Login
Ackerbau

Kurzscheibeneggen: Mehr als nur Stoppel bearbeiten

von , am
19.07.2016

Der Stoppelsturz steht an und damit bei vielen Landwirten der Einsatz von Kurzscheibeneggen. Die aktuellen Geräte können aber mehr, zum Beispiel bis zu 20 cm tief in den Boden eindringen. Was gilt es beim Einsatz zu beachten?

Kurzscheibeneggen sind in den letzten Jahren auch in tiefere Bodenschichten vorgedrungen. © Werkbild

Los geht es bei der Wahl der richtigen Scheibe. Sie ist ein zentrales Arbeitswerkzeug der Kurzscheibeneggen. Durchmesser, die maximale Arbeitstiefe und die Form bestimmt das Arbeitsbild:

  • 460 mm: max. Arbeitstiefe von zehn bis 12 cm; bei engem Strichabstand arbeiten sie flacher und krümeln durch die höhere Umlaufgeschwindigkeit besser
  • 510 bis 520 mm: universell eingesetzt; krümeln und mischen bis etwa 15 cm
  • 620 mm: Einsatz in Maisstoppeln möglich
  • 736 mm: Einsatz auf bis zu 20 cm Arbeitstiefe; auch bei Körnermaisstroh einsetzbar

Aktuelle Beispiele

Aus der Reihe Carrier von Väderstad ist beispielsweise die CR 1225 mit dem Vorwerkzeug System Disc ausgerüstet, das den Boden bis zu einer Tiefe von 10 cm bearbeitet. Zwei Reihen konischer Scheiben schneiden durch Stroh- und Getreiderückstände und mischen diese mit der Erde. Die Ausführungen CRXL 925-1225 mit größeren Scheiben wurden laut Hersteller für die Bearbeitung großer Ernterückstände entwickelt. Die großen Scheiben ermöglichen die Bodenbearbeitung in einer Tiefe von bis zu 15 cm. Die Scheibenwinkel sind individuell einstellbar, um unabhängig von der Arbeitstiefe zu eggen. Die Arbeitstiefe der Scheiben wird bei der Carrier über sechs Hydraulikzylinder eingestellt.

Die Scheiben sind entweder einzeln oder paarweise aufgehängt. Bei der Überlastsicherung arbeiten die Hersteller heute entweder mit Gummiwülsten oder Blattfedern, wie Lemken bei seiner Reihe Heliodor. Jede Scheibe ist hier zum Zweck der exakten Tiefenführung einzeln mit Blattfedern am Rahmen befestigt, was laut Lemken eine größere Spurstabilität garantiere. Als Zubehör können an der Heliodor 150 mm breite, federnde Planierzinken vor oder hinter den Hohlscheiben eingesetzt werden. Der Anstellwinkel und damit die Erdzuführung zu den Hohlscheiben oder der Nachlaufwalze ist vom Traktorsitz aus hydraulisch einstellbar.

Zusatzaustattung: Für jede Frucht das passende Werkzeug

Bei Kurzscheibeneggen gibt es generell ein breites Spektrum an Zusatzausstattungen, die in der Regel die Krümelung verbessern. Für die richtige Wahl ist Vorfrucht, Bodenart, Nachfrucht und die weitere Bodenbearbeitung wichtig:

  • Tiefenlockerer
  • Striegel
  • Bröcklerbleche
  • Schleppzinken
  • Messerwalze

Wahl der richtigen Walze

Der Nachläufer ist für Tiefenführung, Rückverfestigung und die Nachzerkleinerung von Kluten entscheidend. Bei der Wahl der richtigen Walze gibt es aktuell folgende Auswahlmöglichkeiten:

  • Rohrstabwalzen
  • offene Messerwalzen
  • Keilringwalzen
  • geschlossene Stahlpacker- oder Messerwalzen
  • offene U-Profil-Walzen

Bezüglich des Gewichtes der Kurzscheibenegge stehen sich Arbeitstiefe und der Zugkraftbedarf gegenüber (bei Dreipunktgeräten auch der Hubkraftbedarf). Das dlz agrarmagazin rät in einem Fachartikel zu dem Thema: Je tiefer man arbeiten will und je schwerer die Böden sind, desto schwerer sollte die Kurzscheibegge sein.

Auch interessant