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Ernte und Transport

Meilensteine 2013: Der Rübenprofi

von , am
28.10.2013

Mit dem selbstfahrenden 6-reihigen Roder von Holmer wurde die Rübenernte revolutioniert. So wurde aus einer Schmiede der Weltmarktführer für selbstfahrende Rübenroder.

 
Begonnen hat Holmer als kleine Schmiede. Es wurde fast alles repariert, was auf den Höfen war. 1969 übernahm Alfons Holmer nach der Meisterprüfung den Betrieb. Neben den Reparaturen und dem Landmaschinenhandel baute er zukunftsorientiert den Kleinmaschinenbau auf. Treibende Kräfte waren zu dieser Zeit schon Alfons Holmer und sein Mitarbeiter Sebastian Kreil. Im Jahr 1973 waren elf Landwirte und Vertreter der bayerischen und fränkischen Zuckerrübenanbauer auf der Suche nach einem 6-reihigen Zuckerrübenvollernter. Hermann Paintner baute im Jahr 1972 einen ersten Selbstfahrer aus alten Landmaschinen. Auch die Südzucker arbeitete an einem Selbstfahrer, der 1974 als Betaking 3000 vorgestellt wurde.
 

Mit den Rodegemeinschaften wuchsen die Maschinen

Die Zeit war also reif für den Selbstfahrer. Allerdings wollten die elf Landwirte nicht auf die führenden Hersteller der gezogenen Maschinen wie Stoll, Kleine oder Schmotzer setzen. So wurde Holmer schließlich mit dem Bau eines Selbstfahrers beauftragt. 300.000 DM sollte die Maschine kosten. Für die notwendigen Flächen gründete sich eine Rodegemeinschaft. Ziel war es, mit der Maschine 300 Hektar zu roden. 1974 war es dann so weit: Die Maschine lief und bei der ersten Vorstellung waren über 100 Bauern auf dem Feld. Dennoch war die Kampagne mühselig. Als Problem stellten sich die kleinen Räder und die vielen Keilriemenantriebe heraus.
 
Mit diesen Erfahrungen machten sich Alfons Holmer und Sebastian Kreil an die Weiterentwicklung. Jetzt sollte es ein Dreiachser werden. Um den Rübenfluss zu optimieren, wurden Radnabenmotoren eingesetzt. Die Räder wurden größer und die Motorleistung stieg. Doch die Radnabenmotoren stellen sich als störanfällig heraus. Auch die Reifen hatten zu wenig Traglast und platzten. Also ging man 1978 auf zwei Achsen mit mechanischem Differenzial und neuen größeren Rädern über. Es wurden drei Maschinen gebaut. 1979 waren es schon acht Roder.
 

Roden mit neun Reihen

Um der Nachfrage gerecht zu werden, wurde 1979 eine größere Halle am jetzigen Firmenstandort bezogen. Die Nachfrage stieg. Zudem wurden auch stationäre Rübenladebänder gebaut. Im Jahr 1996 wurde der erste Terra Dos vorgestellt. Durch das Knickgelenk im Hauptrahmen im Zusammenspiel mit den vier großen Räder konnte der Hundegang, also das spurversetzte Fahren realisiert werden. Das Roden wurden bodenschonender. Heute bietet Holmer neben dem 2-achsigen Roder Terra Dos T3 mit 6- und 9-reihigem Rodeaggregat noch selbstfahrende Verlade- und Reinigungsgeräte sowie das Systemfahrzeug Terra Variant an. Vor der Markteinführung steht der neue 3- achsige Terra Dos T4-40.
Autor: Feuerborn // Redakteur dlz agrarmagazin

Meilensteine 2013: Innovationen rund um den Schwader

 
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