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Ackerbau

Meilenstein Horsch: Immer pfluglos

von , am
03.05.2013

Laut Statistischem Bundesamt werden inzwischen 40 Prozent der Ackerflächen pfluglos bearbeitet. Bei Weizen sind es sogar 60 Prozent. Die Firma Horsch hat einen großen Anteil daran, dass es so weit kam.

Jahr 1998: Mit dem Terrano FG kann zwischen drei und 20 Zentimeter tief gearbeitet werden. © Werkbild
Als Michael Horsch im Jahre 1984 sein Unternehmen gründete, wollte er primär Maschinen entwickeln, die die Produktivität auf seinen eigenen Betrieben und auf denen befreundeter Landwirte erhöhen sollten. Als Landwirt hat er dieses Ziel noch heute. Ebenso hat seine Äußerung "Ich baue niemals einen Pflug" noch Gültigkeit. Somit war die nicht-wendende Bodenbearbeitung geboren. Der erste reine Grubber bei Horsch war der Terrano FG. Dieser konnte den Boden abhängig vom gewählten Schar zwischen drei und 20 Zentimeter Tiefe bearbeiten.
 
Da Horsch damals noch im Direktvertrieb arbeitete, mussten den Kunden natürlich auch die Arbeitsergebnisse der Maschinen präsentiert werden. Dazu gründete das Unternehmen das erste Landwirtschaftliche Forschungs- und Informationszentrum, das FITZentrum direkt an den Demoflächen auf dem Sitzenhof gelegen. Tausende Besucher haben sich seitdem am Firmensitz in Schwandorf über aktuelle Feldversuche und künftige landwirtschaftliche Trends informiert.

Vorreiter Terrano

Ende der 90er wurde ein völlig neuer Grubber aus der Taufe gehoben - der vier-balkige Tiger - heute für viele Landwirte ein Synonym für intensive und tief mischende Bodenbearbeitung. Mit ihm brachte Horsch auch den TerraGrip- Zinken und das MulchMix-Schar auf den Markt. Hier diente eine massive Feder als Stein- und Überlastsicherung, um die unterschiedlichen Schare effektiv im Boden zu führen. Der endgültige Durchbruch für die nicht wendende Bodenbearbeitung folgte dann im Jahr 2000, als Horsch den drei-balkigen Universalgrubber Terrano FX auf den Markt brachte. Dieser ist bis heute der meistverkaufte Horsch-Grubber. Durch seine unterschiedlichen Schar, Formen, Packer und Arbeitsbreiten lässt er sich an die verschiedenen Verhältnisse auf den Betrieben anpassen.

Auch Sätechnik

Jahr 2003: Horsch steht schon immer auch für Sätechnik. 2003 kam die neue Pronto. © Werkbild
Diese Entwicklungen legten auch den Grundstein für den Durchbruch der Doppelscheiben- Schar Sämaschine Pronto DC. Dieses System ist heute bei vielen Maschinen zu finden. Das Pronto-Prinzip steht für gleichzeitige flache Bodenbearbeitung (mit einer Kurzscheibenegge), einer darauf folgenden flächigen Rückverfestigung und der anschließenden präzisen Saatgut-Ablage und deren gezielten Rückverfestigung. Das alles bei hohem Arbeitstempo. Später kam als Option noch die gleichzeitige Ausbringung von Dünger, das PPF-System, dazu.

Kurzscheibenegge und mehr

Um für wirklich jeden Betrieb und jede Frucht die optimale Maschine zu haben, kam 2007 schließlich die Kurzscheibenegge Joker auf den Markt. Ihre Stärke: schnelle Stoppelbearbeitung und flache Saatbettbereitung. Zeitgleich wurde auf der Agritechnica der TerraGrip-Zinken der zweiten Generation präsentiert. Neben einer Design-Optimierung bot er vor allem Auslösekräfte bis 500 Kilogramm und eine Aushubhöhe von 30 Zentimeter. Dieser Zinken ist heute in allen Tiger- und Terrano-Grubbern verbaut.
 
Den Anfang für den neuen Zinken machte aber die komplett überarbeitete Tiger-Reihe, die nun aus den Tiger AS, LT und MT bestand. Während der vier-balkige Tiger AS weiter die absolute Pflug-Alternative ist, kam mit dem drei-balkigen Tiger LT eine Maschine mit größerem Strichabstand und somit weniger Leistungsbedarf auf den Markt. Der Tiger MT ist optimal geeignet, um auch große Mengen von Ernterückständen oder langstängeliges Maisstroh einzuarbeiten. Die ersten zwei Reihen großer Scheiben zerschneiden die Ernterückstände, die folgenden zwei Zinkenreihen mischen tief ein.
 
Auf der Agritechnica 2011 präsentierte Horsch schließlich den Terrano FM und MT. Der Terrano MT eignet sich zum Beispiel auf sehr harten Böden, die flach gemischt werden und tief gelockert werden sollen, um somit ein optimales Versickern des Wassers im Boden zu ermöglichen. Der ebenfalls vier-balkige Terrano FM ist ein Universalgrubber mit Arbeitsbreiten ab fünf Metern. Auch er zeichnet sich durch vielfältigste Ausstattungsoptionen bei Scharen und Packern aus. Mit ihm kann, wie beim Terrano FG, ganz ohne Packer gearbeitet werden.

Video: Horsch Terrano MT: Der Schwarzmacher
 

Trends gesetzt

Horsch zeichnet nicht nur für einen einzigen dlv-Meilenstein verantwortlich, sondern hat Trends gesetzt, die eine ganze Branche verändert und geprägt haben. Und dies ist noch nicht das Ende: Die Technik wird konsequent weiterentwickelt, um auch in Zukunft für jeden Standort eine optimale Bodenbearbeitung zu gewährleisten.
 
Dafür steht auch das aktuelle Werbemotiv InnoFalcon. So wie sich die Technik transformiert/verändert, so tut dies auch die Landwirtschaft. Sie hat sich in den letzten 25 Jahren zu einer Innovationsbranche gewandelt und dieser Prozess geht weiter. Innovation, Landwirtschaft aus Leidenschaft, Vorreiter sein für den Ackerbau der Zukunft, dafür steht der InnoFalcon. Ein aktuelles Beispiel dafür ist der Focus TD.
 
Seit etwa 2001 beschäftigt sich Horsch intensiv mit der Bodenbearbeitung für Reihenkulturen. Es werden mit dem Focus/ Evo nur noch die Bereiche bearbeitet und gelockert, auf denen später die Kulturpflanzen stehen. Die konsequente Weiterentwicklung dieses "Striptill"- Ackerbauprinzips ist der Focus TD, eine Kombination aus dem Focus/Evo mit der Pronto-Sätechnik. Zwei Zinkenreihen lockern und mischen den Boden nur in den Streifen, auf denen die TurboDisc- Säschare folgen. Der Focus hat zum Ziel den Ertrag unter schlechten klimatischen Bedingungen konstant zu halten und unter guten Bedingungen zu steigern, da wir auch in Europa immer stärkeren Klimaschwankungen ausgesetzt sind. Wie sich diese Technik in der Praxis entwickelt, vermittelt Horsch in Seminaren oder Vortragsveranstaltungen.

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