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Mähdrusch: Vor- und Nachteile des Draper-Schneidwerkes

Geringhoff TruFlex breit
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Matthias Mumme, traction
am
08.11.2016

Mit dem zunehmenden Anbau von Soja geraten Draper-Schneidwerke mehr in den Fokus von Landwirten und Lohnunternehmern. Zwischen den Herstellern gibt es dabei einige größere technologische Unterschiede.

Lange Historie, regionale Verbreitung

Die den Drapern zugrundeliegende Technologie ist schon älter, als die heute den Markt dominierenden Schneckenschneidwerke. Denn bereits zu Zeiten gezogener Mähdrescher und Mähbinder wurde das Erntegut nach dem Schnitt zunächst mit querlaufenden Bändern auf dem Tisch weitertransportiert. In den letzten Jahren finden Draper wieder zunehmenden Absatz in Nordamerika und auch in Europa. Gründe sind konstruktive Änderungen, die den Draper für den breiteren Einsatz in mehr Druschkulturen zulassen, aber auch der zunehmende Anbau von Soja, Ackerbohnen und Erbsen in Mitteleuropa.

Vorteile des Draper: Tiefer Schnitt, schonendes Handling, mehr Durchsatz

MacDon FD1 Draper

Zu den klaren Vorteilen von Draper-Schneidwerken gehört

  • der schonende Transport des Ernteguts zum Schrägförderer.
  • der extrem tiefe Schnitt, der besonders durch Draper mit Flex-Messerbalken gegeben ist.

Dadurch eignen sich Draper hervorragend für den Drusch von bodennahen Früchten wie Soja, Ackerbohnen oder Erbsen, aber auch für den Drusch von Lagergetreide. Eine noch bessere Bodenanpassung bieten geteilte Tische bei Drapern, wie beispielsweise das TruFlex Razor von Geringhoff mit hydraulischer Entlastung oder der FD1 von MacDon mit mechanischer Entlastung.

 

Knackpunkt Rapsdrusch

Honey Bee Draper

Unter optimalen Bedingungen können Draper auch beim Drusch konventioneller Kulturen wie Weizen oder Gerste Vorteile gegenüber anderen Schneidwerksbauarten haben. Denn das Erntegut wird geordnet mit der Ähre voran in den Schrägförderer gezogen, was nachweislich nicht nur bei Rotormähdreschern, sondern auch bei Hybrid- und Schüttlermaschinen höhere Durchsätze zulässt. Dabei lässt sich die Umfangsgeschwindigkeit der hydraulisch angetriebenen Bänder stufenlos vom Fahrersitz aus verstellen.

Ein bekannter Schwachpunkt von Drapern ist die oftmals schlechtere Eignung für den Rapsdrusch, vor allem bei langen, stark verzweigten Pflanzen. Aus diesem Grund gibt es optionale Rapsausrüstungen. Dabei handelt es sich im Regelfall um zwei an der Oberseite der Tischwand angebrachte hydraulisch angetriebene Querförderschnecken. Bei Honey Bee gibt es optional konisch zulaufende Leitbleche. Doch auch diese Zusatzausstattungen können bei sehr langen Rapspflanzen an ihre Grenzen geraten.

Draperschneidwerke sind teurer als Schneckenschneidwerke

Eine weitere Herausforderung bei Drapern ist der komplexere Aufbau, der einen versierten Fahrer benötigt  - vor allem wenn mit (mechanisch oder hydraulisch verstellbarem) Flex-Messerbalken, mit flexiblem Tisch oder im Raps gearbeitet wird. Dazu sind Draper gut 20 bis 25 Prozent teurer als konventionelle Schneckenschneidwerke.

Claas empfiehlt für die Ernte bodennaher Früchte eher sein MaxFlex-Schneckenschneidwerk mit Flex-Messerbalken, New Holland hat hierzulande seinen Draper offiziell nicht im Programm. Case IH bietet seine Draper seit 2015 auch in Deutschland an, hat aber noch keine Maschine damit im Markt zu laufen. Honey Bee ist über einen Importeur in Dänemark und in Österreich vertreten, in Deutschland bislang noch nicht. Draper von MacDon und Geringhoff laufen vereinzelt vor allem in Nord- und Ostdeutschland. John Deere verzeichnet ein zunehmendes, aber nach wie vor eher verhaltenes Interesse nach seinem 600D-Draper, während der 600FD HydraFlex bislang noch nicht in Deutschland angeboten wird.

Den ausführlichen Artikel mit weiteren Details und tiefergehenden Informationen zu den Vor- und Nachteilen von Drapern lesen Sie in traction Ausgabe November/Dezember 2016.

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