Login
Ernte und Transport

Der Mähdreschermarkt: Ein Überblick

von , am
16.08.2013

Die Getreideernte in Deutschland läuft. Doch wo auf der einen Seite die Landwirte noch Hektar machen müssen, arbeiten die Hersteller auf der anderen schon wieder an neuen Angeboten für den Frühkauf.

Lohnunternehmer wollen in 2015 vor allem Mähdrescher kaufen. © agrartechnik
Die Fachzeitschrift AGRARTECHNIK hat sich bei Herstellern für Erntetechnik zu verschiedenen Themen umgehört. Zunächst wollten sie wissen, in welchen Bereichen man zur vergangenen Kampagne eine besonders große Nachfrage zu verzeichnen hatte. "Die reinen Doppelrotormähdrescher gewinnen an Marktvolumen. Ein hohes Leistungsvermögen, gepaart mit hoher Kornqualität und bodenschonendem Fahrwerk, tragen hier zum Verkaufserfolg bei. Aber auch im kleineren Schüttler-Segment konnten wir gute Verkaufszahlen erreichen - hier kommt die gute Stimmungslage bei den Landwirten und der Wunsch nach Unabhängigkeit zum Tragen," berichtet Felix Ramünke aus dem Produktmarketing Erntemaschinen bei New Holland.
 
Einen ähnlichen Trend unterstreicht auch Bernd Seelmeyer, Produktmanager Mähdrescher bei der Claas Vertriebsgesellschaft. "Vor allem die Nachfrage bei den großen Ackerbaubetrieben verhält sich sehr stabil. Lohnunternehmer sind hingegen in den letzten Jahren immer zögerlicher gewesen, was die Anschaffung eines Mähdreschers angeht, was vermutlich vor allem mit einem starken Investitionsverhalten im Bereich Biogas zu tun hatte. In der letzten und auch in dieser Saison hat die Nachfrage hier wieder angezogen. Natürlich ist es von Jahr zu Jahr witterungsbedingt verschieden, aber einen Mähdrescher in der kurzen Getreideernte und ohne ausreichende Körnermaisdruschaufträge wirtschaftlich in der Dienstleis­tung zu fahren, ist nicht einfach. Aus diesem Grund werden die Fahrzeuge im Bestand immer länger gefahren und der Nachfrage nach Lohndrusch kann vielerorts nicht mehr entsprochen werden. Landwirte reagieren auf diese Entwicklung mit dem Kauf eigener Mähdrescher im mittleren Leis­tungssegment. Die Nachfrage zielt in unserem Sortiment vor allem in Richtung des Tucano. Hohe Stückzahlen macht hier der Tucano 320, ausgerüs­tet mit einem konventionellen Dreschwerk als Fünf-Schüttler-Maschine. Erhältlich ist der Tucano in der größeren 400er Serie auch mit Beschleunigerdreschwerk und 5-Schüttlern."

Verschleißteile: Neuigkeiten und Trends

Neben den Erntetechnik-Herstellern die AGRARTECHNIK auch beim Verschleißteile-Spezialisten Schumacher nach Neuigkeiten und Trends erkundigt. Die Group Schumacher bietet unter ihren Marken Gebr. Schumacher, EWM, Rasspe und Radura eigenständige Systeme sowie ein umfassendes Sortiment  an Ersatz- und Verschleißteilen für Mähdrescherschneidwerke an. Im letzten Jahr startete das Unternehmen unter dem Titel "Scharf.Schärfer.Schumacher" eine groß angelegte Kampagne, in der Besitzer von Mähdreschern dazu aufgerufen wurden, verschlissene Messerklingen unter Angabe einiger Einsatzdetails einzusenden, um diese analysieren zu lassen. Einige hundert Klingen wurden so zugeschickt. Christiane Pechstein, Marketingverantwortliche bei Schumacher zu den Ergebnissen: "Messerklingen zeigen ganz klare Verschleißsymptome, wie abgenutzte Klingenzähne, Brüche oder Riefen.
 
