Login
Transportlogistik

Lkw, Agrotruck oder Schlepper: Wer transportiert Gülle am günstigsten?

Dr. Martin Wesenberg, BLU
am
05.09.2016

Gülle ist durch Pumpen leicht umzuschlagen und wird ganzjährig zwischen Lagerstätten und Feld transportiert. Im Kostenvergleich geht das dlz agrarmagazin exemplarisch auf den Transport von flüssigen Wirtschaftsdüngern ein.

Knapp 100 Mio. t Silomais, 50 Mio. t Getreide, über 50 Mio. t Gras und Stroh sowie über 200 Mio. t Wirtschaftsdünger und Substrate wechseln jedes Jahr ihren Standort. Häufig übernimmt der Ackerschlepper als Universalzugmaschine die Transporte. Dann hängen ein-, zwei- und dreiachsige Anhänger in Drehschemel- oder Starrdeichselausführung am Traktor.

Eine Alternative dazu ist der Lkw. Egal ob der Lkw als Einzelfahrzeug, Glieder- oder Sattelzug unterwegs ist: Zunehmend tragen die Chassis Spezialaufbauten für Häckselgut oder Gülle. So genannte Kombiliner ermöglichen einen wirtschaftlichen und hygienischen Transport von Futtermitteln und Wirtschaftsdünger in getrennten Laderäumen über große Entfernungen.

Im Transportsektor sind die Rahmenbedingungen für die Zuladung klar abgesteckt: Anzahl und Abstand der Achsen sowie Achs- und Stützlasten bestimmen das zulässige Gesamtgewicht des Einzelfahrzeugs beziehungsweise des Zugs. Es gilt die maximale Obergrenze von 40 t zulässigem Gesamtgewicht (zGG).

Bereits ab 5 km kann der Lkw billiger fahren

Der Lkw ist das Fahrzeug der Wahl, wenn viel Menge preiswert von A nach B gefahren werden soll. Bei der Zuladung sind die Sattelzüge den Gliederzügen überlegen, weil sie in der Regel ein geringeres Leergewicht auf die Waage bringen. Moderne Mulden- oder Tankauflieger wiegen, je nach Ausstattung und Güte, unbeladen zusammen mit dem Auto etwa 13 t, was eine Zuladung von 27 t ermöglicht. Diese Werte werden auch von Kombinationen mit Ackerschleppern oder Agro­trucks nicht erreicht.

Ein Agrotruck ist ein zweiachsiger Ackerschlepper, der mit einem 2-achsigen Starrdeichselanhänger maximal 36 t auf die Waage bringen darf. Die Fahrzeuge verfügen über Allradantrieb und erreichen etwa 14 t Leergewicht.

Drei Varianten im Vergleich

In einem Beispiel werden ein Lkw mit Sattelauflieger und sowohl ein Agrotruck als auch ein Schlepper mit jeweils einem Fass mit straßenverkehrsrechtlich maximalem Fassungsvermögen berechnet. Der Lkw ist bedingt durch die moderaten Anschaffungskosten und die geringen Diesel- und Reifenkosten, die günstigste Variante im Vergleich. Der Agrotruck ist in der Anschaffung und im Dieselverbrauch teurer. Schlepper und Tridemfass verursachen die höchsten Kosten. Anschaffungskosten und Reifenverschleiß liegen deutlich oberhalb beider Alternativen.

Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin September 2016 erschienen.

Hier geht es zum kostenlosen Probeheft.

Gülledüngung: Diese Ziele haben sich die Hersteller gesetzt

Auch interessant