemberg

Kriterien beim Mähdrescherkauf und -einsatz

Nachgefragt - Die agrarheute.com Frage der Woche

Niedersachsen - Eigener Mähdrescher oder Lohndrusch, Schüttler-, Rotor- oder Hybridtechnologie, Stroh pressen oder Häckselverteilung? agrarheute.com fragte Jens-Heinrich Deike nach seinen Entscheidungskriterien.


Lohndrusch mit großem Radius

"Freden befindet sich im südlich gelegenen Kreis Hildesheim und liegt in der Vorharzregion entlang der Leineaue. Hier befindet sich der Sitz des Landwirtschaftsbetriebes. Wir dreschen insgesamt 1.000 bis 1.200 Hektar, davon 400 Hektar in schwierigen Regionen mit sehr starken Hanglagen. Durch unsere Lohndruschflächen zieht sich die Arbeit des Betriebes bis nach Magdeburg. Gedroschen wird Wintergerste, Winterraps, Winterweizen und Sommerdurumweizen.

Raupenfahrwerk und Allrad für Hänge

Hauptgrund für die Neuanschaffung des Lexion 600 Terra Trac mit 10,50 Meter Vario-Schneidwerks war die Strohverteilung. Durch die weiten Lohndruschflächen sind wir viel auf Straßen unterwegs und brauchen die 30 km/h-Zulassung. Mit dem Raupenfahrwerk bleiben wir in der Gesamtbreite unter 3,50 Meter. Die Raupe bietet in Verbindung mit dem Allrad eine gute Traktion am Hang. Der Vorteil des Hybridsystems zeigt sich bei der Restkornabscheidung vor allem im Seitenhang. Der Jetstream-Siebkasten hat einen sehr guten Durchsatz. Durch den Radialverteiler am Häcksler kommt es zu einer sehr guten Stroh-Querverteilung. Das ist für uns wichtig, da wir mit konservierender Bodenbearbeitung wirtschaften. Dafür ist das Raupenfahrwerk aufgrund der Bodenschonung unumgänglich und der Radialverteiler ist für die Strohquerverteilung nicht ersetzbar. Die Motor-Getriebesteuerung bringt bei Straßenfahrten einen günstigen Spritverbrauch.

Trend zu Großmaschinen

Wir haben eine für unseren Betrieb und unsere Anforderungen maßgeschneiderte Maschine gekauft. Die Qualität der Strohverteilung gewinnt immer mehr Bedeutung. Generell sehe ich einen Trend für Gemeinschaftsmähdrescher oder in Betrieben unserer Größenordnung mit entsprechender Druschfläche zu Großmaschinen um 10,50 Meter Schneidwerksbreite. Nur solche Maschinen können die heutigen Ansprüche erfüllen und hinsichtlich des Spritverbrauchs und der Terminkosten in Abhängigkeit vom Wetter am wirtschaftlichsten arbeiten. Speziell für unseren Betrieb ist Telematics eine Bereicherung."

Jens-Heinrich Deike
31084 Freden Niedersachsen

Kriterien beim Mähdrescherkauf und -einsatz

Nachgefragt - Die agrarheute.com Frage der Woche

Bayern - Eigener Mähdrescher oder Lohndrusch, Schüttler-, Rotor- oder Hybridtechnologie, Stroh pressen oder Häckselverteilung? agrarheute.com fragte Andreas Ziegler nach seinen Entscheidungskriterien.


300 Hektar in Hanglagen

"Unser Familienbetrieb liegt in Unterfranken im westlichen Landkreis Schweinfurt. Die Bodenqualität schwankt von 20 bis 70 Punkten. Wir haben Hanglagen bis über 20 Prozent. Der Umfang von eigenem Getreidebau und Lohndrusch beträgt ca. 300 Hektar. Angebaute Kulturen für den Mähdrescher sind Wintergerste, Sommergerste, Raps, Triticale und Winterweizen.

Kriterien Leistung, Hangausgleich, Korn- und Häckselqualität

Der Grund für die Neuanschaffung des Mähdreschers war die veraltete Technik, die Flächenaufstockung. Wir haben vom Hersteller ein Angebot zum Einsatz eines Modells der Vorserie bekommen und haben uns vor kurzem einen Lexion 570 Montana mit einem 6,60 Meter breiten Vario-Schneidwerk. Baujahr 2007 angeschafft. Sehr wichtig war für mich der Hangausgleich der Gesamtmaschine, da sehr starke Hanglagen vorhanden sind. Das Hybriddreschsystem kannte ich bis dahin nicht, wir hatten zuvor einen Schüttlerdrescher.

Des Weiteren waren natürlich die Leistung wichtig, sowie ein sauberes Erntegut bei niedrigen Verlusten und eine sehr gute Strohverteilung. Entscheidend war auch der einfache Umbau von Getreide auf Raps. Mit Leistung, Hangausgleich, Sauberkeit des Erntegutes und Häckselqualität bin ich sehr zufrieden. Der Umbau von Getreide auf Raps könnte allerdings einfacher sein. Die Rotorabscheidung hat einen höheren Kraftbedarf und Kraftstoffverbrauch aber eine sehr gute Ausdruschleistung mit niedrigen Verlusten auch unter feuchten Bedingungen. Durch den Hangausgleich und die Rotorabscheidung hat die Maschine ein hohes Eigengewicht, der Bodendruck ist nicht optimal.

Trend zu leistungsfähigen Mähdreschern trotz begrenzter Außenmaße

Der Trend geht meiner Meinung nach weiter zu immer leistungsfähigeren Mähdreschern trotz begrenzter Außenmaße. Die Hybridtechnik sehe ich als die richtige Richtung an. Die Häckselqualität muss weiter verbessert werden und vor allem die Verteilung bei immer breiteren Schneidwerken. In Sachen Komfort glaube ich wird sich die vollautomatische Einstellung mit automatischer Korrektur durchsetzen, ebenso die automatische Durchsatzregelung und die automatischen Lenksysteme. Service und Ersatzteilversorgung sind für mich als Landwirt wichtige Kaufgründe und entscheiden mit über die Herstellerwahl, mit der ich sehr zufrieden bin. Ob der Trend weiter zur Großmaschine vom Lohnunternehmen geht oder ob auch die kleinere Eigenmechanisierung noch Chancen hat, ist schwer zu sagen. Ich glaube beides wird seine Bedeutung wie derzeit behalten."

Andreas Ziegler
97535 Wasserlosen/Schwemmelsbach Bayern

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