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Ackerbau

Marktübersicht Kreiseleggen: Techniktrends

von , am
05.07.2013

Der Markt für Kreiseleggen hat sich in den letzten Jahren als stabil dargestellt. Die dlv-Fachzeitschrift sprach mit den führenden Vertretern über Entwicklungen und Trends der Technologie.

Der Markt für Kreiseleggen bewegt sich momentan bei rund 3.000 verkauften Einheiten. © Werkbild
Betrachtet man die Entwicklungen der Verkaufszahlen von Kreiseleggen über die letzten zehn Jahre, so reden wir über ein Gesamtvolumen von um die 3.000 Maschinen pro Jahr (über alle Hersteller, die beim VDMA melden). Standardmaschine bei der Bestellung ist (vor allem in den westlichen und südlichen Bereichen Deutschlands) die Drei-Meter-Kreiselegge mit aufgebauter beziehungsweise angebauter Drillmaschine. Folglich machen, so die Hersteller, Regionen mit mittleren Betriebsgrößenstrukturen den höchsten Umsatz bei Kreiseleggen. Zunehmend werden aber auch klappbare Kreiseleggen verkauft, um dem Bedarf nach mehr Schlagkraft nachzukommen. AGRARTECHNIK hat sich mit einigen Herstellern über die gegenwärtigen Techniktrends bei den Kreiseleggen unterhalten.
Thomas Bidell (Geschäftsführer von der Bidell GmbH - Alpego-Bidell- Kreiseleggen) erklärte, dass grundsätzlich die Entwicklung von Kreiseleggen / Kreiselgrubbern im Grundsatz schon sehr weit fortgeschritten sei. "Es wird meiner Meinung nach nur noch in Richtung Standzeit und Festigkeit gehen können. Selbstverständlich ist die technische Entwicklung bei Nachlaufwalzen und sonstigem Zubehör noch lange nicht ausgereizt."
 
Diese Meinung teilt Christian Gall von den Amazonen-Werken: "Die wesentlichen Trends sind zum einen, eine weitere Steigerung der Effizienz im Antriebsstrang sowie gleichbleibende Stabilitäten bei sinkenden Maschinengewichten." Hartmut Bock (Verkaufsleiter bei Rabe) fügt hinzu: "Es wird auch künftig darauf ankommen, jedem Kunden genau die richtige Maschine für seinen Boden und seinen Einsatzzweck anzubieten. Dazu bedarf es einer breiten Palette von Grundmaschinen mit einer Vielzahl von Ausrüstungsoptionen. Um das zu erreichen, haben wir unsere Produkte nach dem Baukastenprinzip entwickelt, so dass sich alle wichtigen Optionen miteinander kom- binieren lassen."

'Baukasten'-Lösungen

Die Amazone-Werke setzen auf gleichbleibende Stabilität bei sinkenden Gewichten. © Werkbild
Ganz ähnlich klingt die Antwort von Josef Böcker aus dem Marketing bei Lemken: "Lemken verfolgt weiter den Weg der 'Baukastenlösung', um dem Kunden die Möglichkeit zu geben, eine für seine Bedingungen optimale Kreisel egge zu konfigurieren. Größere Arbeitsbreiten über sechs Meter werden immer wieder diskutiert. Hier ist nach wie vor die Frage der Kraftübertragung und der Transportabmessung zu beantworten."
 
Hinsichtlich der Abmessungen erklärte Kverneland-Produktmanager Andreas Potthast: "Da die landwirtschaftlichen Betriebe von der Flächenausstattung immer größer werden, wächst auch die Technik mit. So werden zum Beispiel die Getriebe der Kreiseleggen den gestiegenen Schlepperleistungen angepasst. Weiterhin werden Kreiseleggen immer mehr auch in größere Drillkombinationen integriert. Die Stellschrauben, an denen landwirtschaftliche Betriebe drehen können, um ihre Effizienz zu steigern, werden immer kleiner. Daher kommt es auf Details an, die zum Beispiel zu einer besseren Energieausnutzung führen. Trotz der wachsenden Betriebe wird dennoch in den nächsten Jahren mengenmäßig die größte Bedeutung bei den Kreiseleggen bis drei Meter Arbeitsbreite liegen."

Zapfwellenleistung aktiv in den Boden kreiseln

Martin Steinbichler (Verkaufsleiter von Pöttinger) erläuterte: "Durch die immer höheren Schlepperleistungen ist es die Forderung an die Kreiseleggen, die Zapfwellenleistung aktiv in den Boden zu übertragen." Heute werde die Kreiselegge mit bis zu zwölf Stundenkilometer gefahren. Das erfordere eine stabile Bauweise und ein entsprechend ausgelegtes Einsatzgewicht und auch die Kreiseldrehzahlen müssten an die Vorfahrtsgeschwindigkeit angepasst werden. Zudem, so der Verkaufsleiter, würde in Zukunft die Nachfrage nach einem werkzeuglosen Zinkenwechsel deutlich steigen.
 
Zum Zinkenwechsel äußerte sich auch Norbert Hemetsberger aus der Verkaufsförderung der Regent-Pflugfabrik: "Bei den technischen Trends wird das Zinken-Schnellwechselsystem wieder mehr gefragt. Zinken mit Aufpanzerungen werden teilweise schon in die Serie mit eingebunden." Weiter sei und werde auch in Zukunft die Kreiselanzahl je Meter Arbeitsbreite wichtig sein. "Je mehr Kreisel desto leichtzügiger und besser die Bearbeitung der Bodenstruktur. Ein ganz entscheidender Faktor sind die Nachlaufwalzen. Hier werden laufend neue Systeme getestet, da die Kreiseleggen fast immer mit Sämaschinen kombiniert werden und die Saatbettvorbereitung der Walze sehr entscheidend ist."
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