Oft wird mit einem Austausch der Klingen zu lange gewartet und damit in Kauf genommen, dass sich negative Einflüsse auf die Schnitt- und Flächenlei­stung im Mähdrusch ergeben. Wann und wie schnell eine Messerklinge verschleißt, ist vom Zustand des Mähsys­tems und des Messerantriebs abhängig. Einen großen Einfluss haben auch die Erntebedingungen, die Zähigkeit des Getreidestrohs und natürlich der Sandanteil im Boden. Die Angaben der Einsender variieren bei der Einsatzdauer von Messerklingen zwischen 80 und 1.200 Hektar", so Pechstein.  "Insgesamt kann man aber sagen, dass sich flächendeckend das Bewusstsein für die Bedeutung eines intakten und gepflegten Mähsystems als Voraussetzung für eine erfolgreiche Mähdruschkampagne erhöht hat. Damit ist die Nachfrage nicht nur nach Mähfingern und Messerklingen, sondern für Schumacher-Mähsysteme insbesondere auch nach den Komponenten der Messerführung, Führungsplatten und Rollenführung gestiegen", erzählt Christiane Pechstein weiter. Zudem geht Schumacher davon aus, dass 70 ­Prozent aller Anwender die Messerführung beim Schneidwerk-Check vernachlässigen. Diese verbleibt oft viel zu lange im Mähsystem, während Mähfinger und Messerklingen gewechselt werden. Intakte Führungsplatten und die Rollenführung müssen unbedingt in eine gründliche Wartung eingeschlossen werden.

Früh bestellen - später bezahlen

Wenn die letzten Halme noch auf dem Feld stehen, beginnt mit dem Frühbezug für die neue Saison bereits das Buhlen um neue Kundschaft. Mit schlagkräftigen Werbeslogans und günstigen Finanzierungsmodellen gehen ErntetechnikHersteller in Kürze wieder auf Kundenfang. "Wir beginnen mit dem Frühkauf Ende August 2013, und dann haben die Kunden die Möglichkeit sich ihre Wunschmaschine zu besten Konditionen zu sichern. Natürlich fördern wir dies mit entsprechenden, flexiblen Finanzierungsprogrammen, um auf die unterschiedlichen Situationen der Kunden einzugehen", erfahren wir von Felix Ramünke aus dem Produktmarketing Erntemaschinen von New Holland.
 
Bei Claas startet der Frühbezug ab Mitte August mit interessanten Sondermodellen. Schon konkretere Details kann Josef Reiter von Deutz-Fahr nennen. "Wir beginnen Anfang August mit dem Frühkauf 2014‚ und haben hier einige besondere Angebote im Programm, wie zum Beispiel eine Finanzierung mit nur 35 Prozent Anzahlung, null Prozent Zins und der ersten ­Ratenzahlung erst am 28. Feb­ruar 2015. Damit ist die Ernte 2014 tilgungsfrei, sprich, der Kunde zahlt ganze 16 Monate nichts und das zinsfrei."
 
Ab 1. August startet bei AGCO der Frühbezug. "Wir bieten Sonderfinanzierungsprogramme mit null Prozent Zinsen bei 36 Monaten Laufzeit und 35 Prozent Anzahlung inklusive Mehrwertsteuer. Außerdem plus zwei Jahre Gewährleistungsverlängerung für endverkaufte Mähdrescher und eine Werkskomplettmontage, im Rahmen der Transportrestriktionen, berichtet Carsten Appelhoff, Vertriebsleiter Erntetechnik Deutschland. Eine Alleinstellung in der Branche ist seit letztem Jahr, dass AGCO Mähdrescher, die während der Streusalzperiode transportiert ­werden, in speziellen Winterschutzanzügen verpackt sind." 

Erntestart 2013: Durchschnittlich soll's werden

Auch interessant