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Ernte und Transport

Meister, Sklaven und Hybriden: Assistenzsysteme bieten mehr

von , am
03.01.2011

München - Seit langem wird über die Einführung von Master-Slave-Systemen gesprochen. 2011 macht nun Case IH einen großen Schritt auf diesem Gebiet.

Vehicle-to-Vehicle-System von Case IH

Mit diesem Vehicle-to-Vehicle-System kann der Fahrer einer Landmaschine (Master) Geschwindigkeit und Lenkung einer zweiten Landmaschine (Slave) zu seiner eigenen synchronisieren. Voraussetzung sind automatische Lenksysteme auf beiden Maschinen. Die Datenübertragung erfolgt drahtlos. Sobald der Traktor in die aktive Zone der Verbindung einfährt, wird die Fahr- und Lenkkontrolle vom Vehicle-to-vehicle-System übernommen. Anwenden lässt sich dieses System beispielsweise bei der Getreideernte. Der Mähdrescherfahrer steuert während des Abtankens zusätzlich einen Traktor mit Umladewagen oder Anhänger. Auf der Slave-Maschine muss nach wie vor ein Fahrer sitzen. Dieser wird jedoch erheblich entlastet. Außerdem soll das Abtanken ohne Kornverluste erfolgen, welche normalerweise durch Fahrfehler oder missverständliche Kommunikation zwischen den zwei Fahrern auftreten.

Hybridantrieb in naher Zukunft

Wie auch bei Anbaugeräten und Traktoren ist der Einbau elektrischer Antriebe in Mähdrescher nur eine Frage der Zeit. Die TU Dresden erprobt bereits eine elektrisch angetriebene Dreschtrommel, die sich mit hohem Wirkungsgrad variabel in der Drehzahl verstellen lässt. Riemen, Ketten und Gelenkwellen entfallen, wodurch Platz für andere Bauteile wie zum Beispiel den Korntank geschaffen wird. Der russische Hersteller Yenisei hat mit dem 4000 E einen Prototypen mit elektrisch angetriebener Dreschtrommel entwickelt, der in frühestens fünf Jahren serienreif sein soll.

Diese Antriebe lassen sich auch auf andere Komponenten, wie den Strohhäcksler, die Schüttler, den Schrägförderer, das Schneidwerk und letztlich den Fahrantrieb ausweiten. Potenzial bietet die Technik auch dadurch, dass eine schnelle Anpassung der Drehzahlen an die Fahrgeschwindigkeit oder unterschiedlichen Ertragsteilflächen möglich ist. Vor 2015, eher sogar 2020 wird aber nicht mit einem breiten Einzug der Hybridtechnik in Erntemaschinen gerechnet.

Bessere Strohverteilung erwünscht

Untersuchungen zeigen, dass die Strohverteilung bei Mähdreschern immer noch nicht befriedigend gelöst ist. Das betrifft sowohl Hochleistungsmähdrescher als auch Maschinen im mittleren und unteren Leistungsbereich. Bereits bei 9 und erst recht bei 12 m Arbeitsbreite können Ernterückstände mit den heutigen Verteilsystemen nicht gleichmäßig ausgebracht werden. Zudem steigt der Leistungsbedarf für Häcksler und Verteiler übermäßig an. Neben der Verteilung ist auch eine Zerkleinerung und Zerfaserung des Strohs bedeutend, um eine zügige Strohrotte zu ermöglichen. Hier haben vor allem kleinere Maschinen Defizite. Wichtig ist jedoch auch, dass die vorhandene Technik richtig eingestellt ist. Wer mit stumpfen Messern oder ausgefahrener Gegenschneide drischt, darf sich über einen hohen Kraftstoffverbrauch und eine miserable Verteilqualität nicht wundern. (mm)

 

{BILD:139424:jpg}Matthias Mumme
Technik-Redakteur dlz-agrarmagazin

 

 

 

 

 

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