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Ernte und Transport

Wann lohnt sich ein eigener Mähdrescher?

© Thomas Rademacher/luf
von , am
14.07.2015

Bei gutem Erntewetter kann es passieren, dass nicht genügend Mähdrescher verfügbar sind. Eine nicht termingerechte Ernte kann deutliche Verluste nach sich ziehen. Daher kann sich eine Eigenmechanisierung unter Umständen lohnen.

Unter Umständen lohnt sich die Anschaffung eines eigenen Mähdreschers. © Rademacher/luf
Endlich ist das Wetter optimal für die Ernte. Alle wollen nun das Erntefenster nutzen. Da kann es passieren, dass an dem Tag kein Mähdrescher mehr verfügbar ist. Der ein oder andere Landwirt muss also warten. In der Nacht bricht ein Unwetter herein und 10 Prozent der Ähren brechen ab. Aus dem Brotweizen wird Futterweizen. Das kann einen Verlust von 10 bis 70 Euro je Tonne bedeuten.
 
Die Entscheidung für oder gegen einen betriebseigenen Mähdrescher hängt also davon ab, wie viel Ernteverluste durch eine pünktliche Ernte vermieden werden können, falls der Lohnunternehmer nicht termingerecht erntet.
 

Eigenmechanisierung: Hier kann sie lohnen

  • In Regionen mit wenig Lohnunternehmerdichte und nicht termingerechtem Ernte-Einsatz
  • Personal für den Mähdrescher oder die Kornabfuhr muss vorhanden sein
  • Bei Ein-Personen-Betrieben bietet sich daher eine Maschinengemeinschaft mit dem Nachbarn an.
  • Das Know How zur Mähdrescherbedienung und für kleine Reparaturen muss vorhanden sein
  • Allerdings: Die Eigenmechanisierung kostet Zeit für Bürokratie (Genehmigungen für Überbreite, Versicherungen), Reinigung und Wartung.

Auf Dreschwerkbetriebsstunden pro Kampagne achten

Der Markt für Mähdrescher ist so vielfältig, dass vom Kleinmähdrescher bis zur gebrauchten großen Schüttlermaschine für Kampagneleistungen von 100 bis 250 ha/a alle Mechansierungsvarianten geprüft werden sollten.
 
Hier ist weniger die Flächenleistung als die durch die Witterung immer mehr reduzierte, mögliche Anzahl an Dreschwerkbetriebsstunden pro Kampagne entscheidend. Dazu bietet sich dann die Kalkulation der erntekostenfreien Leistung an, weil der Mähdrescher faktisch nicht von der Fläche, sondern vom monetären Ertrag bezahlt werden muss.
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