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Ackerbau

Nährstoffe nutzen: Trends in der Gülledüngung

von , am
30.08.2013

Bodennahe Gülleausbringung sichert die Nähstoffausnutzung, ist umweltfreundlich und geruchsarm. Folglich investieren immer mehr Anwender in Schleppschuhverteiler, Güllegrubber oder Injektionsgeräte.

Durch die Bomech-Schleppschuhtechnik mit einem aktiven Anpressdruck von zehn Kilogramm pro Schleppschuh sollen die Pflanzen die Nährstoffe optimal nutzen können. © Werkbild
Umweltfreundliche Pflanzendüngung - dieses Schlagwort steht bei der Gülleausbringgung mittlerweile ganz oben auf der Liste. Diesen Trend hat auch der niederländische Hersteller Bomech erkannt und betont die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten seines Schleppschuhverteilers gegenüber AGRARTECHNIK. "Die Technik wurde für einen vielseitigen und schlagkräftigen Einsatz entwickelt und in der Praxis umgesetzt", so Joost Oude Avenhuis, Bomech.
 
"Bei der Investition in neue Maschinen ist es wichtig, dass die Maschinen rentabel arbeiten. Da spielen viele Faktoren hinein, vorrangig die vielseitigen Einsatzmöglichkeitent gefolgt von geringen Wartungskosten. Bei Bomech arbeiten wir kontinuierlich an diesen Faktoren. Die Praxis zeigt, dass der Bomech-Verteiler unsere Erwartungen erfüllt hat. Die Schleppschuhverteiler können im Frühjahr Gülle und Gärreste in Gras, Getreide und auf den Acker fahren, das war bereits bekannt, jedoch ist der Einsatz in Mais für viele Kunden neu. Dabei nicht nur in aufgehenden Mais, sondern auch in stehende Bestände von 30 bis 100 Zentimeter Höhe. Durch die Bomech-Schleppschuhtechnik mit einem aktiven Anpressdruck von zehn Kilogramm pro Schleppschuh nutzen die Pflanzen die Nährstoffe optimal. Dabei werden Verluste, Emissionen und Gerüche für die Umwelt auf ein Minimum reduziert."

Vom Schleppschlauch zum Schleppschuh

Der Zuni-Drill Ackerinjektor (4,5 bis 13,5 Meter) von Zunhammer verteilt die Gülle in einer Arbeitstiefe von drei bis acht Zentimeter. © Werkbild
Bei Zunhammer geht bei Verteilern bis 18 Meter der Trend weg vom Schleppschlauch hin zum Farmlandfix-Verteiler (Schleppschuh). Breitere Gestänge sind meist immer noch Schleppschlauch-Verteiler. "Schlitzgeräte bieten wir überwiegend für Selbstfahrer an, welche im absetzigen Verfahren (Transport und Ausbringung getrennt) arbeiten. Selbstfahrer wie beispielsweise der Holmer TerraVariant oder Claas Xerion Saddle-Trac arbeiten auf dem Acker fast ausschließlich mit Gülle-Grubbern", berichtet Sebastian Zunhammer.
 
"Unser Multi-Seller ist der Tankwagen mit 18,5 Kubikmeter und Tandemachs- Aggregat. Schon sehr oft wird bei diesem Modell die elektro-hydraulische Zwangslenkung von den Kunden geordert. Danach kommen die großen Tridem-Tankwagen mit 21 bis 27 Kubikmeter. Die sind mit einem luftgefederten Achs-Aggregat ausgestattet und ebenfalls mit der elektro-hydraulischen Zwangslenkung für die erste und dritte Achse. Unsere elektrische Zwangslenkung spart etwa 50 Prozent Reifenverschleiß am Schlepper-Hinterreifen, weil keine Kräfte vom Anhänger in den Traktor eingeleitet werden."

Bodennahe Ausbringung

Fliegl präsentierte bei der Werkseröffnung in Mähldorf zahlreiche Neuheiten. Darunter ein Scheibenschlitzgerät mit sechs Meter Arbeitsbreite. Die vertikale und horizontale Verstellung ist patentiert © Werkbild
Die bodennahe Gülleausbringung steht bei Fliegl verstärkt im Fokus. "Es gibt immer mehr Anfragen, um Stickstoffverluste zu vermeiden", berichtet Bernhard Berger, Fliegl. "Die Landwirte sind eher verunsichert. Die Frage ist, ob die Anforderungen vom Staat sogar zur Pflicht werden. In Deutschland gehen die Anfragen eher Richtung Güllegrubber, Scheibenschlitzgerät und zum Schleppschuh. Die Nachfrage nach Schleppschlauchverteilern wird eher geringer."
 
