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Ernte und Transport

Massen transportieren: Trends bei Lade- und Silierwagen

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von , am
18.07.2014

Welche Trends gibt es bei Lade- und Silierwagen? Das Fachmagazin Agrartechnik ist dieser Frage nachgegangen und hat sich mit den Herstellern unterhalten.

Wohin geht der Trend bei Ladewagen? Die Agrartechnik hat nachgefragt. © Werkbild
Zum Ende der Grünfuttererntetechnik-Saison 2013 vermeldete der VDMA: "Ohne zusätzliche Dynamik zum Saisonende zeigte sich das ­Lade- und Erntewagengeschäft. Die ­Verkaufszahlen gingen hier erwartungsgemäß um 14 Prozent auf 767 Einheiten zurück. Nach einer Steigerung in den letzten zwei Jahren wurde damit auch der langjährige Durchschnittswert im deutschen Markt wieder unterschritten."
 
Tatsächlich hat nach Einschätzung des Magazins Agrartechnik die Bedeutung des Ladewagens im eigenmechanisierten Betrieb abgenommen. Stattdessen ist das Interesse bei Lohnunternehmern gewachsen - mit sehr hohen Ansprüchen an die Technik. Die Fachzeitschrift hat sich mit einigen namhaften Herstellern über die Situation auf dem Markt und die aktuellen Trends unterhalten.

Wie hat sich der Markt entwickelt und mit welcher Tendenz rechnen Sie für die kommenden Monate?

Anne Ehnts (Leiterin Fachpresse & stellvertretende Leiterin Unternehmenskommunikation bei der Claas KGaA mbH)
 
Der Ladewagenmarkt entwickelt sich im eigenmechanisierten Bereich weiter zurück. Das Profi-Segment wird jedoch weiter wachsen, da der Kombiwagen als Bestandteil der Gras-Häckselkette noch Leistungssteigerung verspricht und der Substrat-Transport zusätzliche Auslas­tung bietet - was gegen Groß-Ladewagen und für Kombiwagen spricht. Wir rechnen in Deutschland mit einem relativ stabilen Kombiwagenmarkt um die 300 Stück.
 
Heinrich Wingels (Marketingleiter bei der Maschinenfabrik Bernard Krone GmbH)
 
Der Ladewagenmarkt bewegt sich nach einem Tief in den neunziger Jahren heute wieder auf einem relativ stabilen Niveau. Mit gravierenden Veränderungen rechnen wir in diesem Segment nicht.

Markus Schneider (Marketingleiter bei der Lely Deutschland GmbH)
 
Der Gesamtmarkt in Deutschland war leicht rückgängig. Aktuell ist er stabil, aber immer noch mit leichtem Marktrückgang. Der Einbruch im Bereich Biogas frequentiert den Ladewagen nicht sehr stark. Das betrifft eher die Bereiche Häcksler und Transporttechnik.
 
Dolf Versteege (Produktmanager Kaweco bei Kamps de Wild)
 
Der Markt von Silagewagen bleibt stabil. Es werden ältere Wagen ersetzt für neue und kleinere Wagen für größere. Wenn andere Produkte - neben der Silage - als Brennstoff für Biogasanlagen benützt werden, kommt auch ein Rollbandwagen in Frage. Eine Wiegeeinrichtung soll dann zur Standardausstattung gehören.
 
Manuel Zweimüller (Produktmanager bei Pöttinger)
 
In den vergangenen Jahren war der Absatz leicht schwankend, derzeit aber relativ stabil. Wir rechnen mit einer Seitwärtsbewegung bei den Absatzzahlen von Ladewagen.

Gibt es einen Trend zum Tridem-Fahrwerk gibt? Wie entwickeln sich die Nachfrage nach Lenkachsen und die typischen Reifengrößen und -drücke?

Christian Göttke (Bergmann)
 
In den vergangenen Jahren ist der Trend zu größeren Ladewagen nicht von der Hand zu weisen. Jedoch ist der Anteil an Tridem-Fahrzeugen nicht im gleichen Maße gestiegen. Der Grund dafür sind die noch vielfach kleinen Strukturen auf Milchviehbetrieben, so dass es schlichtweg häufig an Rangierflächen mangelt. Jedoch steigt die Nachfrage nach Lenkachsen auch bei Tandem-Fahrgestellen stetig an. Diese Technik schont sowohl die Grasnarbe als auch den Reifenverschleiß der mitunter kostspieligen Bereifungen.
 
Anne Ehnts (Claas)
 
Im Bereich ab 24 Tonnen oder ab rund 38 Kubikmeter sind bei uns 26.5 Zoll-Fahrwerke zum Standard geworden. Bei größeren Fahrzeugen und ausreichender Auslastung wird das Tridem-Fahrwerk verstärkt nachgefragt. Alternativ zum Tridem können wir derzeit als einziger Hersteller eine 1.480 Millimeter hohe 30.5 Zoll-Bereifung auf Tandem-Fahrzeuge montieren. Beim Tandem ist die über ISOBUS gesteuerte automatische Nachlauf-Lenkachse der Standard.
 
Dr. Dietmar Franke (aus der Öffentlichkeitsarbeit von Joskin)
 
Alle unsere Fahrzeuge sind serienmäßig mit Lenkachsen ausgestattet. Grundsätzlich gilt die Regel: Je größer das Volumen, desto häufiger kommen elektronische oder mechanische Zwangslenkung zum Einsatz. Die Reifengrößen betragen fast ausschließlich 26,5 Zoll. Einige Pioniere nutzen allerdings 30,5 Zoll. Die Reifenbreite bewegt sich zwischen 600 und 700 Millimeter. Es handelt sich stets um Niederdruckreifen, wobei die Definition des Niederdruckes durch den Reifenhersteller erfolgt.
 
Manuel Zweimüller (Pöttinger)
 
Bei uns existiert ein Trend hin zum Tridem-Fahrwerk, weil das Gesamtgewicht bis zu 31 Tonnen zulässig ist. Die Nachfrage nach Lenkachsen ist ebenfalls steigend. Diese werden vor allem mit grasnarbenschonender Bereifung nachgefragt. Bei allen Modellen geht der Trend zu maximal möglicher Bereifung, denn Bodenschonung ist ein wesentliches Element.
 
Markus Schneider (Lely)
 
Es ist wichtig, das maximal mögliche zulässige Gesamtgewicht anbieten zu können. Wir können im Lohnunternehmerbereich Tandemfahrzeuge bis 24 Tonnen und Tridem-Fahrzeuge bis 31 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht anbieten. Allerdings kann ich keinen gesteigerten Trend zum Tridem feststellen. Es gibt zwar bestimmte Stückzahlen beziehungsweise einen gewissen Marktanteil, aber der Hauptmarkt ist nach wie vor bei den Tandem-Fahrzeugen. Der Trend zu hydropneumatischen Fahrwerken ist vor allem beim Kombiwagen deutlich zu erkennen. Lenkachsen gehören heute im Profibereich zum Standard, hier kann man einen deutlichen Trend zur Zwangslenkung erkennen. Die maximale Bereifungsgröße wird in jeder Klasse gefordert. In der Landwirtsklasse sind 22,5 Zoll-Bereifungen Standard. Im Lohnunternehmerbereich werden sehr stark 26,5 Zoll, vereinzelt auch 30 Zoll verlangt. In dieser Klasse bestellt der Kunde vielfach auch Reifendruckregelanlagen.
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