"In Deutschland sind seit jeher Schleppschlauchverteiler sehr verbreitet. Viele der Kunden gehen nun vom Schleppschlauch auf gleichbreite Schleppschuhverteiler. Oftmals sind die Bestellverfahren auf die Arbeitsbreite der Düngetechnik ausgelegt und somit fest verbunden", fasst Valery Bailly, Joskin, zusammen. "Güllegrubber werden auch verstärkt gekauft; allerdings sind hier die Käufer eher Biogasanlagenbetreiber, Lohnunternehmer oder größere land - wirtschaftliche Betriebe. Für viele mittelgroßen landwirtschaftlichen Betriebe lohnt es sich nicht, einen Grubber speziell zur Gülledirekteinarbeitung anzuschaffen."

Nah an die Wurzel

Um bei den gegenwärtigen strengen Düngungsnormen optimale Erträge zu erzielen, ist es maßgeblich, dass die Gülle so effizient wie möglich an den Stellen eingesetzt wird, wo sie am meisten gebraucht wird. Das heißt in den Pflanzreihen, so dicht an den Wurzeln wie möglich. Genau dafür hat der niederländische Hersteller Evers agro den Präzisionsinjektor Garanno entwickelt. Diese Maschine wurde 2010 ausführlich erprobt, und zwar hauptsächlich bei Mais, aber auch bei Kartoffeln. Nach einigen Anpassungen wurde das definitive Modell gezeichnet und für die Saison 2011 in Produktion genommen.
 
Mit dem Injektor Garanno wird der letzte Arbeitsgang vor dem Säen oder Pflanzen durchgeführt. Die Gülle wird mit einem Reihenabstand von 75 Zentimeter injiziert. Dabei wird der Boden mit einem geraden Zinken und 75 Zentimeter freiem Durchlass 20 bis 40 Zentimeter tief gelockert. Dadurch werden störende Schichten aufgebrochen, um den Boden besser zu belüften, aber auch um einen optimalen Wasserhaushalt im Boden zu gewährleisten. Anschließend wird mit der folgenden Zahnreihe die Gülle in der gewünschten Tiefe in den Boden eingebracht. Nach dem Injizieren der Gülle wird der Boden mit einer Rolle angedrückt, um das Saatbett so gut wie möglich vorzubereiten. Durch die Anwendung von GPS beim Ausfahren der Gülle können ortsspezifische Koordinaten des zu düngenden Areals digital erfasst werden. Diese Daten werden in der Säkombination eingegeben, so dass die Saat genau über der Gülle ausgebracht wird.
 

SmartControl für iPad

Das iPad findet auch in der Landtechnik immer mehr Einsatzfelder. Kotte bietet mit dem SmartControl ein Datenmanagementsystem für die Gülleausbringung an. © Werkbild
Kotte bietet mit dem SmartControl for iPad ein neues Datenmangementsystem an. Es ist intuitiv bedienbar und dokumentiert automatisch alle Daten. Alle Daten des Güllewagens werden in Echtzeit drahtlos zum iPad gesendet und dort verarbeitet. Vom iPad werden die Daten drahtlos und in Echtzeit zum farmpilot-Server übermittelt (optional). Aufträge lassen sich einfach anlegen und ändern. Bei der Nutzung von farmpilot wird der Güllewagen sogar automatisch erkannt. Bei der Auftragserfassung können Kommentare oder ein Bild anhängt werden. Bei der Nutzung von farmpilot kann der Disponent alle Aufträge online an das iPad senden. Der Fahrer muss nur noch einen Auftrag wählen und alles wird au - tomatisch dokumentiert.
 
Darüber hinaus bietet das ipad viele Zusatznutzen. Über die Navigationsfunktion des iPads kann der Fahrer sein Ziel finden. E-Mails oder dem Kundendienst Diagnosdaten senden, alles ist möglich. Weitere Funktionen wie Regenradar, das Internet, das Einlesen von QR-Codes oder auch Videotelefonie über Facetime können genutzt werden. Wenn der Auftrag beendet ist, wird automatisch eine pdf-Datei mit allen Auftragsdaten erzeugt. Bei Nutzung von Farmpilot werden alle Auftragsdaten laufend an das Portal übergeben. Da die Daten in standardisierter Form vorliegen, können die schlagbezogenen Auf - tragsdaten auch in gängige Ackerschlagdateien übertragen werden.
 
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